Mittwoch, 15.04.2009

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Zusammenfassung der Vorlesung Grundlagen Web 2.0

Was verbindet Menschen?

Diese Frage ist eine der Wesentlichen im Umgang und der Auseinandersetzung mit den Entwicklungen des Web 2.0. Der Abschied vom sogenannten Web 1.0 hat zu einigen wesentlichen Veränderungen geführt. Das Internet wird heute nicht mehr lediglich als ein Kanal verstanden, über welchen Unternehmen Werbebotschaften an Kunden senden. Es wird nicht mehr im Wesentlichen als ein Ort verstanden um zu konsumieren, sondern wird verstärkt genutzt um selbst Content zu erschaffen, oder an bereits bestehendem Content mitzuwirken und diesen zu verbreiten. Ein starkes Indiz für diese Entwicklung ist das Rasante Wachstum der Blog-Welt, er sogenannten Blogosphäre. In Deutschland werden beispielsweise bereits 250.000 Blogs gezählt. Auch soziale Netzwerke , wie Facebook, Xing, LinkedIn,... werden vermehrt genutzt und als hilfreich verstanden.


Der Weg von 0.5 zu 2.0

Wurde das Web 0.5 von Ende der 80er Jahre bis in die Anfänge der 90er noch als nahezu reines B2B Instrument, mit Fokus auf Erstellung einer technischen Infrastruktur und Schaffung von Know How, genutzt, ging es in den 90er Jahren beim Web 1.0 um die Beziehung von Unternehmen zu potentiellen Kunden (B2C). Im Fokus stand hierbei die Nutzung des Internets als Kanal für Werbebotschaften. Deshalb wird das Web 1.0 im Allgemeinen auch als "Das Werbliche Web" bezeichnet. Als stärkste Veränderung, welche das Web 2.0 mit sich brachte, wird der Wandel der Online Kommunikation gesehen. Anders als beim Web 1.0, geht es nun nicht mehr nur um die Verbindung vom "Unternehmen zum Menschen", sondern um die Beziehung von "Mesnch zu Mensch" (C2C). Der Konsument hat im Web 2.0 die Möglichkeit, selbst zum Produzenten zu werden. Hierbei spricht man vom sogenannten User Generated Content. Das Web 2.0 zeichnet sich insbesonders aus durch Offenheit, Mitwirkung des Einzelnen, Authentizität, Nutzerfreundlichkeit. Geprägt wurde der Begriff Web 2.0 von Tim O´Reilly auf der Media´s Entwicklerkonferenz 2004. In seinem Artikel "What is Web 2.0" beschreibt er die Veränderungen des Webs und das neue Phänomen Web 2.0. Hier der vollständige Artikel: http://www.oreillynet.com/pub/a/oreilly/tim/news/2005/09/30/what-is-web-20.html und die deutsche Übersetzung http://www.oreilly.de/artikel/web20_trans.html


Was war Web 1.0?
- User wollen menschliche Interaktion, sie wollen mehr als "nur" lesen
- Das Internet ist kein weiterer Kanal zum Empfang von Werbebotschaften
- Internet ist kein Buch, Zeitung, Zeitschrift
- Hypertext ist nicht alles
- Content-Produktion der Leser


Bild:Webgenerationen.jpg Abbildung: Web 2.0: Entwicklung des Mitmach-Webs (Quelle: Jesko Arlt)

Beispiele für Web 2.0 Anwendungen

- Webblogs
- MySpace
- Facebook
- Twitter
- Xing
- LinkedIn
- Qype
- Flikr
- ...


Schlüsselmerkmale von Web 2.0 Anwendungen

- Web als Plattform
- Inhalte sind Datengetrieben (Inhalte sind wichtiger als Aussehen)
- Vernetzung durch eine Architektur des Mitwirkens (jeder kann mitmchen)
- einfache Geschäftsmodelle


Hier eine kurze Erklärung, was Blogs sind: [[1]]


Rasantes Wachstum der Blog-Welt

- 1,3 Milliarden sind online (jetzt etwa 1,5)
- etwa 200 Mio Blogs weltweit
- 250.000 Blogs in D
- 6,2 Mio Nutzer bei xing
- mehr als 5 Mio Mitglieder bei studiVZ
- Lokalisten ist besser?
- Townking
- Soziale Netzwerke im Web


Merkmale und Funktionsweise von Weblogs

Ein Weblog (“Blog”) ist ein auf einer Webseite geführtes, und meist öffentlich einsehbares Tagebuch. Es wird meistens aus der Ich-Perspektive geschrieben.

Je nach Ausrichtung des Autors kann ein Blog auch einer Internet-Zeitung ähneln. Charakteristisch für einen Blog ist, dass er unabhängig von der Ausrichtung, in den allermeisten Fällen die persönliche Meinung des Autors beinhaltet.

Blogs sind gerade deshalb attraktiv, da es den Usern möglich ist sich Informationen zu beschaffen, die von einem gleichdenkenden Autor verfasst wurden (z.B. von einem Autor der im Bereich Naturschutz aktiv ist).

In den meisten Blogs sind Kommentare oder Diskussionen zu den veröffentlichten Artikeln zulässig. Dadurch bietet das Medium einen Rückkanal, der es den Usern ermöglicht ,sich über Informationen, Gedanken oder Meinungen auszutauschen.

Ein weiteres Kennzeichen der Blogs ist, dass sie häufig Informationen über einen sehr differenzierten Themenbereich veröffentlichen. So könnte ein Autor aus dem Bereich Naturschutz z.B. nur News über das „Naturschutzgebiet Dambecker Seen“ veröffentlichen. Dadurch bilden sich sehr kleine und überschaubare Interessen-Gruppen (Communities), die so von den traditionellen Massenmedien nicht angesprochen werden würden.

Einen immer größer werdenden Stellenwert bekommen die sogenannten Corporate-Blogs in Unternehmen. Diese werden in der Regel von den Mitarbeitern geführt. Ein Corporate-Blog hat positive Einflüsse auf die Unternehmenskultur, da es das „Wir-Gefühl“ der Mitarbeiter untereinander stärkt.

Attraktiv sind diese Corporate Blogs für Unternehmen aber auch nicht zuletzt dadurch, dass sie über einen hohen Page-Rank verfügen. Auf diese Weise kann ein Unternehmen seine Position bei dem Suchmaschinenanbieter „Google“ massiv verbessern.

Im Bereich des Enterprise 2.0 werden Blogs unter anderem auch zur Projektdokumentation verwendet.

Zusammenfassend kann man festhalten, dass Blogs eine der erfolgreichsten Anwendungen des Web 2.0 sind. Durch sie wurde die Emanzipierung des Konsumenten zum Produzenten stark vorangetrieben.


Wofür steht Web 2.0?

Web 2.0 beginnt eigentlich erst 2004 - Tom O'Reilly prägte als erster den Begriff

Titel Das soziale Web
Anwender Menschen
Focus Meinungsbildung und Community
Beziehungen C2C
Effekt Sozialisation
Methode Qualifizierung


--> Emanzipation der Nutzer zu Produzenten
--> Vernetzung von Inhalten und Orten (Menschen, Meinungen und Ereignissen)
--> Authentizität
--> USG-Content


Beispiele für Web 2.0-Anwendungen

- Weblogs
- Microblogging / twitter
- MySpace
- XING
- Wikipedia
- Spreadshirt
- flickr
- youtube
- qype
- social bookmarking (z.B. misterwong oder del.icio.us)
- Corporate Blogs (z.B. Daimler-Blog, http://blog.daimler.de mit Ali Ayhan als Beispielautor, Boeing, fixingblog, Ford Mustang, AOL,...)


Verlinkungen "verbessern" die eigene Webseite bei google.
Nicht nur Links ZU mir, sondern auch die VON mir zu anderen.


Aber es gibt auch Kritik an BLOGs

Jung von Matt: "Blogs sind die Klowände des Internets." Als Reaktion darauf kam es zu einer "Vergeltungsaktion" der Internetgemeinde. Die "Du-bist-Deutschland-Kampagne" von Jung von Matt wurde mit User-Generated-Videos regelrecht durch den Dreck gezogen. Was auch immer von Jung von Matt an Äußerungen folgte, wurde sofort zur Zielscheibe der Blogger und ihrer Anhänger.


Andere Firmen haben dagegen ganz andere, hausgemachte Probleme mit Blogs.

DELL hatte Probleme mit Akkus (Selbstentzündung) - vier Mio Akkus wurden ausgetauscht.
- Blogs lästern über DELL
- Juli 2006: Blog-Start "One2One"
- Porno-Link mit ähnlichem Namen
- neuer Blog: "Direct2Dell"
- wieder ähnlicher Link "direct2hell"


Unternehmen im Web 2.0

Blogs haben einen sehr hohen "Page-Rank" bei Google. Besonders stark reagiert Googles Suchalgorithmus auf Verlinkungen zwichen verschiedenen Webblogs und Beiträgen. Vertrat man früher aus Unternehmenssicht die Meinung, man solle Links von der eigenen Seite auf andere vermeiden, um den User nicht zu verlieren, gilt diese Sichtweise heute als veraltet. Verlinkungen von der eigenen zu anderen Sites oder Beiträgen, führen der Erfahrung nach langfristig dazu, das auch von anderen Seiten und Beiträgen ein Rückfluss an Verlinkungen stattfindet, was für alle zu einem Mehrwert und einem besseren Platz im Suchmaschinen Ranking führt. Mehr und mehr Unternehemn bemerken heute, wie hilfreich beispielsweise Corporate oder Business Blogs für die Beziehung zu Kunden und Mitarbeitern sein können. Starke Beispiele dafür sind z.B. DAIMLER und DELL.


Was bringt Web 2.0 in der Kommunikation?
• Kunden im Dialog fühlen sich ernster genommen
• flexible und schnelle Kommunikation
• nicht nur Corporate Speech
• näher am Kunden
• im Sinn des Cluetrain Manifestes (1999) sind persönliche Gespräche nun möglich
• "Märkte sind Gespräche"

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