Google-Deal und seine Konsequenzen

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der Deal

Der impulsive Aufschwung MySpaces von knapp 9 Millionen zur Zeit des News Corp. Aufkaufs im Juli 2005 bis hin zu seinen mittlerweile weit über 100 Millionen Usern wurde bereits im Artikel "Geschichte, Facts & Figures von MySpace" dargestellt. Die Folge ist eine immense Fülle an Informationen, die zu einer teilweise anhaltenden Unübersichtlichkeit von MySpace führt.

Um dem User einen möglichst schnellen Zugriff auf seine gewünschte bzw. gesuchte MySpace Seite zu geben und um natürlich mehr Profit aus dem „MySpace-Hype“ zu schlagen, ging der Mutterkonzern von MySpace, Fox Interactive Media (FIM), am 7. August 2006 einen folgeschweren Deal mit dem Internetdienstleister Google ein.

Dieser beinhaltet, dass die Such- und Werbetechnik von Google seit dem vierten Quartal 2006 in alle Internetangebote von FIM (u. a. MySpace, RottenTomatoes, GameSpy, FilePlanet) integriert wurde. Als Gegenleistung erhält FIM bis zum zweiten Quartal 2010 mindestens 900 Millionen Dollar Werbeeinnahmenbeteiligung. Diese Werbeeinnahmen entstehen zunächst für Google durch die Kopplung ihrer Websuche mit dem "AdSense für Suchergebnisseiten"-Verfahren. Hierbei werden der Suchanfrage relevante kommerzielle Ergebnisse hinzugefügt, bei denen der Werbetreibende bei jedem Klick auf seine Werbe-Anzeige einen festen Betrag an Google bezahlt.

Zusammenfassend hierzu der PR-Manager von Google Deutschland Stefan Keuchel auf die Frage ob man davon ausgeht, dass die Mindestwerbeeinnahmenbeteiligung für FIM von 900 Mio. $ auch gut investiert wurde: „900 Mio. ist natürlich eine Menge Geld, aber man muss sicher sehen, dass das Geld von den Werbetreibenden kommen wird, die über Google Werbung, AdSense in dem Fall, schalten. Das ist kein Geld was wir sozusagen dahinlegen mussten, sondern in den nächsten Jahren wird es erst generiert werden. Insofern sind wir auf einer sehr attraktiven Plattform vertreten, und gehen davon aus, dass wir damit sehr gutes Geld verdienen werden, und uns das Geld dann eben mit der News Corp. [Mutterkonzern von FIM] teilen werden.“
Quelle: eigen geführtes Interview mit Stefan Keuchel (PR-Manager Google Deutschland) vom 20.11.2006 in den Räumen der RFH Köln

Konsequenzen für Google

Dadurch, dass Google FIM diese 900 Mio. $ garantiert hat, könnte Google, sollten die zusätzlichen Werbeeinnahmen, die durch u. a. MySpace User, generiert werden, ausbleiben, auch mit einem Verlust den Deal im Jahre 2010 beenden.

Grundsätzlich könnte dies geschehen, wenn die MySpace User nicht ausreichend auf die oben angesprochene AdSense Werbung klicken.
Erklären kann man diese Befürchtung daran, dass MySpace User die Suchfunktion eventuell wohl eher dazu benutzen werden, innerhalb von MySpace nach bestimmten Personen oder Bands zu suchen. Allerdings wurden bei den Ergebnissen dieser MySpace-internen Suchvariante, keine AdWords eingeblendet, wodurch eine zusätzliche Werbeeinnahme in diesem Fall schon einmal nicht erreicht werden konnte.
Mittlerweile, im Februar 2007, also 5 Monate nach Beginn der Integriegung der Google-Technik in MySpace, scheint Google sich dieser Problematik bewusst geworden sein. Nun werden auch bei der web-umfassenden Suche über MySpace kommerzielle Anzeigen geschaltet.
Auffällig ist darüberhinaus, dass bei einer Suchanfrage auf der eigentlichen Google Seite keine AdWords eingeblendet werden, wenn man bspw. nach der MySpace-Seite einer Band sucht (KeyWords: Bandname + myspace). Hier könnte Google auch diejenigen AdWords einblenden, wie als wenn das KeyWord „myspace“ nicht eingegeben würde.

Letztendlich zielt Google darauf ab die zusätzlichen Werbeeinnahmen durch das Klicken des geneigten MySpace Users auf die AdSense-Anzeigen der Suchergebnisseiten zu generieren. Der MySpace User, der im Idealfall vorher Konkurrenten wie Yahoo oder MSN zur Web-Suche nutzte, soll bewusst, will er nach etwas Myspace-unabhängigem suchen, nun die „Web“-Suchfunktion von MySpace, also im Grunde Google benutzen. Somit erwirtschaftet Google im Idealfall neue Werbeeinnahmen und nimmt den Konkurrenten Marktanteile ab.

Die Zukunft wird zeigen ob dieses Konzept aufgeht, und der MySpace User die umfassende Funktionalität von MySpace samt der Suchmaschine auch wahrnimmt und somit zum Anstieg der Werbeeinnahmen Googles führt.

Konsequenzen für MySpace

Im Falle eines immensen Werbeeinnahmenanstiegs besteht letztendlich für FIM auch die Möglichkeit mehr als die bereits vereinbarten 900 Mio. $ zu erhalten.

Der immense Traffic von MySpace, der die Seite im April 2006 bereits auf Platz 8 der am meist besuchten Seiten weltweit befördert hat[1], kann Google hier sehr optimistisch stimmen. Nun muss dieser Traffic MySpace auch zum Suchen nutzen, und auf die eingeblendeten AdWords klicken.
Suchfunktion "powered by google" mit unterschiedlichen Farbkombinationen
Suchfunktion "powered by google" mit unterschiedlichen Farbkombinationen

Um die Dienstleistung Googles kenntlich zu machen und um die Brand-Awareness zu steigern wurde nun neben der Suchleiste auf MySpace ein „powered by Google“ Bildchen angefügt. Auffälig ist, dass dieses in die MySpace-Farbwelt (blau-weiss) integriert wurde und nicht in den Google üblichen bunten Farben erscheint, wie es bei anderen Internetangeboten wie AOL oder freenet der Fall ist.
Eine Überlegung, die vielleicht an dieses Indiz anknüpft und die Marktmacht MySpaces hervorhebt, ist die, dass MySpace, aufgrund seines sehr hohen und stark wachsenden Traffics (year over year growth von 2004 bis 2006: 367%[2]), bei Einführung einer eigenen Suchmaschine den anderen Suchmaschinen immense Marktanteile hätte abnehmen können. Das heisst die User von MySpace hätten z. B. nicht mehr Google, sondern die MySpace Suchmaschine benutzt, da sie diese Seite vermutlich sowieso mehrmals täglich besuchen.
Nach dieser Ansicht könnte man den Deal als Abwehrreaktion seitens Googles verstehen, die aber gleichzeitig, dadurch dass sie als Suchmaschine auf der erfolgreichsten Social-Networking-Plattform vertreten sind, ein sehr gutes Geschäft gemacht haben.



Quellen





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