Marktforschung (Corporate Weblogs)
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a. Internetzugänge
Um die Chancen eines Online-Kommunikationsinstruments wie des Corporate Weblogs herauszufinden, ist erstmal generell das Potential des Internetmarktes interessant.
Die Zahl der Konsumenten, die einen PC besitzten (Studie BITKOM, Basis EITO 16) wie auch die Zahl der Internetzugänge steigen, begünstigt durch das Erschließen neuer Breitbandnetze. Da Kunden mit Breitbandan-schluss das Internet intensiver nutzen als Kunden mit analogem Zugang, kann davon ausgegangen werden, dass diese mehr Zeit mit surfen und z.B. online-shopping verbringen (Studie PricewaterhouseCoopers LLP, Wilkofsky Gruen Associates). [...] Es gibt eine Menge Bewegung im Internet. Die aktuellen Studien belegen reales Wachstum im Handel und auf dem Kommunikationsmarkt. Das steht der Gefahr einer zweiten Dotcom-Blase entgegen.
b. Mediennutzungszeit
Nach der bisher noch nicht vollständig veröffentlichen Studie „Time Bud-get 14“ hat die Nutzungszeit des Internets einen neuen Zenit erreicht. Deutsche verbringen durchschnittliche 72 Minuten pro Tag im Internet, DSL-User sogar 118 Minuten. Zwei Drittel der Befragten empfinden das Medium Internet als sehr wichtig. Damit liegt es noch hinter Fernsehen mit 80 %, hat aber das Radio (68%) und Zeitung (67%) fast eingeholt. Das Internet holt auf. Die Internetnutzungszeit steigt, ebenfalls die Akzeptanz der Online-Medien als wichtige Informationsquelle.
c. Geschäftsmodelle und Web 2.0
Der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V. befragte 142 Manager aus Unternehmen, Marketingagenturen und Unternehmens-beratung zu dem Einfluss der von Web 2.0 auf Geschäftsmodelle. Gut 75 % erwarten neue Geschäftsinnovationen. 87 % achten auf die multimedi-ale Gestaltung von Webseiten. Mehr als 80 % sehen Einfluss der Einwick-lung auf die Bereiche Marketing, Vertrieb und Kommunikation. Aber es werden auch die größten Sorgen der Manager, entstehend aus der Unkon-trollierbarkeit der schnellen Informationsverbreitung und Falschinformati-onen in Foren, deutlich. Es gibt bei deutschen Managern trotz Bedenken, ein reges Interes-se an Geschäftsinnovationen im Web 2.0.
d. Blogosphäre
Die Blogosphäre bezeichnet die Gesamtheit aller Blogs. Die Oktobererhebungen von der auf Blogs spezialisierten Suchmaschine Technorati.com zeigen, dass derzeit 57 Millionen Weblogs). Jede Woche kommen 100.000 dazu, jeden Monat kommen 3.000.000 Blogs. Die Blogosphäre verdoppelt sich alle 230 Tage. 1.3 Millionen Artikel werden jeden Tag gespostet, dies ergibt über 54 Tausend Posts stündlich. Der durchschnittliche Blog exis-tiert 228 Tage. Blogs gewinnen an Masse, Netzwerke verdichten sich, die Nachfrage ist da.
e. Bekanntheit von Weblogs
Im März 2006 wurden 1503 Internetuser ab 14 Jahre im Rahmen des Digital Life Reports 2006 von tns infratest in Deutschland befragt. Daraus ergab sich, dass 55,1 % der Befragten Weblogs kennen. 61 % der Männer wussten was ein Weblog ist, bei den Frauen waren es 48 %. Während bei den jüngsten Probanden bis 20 Jahre mehr als zwei Drittel ein Blog be-kannt ist, stabilisiert sich der Wert bei den 30 bis über 60 jährigen bei um die 50 %. Fast 70 % und 67 % aller Abiturienten kennen Blogs. Bei den Befragten mit mittlerem Bildungsabschluss kennen gut schon 48 % keine Blogs, von den Probanden mit Volkshochabschluss sind es mit 56 % mehr als die Hälfte. Fast zwei Drittel aller Befragten kennen das Bloggen jedoch nur vom hören sagen, ein Drittel liest Weblogs und knapp 7 % bloggen selbst. Interessant ist als gut ein Viertel aller befragten Schüler Weblogs führt. Fazit: Vor allem junge und gebildete Menschen lesen Blogs. Die Hälfte von den Übrigen kennt sie zumindest.
f. Blogs und Kaufentscheidungen
In einer Studie von Ipsos und Hotwire wurde 2214 Internetnutzer ab 15 Jahre Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien be-fragt.
Darin wird ein deutlicher Vertrauensvorschuss von Blogs und Kommenta-ren gegenüber TV-Werbung klar. 23 % halten Blogs für vertrauenswürdig, 28 % Kommentare auf Verbrauchtest- und Preisvergleichsportalen. Zei-tungsartikel rangieren mit 34 % nicht viel weiter vorne, Fernsehwerbung mit 15 % und E-Mail-Marketing mit 14 % werden wesentlich seltener als vertrauenswürdig eingestuft. Vorstandsblogs müssen sich mit 11 % noch mehr Vertrauen erkämpfen. 37 % der Europäer informieren sich vor einem Kauf eines Produktes im Internet oder kaufen direkt im Internet ein. 30 % der deutschen Proban-den entschieden sich gegen ein Produkt als Reaktion auf negative Kom-mentare im Netz. 56 % würden sich aufgrund positiver Kommentare da-für entscheiden. Fast die Hälfte aller Deutschen kauft im Internet ein. Auffällig ist das gra-de Internetnutzer, die auf Blogs vertrauen, monatlich mehr als 145 € im Internet ausgeben. Blogs sind relevant für Kaufentscheidungen. Sie rangieren auf der Liste der Vertrauenswürdigkeit ganz oben. Das ausgerechnet Vorstands-blogs derzeit wenig vertrauenserweckend gelten, deutet auf einen Verbes-serungsbedarf in punkto erfolgreiche Führung eines Corporate Weblogs hin.
Fazit
Der Tenor der aktuellen Studien ist positiv auf das Medium Internet und auch das Kommunikationsinstrument Weblogs gestimmt. Der Durchbruch von Corporate Weblogs ist in Deutschland noch nicht geschehen. Die Rahmenbedingungen dafür allerdings sind gegeben.

