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Auch StudiVz ist die Überwindung aller strukturellen Markeintrittsbarrieren gelungen. Trotz Sicherheitslücken, Skandalen der Geschäftsführung, langer Ladezeiten und häufiger Totalausfälle, die eine gute und sichere Usability überhaupt nicht zuließen, haben diese Rückschläge keinerlei Auswirkung auf die enormen Netzwerkeffekte, die das Portal erzielen konnte, gehabt.
Den Betreibern kommen auch hier der First-Mover-Effekt und eine bereits überwundene kritische Masse zu Gute.
Da das komplette Angebot von StudiVz darüber hinaus kostenfrei ist und sich außerdem über die Hälfte aller 2,3 Mio. Studenten in Deutschland bereits angemeldet haben, wird es für einen Neueinsteiger nahezu unmöglich sein, in direktem Wettbewerb zum StudiVz treten zu können.
Es ist auch ferner nicht zu erwarten, das jemand sein bei StudiVz geschaffenes Netzwerk aufgibt, um sich selbiges bei einem Wettbewerber ohne nennenswerten Mehrwert neu aufzubauen.
Das StudiVz ist also ebenfalls zu einer Marke geworden und hat hier in Anbetracht des hohen Marktanteils und des geringen und relativ unbekannten Wettbewerbs (z. B. www.nurstudenten.de | Studenten aus deiner Stadt) in jedem Fall eine “Winner-takes-it-all” Position inne.
Sie haben sich innerhalb kürzester Zeit einen so hohen Bekanntheitsgrad geschaffen, das Sie nun ein neues Netzwerk namens SchülerVz geschaffen haben. Der Zweck in dieser Seite liegt mit Sicherheit auch darin, das die Schulabgänger automatisch auf die Studentenseite StudiVz umschwenken, um weiterhin in Kontakt zu bleiben. Somit ist eine noch schnellere Verbreitung der Seite in Zukunft vorprogrammiert.
Unterstützt hat die Markenbildung auch die „gruscheln“ - Funktion, die beim DMPA(149) als Wortmarke eingetragen ist.
Die anfänglichen, massiven Probleme des StudiVz über eine lange Zeitspanne hinweg zeigen allerdings auch sehr deutlich, wie schwer das Wirtschaften im Web 2.0 Bereich ohne nennenswerte und umsatzträchtige, gut kombinierte Erlösformen ist.
Einer Community mit einem so puristischen und reinen Web 2.0 Ansatz – d.h. Kostenfreiheit und gleichzeitige Werbefreiheit – werden, besonders wenn ein so erfolgsträchtiges inhaltliches Konzept wie das Vernetzen von Studenten gewählt wurde, zwangsläufig irgendwann in immer höher steigenden Traffic-, Hosting- und Administrationskosten den finanziellen Rahmen der Grundinvestition sprengen.
Nach Meinung der Verfasser war daher nicht nur der Verkauf der User-Profile, sondern vor allem die Einführung von Werbung, der logische und notwendige Schritt hin zu einer zukünftig möglichen Profitabilität.
Hauptgründe für den Erfolg trotz aller Probleme waren nach Meinung der Verfasser darüber hinaus vor allem das innovative Thema und die überaus kommunikative und vor allem riesige Zielgruppe.
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Quellen
149 Deutsches Marken- und Patentamt

