Der Daimlerblog ist mittlerweile über 1 Jahr alt. Die Beiträge der über 80 Mitarbeiter auf dem Weblog sind sehr unterschiedlich und werden nicht durch die Corporate Communication des Unternehmens “weichgespült”. So schreibt der Mitarbeiter Mario Jung jüngst seine Gedanken zum Produktionsstopp am 28.10.2008 auf den Blog.
Zitat: “Natürlich sind wir verunsichert. Wie wird es 2009 weiter gehen? Angeheizt wird diese Stimmung durch die Gerüchteküche. Wie viele Schichten kommen 2009 hinzu oder fallen weg? Wie sieht die Urlaubsplanung aus? Gibt es einen Stellenabbau, wenn ja zu welchen Konditionen?”
Und solche Fragen und Inhalte auf einem offiziellen Blog von Daimler?
Ich bin ehrlich beeindruckt und ziehe meinen Hut vor Uwe Knaus der diesen Blog verantwortet. Toll das hier die Mitarbeiter ganz ehrlich und authentisch, auch in einer so schweren Zeit der gesamtwirtschaftlichen Situation äußern und Ihre Unmut (mangelnde Informationspolitik) kundtun können.
Alternativ könnten die Mitarbeiter sich auch anonym bei der Arbeitgeberbewertungsplattform Kununu.com Gehör verschaffen. Bei Daimler ist es aber scheinbar auch im Blog möglich. Eine gute Entwicklung und weise Entscheidung die Öffnung neuer Kommunikationsweisen. Offen, ehrlich und direkt.
Nachdem dieser Beitrag erschienen und im öffentlichen Internet zu lesen war, hat sich auch gleich ein verantwortlicher Manager Herr Prof. Dr. Eckhard Kressel (Leiter Personal- und Arbeitspolitik) in einem ganz öffentlich Kommentar Stellung genommen. Ein (in meinen Augen sehr) ausgewogenes Statement zu der angesprochenen Verunsicherung auf diesem Blog abzugeben, ist die beste Reaktion überhaupt. Somit werden schnell ein paar tausend mitlesende Mitarbeiter informiert. Schnell und direkt.
Ich bin sehr erfreut, dass hier ein großes Deutsches DAX-Unternehmen offensichtlich einen gewaltigen Schritt macht. Eine neue Form der konzernweiten Kommunikation wird ermöglicht und damit auch die ersten Schritte in eine Veränderung der traditionellen Kommunikationskultur.
Ein privates Weblog ist ein moderates Mittel zur privaten Kommunikation. Es ist zeitgemäß, einfach zu Bediennen und kostet nicht viel. Martin Wiersch blogt seit ein paar Monaten eifrig in einem netten Familienblog über sich, seine Familie und die damit verbundenen Erlebnisse. Als Martin Wiersch mit seiner Familie einen Hochseilklettergarten “Wald-Abenteuer” in Bad Neuenahr am Wochende besuchte, musste er eine lange Autofahrt bereuen, denn der Hochseilgarten war einfach von einer Gruppe vorreserviert und dazu gab es keine Hinweise auf der Homepage des Kletterparkbetreibers. Die Familie (mit 4 Kindern) angereist, wurde dann auch noch von nicht sehr kundenfreundlichen Mitarbeitern mit lapidaren Entschuldigungen weg geschickt.
In Zeiten von Web 2.0 kann Jedermann von solchen Erlebnisen offen berichten (und seiner Wut auch etwas Luft machen). Schon nach zwei Tagen hat sich in dem Blog der Betreiber per Kommentar zu Wort gemeldet und merkwürdige Erklärungen abgegeben. Spätestens an dieser Stelle wäre eine angemessen und öffentliche Entschuldigung, verbunden mit einer Wiedergutmachung sinnvoller gewesen. Auch wenn es eine kleine Firma ist, die Blogberichte sind authentisch und Google referenziert solche Einträge für die Ewigkeit! Unternehmen, die diese Regeln nicht beachten, schaden dem eigenen Image.
Als 3 facher Papa kann ich eine solche Wochenendpleite gut nachvollziehen. Deswegen unterstütze ich die Verbreitung dieser Informationen gerne mit diesem Beitrag und werde den Besuch des Klettergarten meiner Familie ebenfalls ersparen.
Bernd im Hochseilgarten im CenterParc de Vossemeren in Belgien
was das Thema meines Referates bei einer Erfa-Gruppe des DGFP. Der Gastgeber war die Firma Grace in Worms. Ich habe die Reise per Bahn und Roller angetreten und habe im Kreis der Personaler verschiedenen Erkenntnisse von neuen Web 2.0 Technologien zum Einsatz von Web 2.0 im Unternehmen und insbesondere in der Personalarbeit gegeben.
Besonders im Fokus und auch im Bewusstsein der anwesenden Damen und Herren ist die relativ junge Arbeitgeberbewertungsplattform Kununu.de. Bei dieser Web 2.0 Applikation können aktuelle und ehemalige Mitarbeiter, vollkommen anonym einen Arbeitgeber bewerten. Aufgrund der mittlerweile über 15.000 Bewertungen sind solche Entwicklungen nicht mehr zu ignorieren und verändern den Recruitingmarkt sehr umfassend. Sicherlich ist eine solche “unkontrollierbare” Bewertungsplattform für den traditionellen Unternehmer erstmal ein großes “Schreckgespennst”. Nach der Diskussion der anwesenden Teilnehmer wurden aber ebenso die großen Chancen und Potentiale solcher Web 2.0 - Entwicklungen für Unternehmen mehrheitlich bestätigt. Die positiven Bestärkung der eigenen Mitarbeiter, zu einer offenen Kommunikation unterstützt ein positives Arbeitgeberimage und dient er Steigerung des Employer Branding. Uneinigkeit besteht aber weiterhin, welche Methoden bei der Wandlung der Unternehmen zu Enterprise 2.0 am schnellsten realisierbar sind. Die 10 Tipps auf dem Weg zu Enterprise 2.0 sind auf jedenfalls von den Anwesenden als wesentliche Grundsteine zum Unternehmenswandel erkannt worden.
Über einen Kommentar / Feedback an dieser Stelle würde, ob es den Zuhörern gefallen hat, oder ob 230 Folien mal wieder zu viel waren, freue ich mich sehr.
Endlich kann man nur sagen - es wurde wirklich Zeit. Ich habe bereits im Sommer diesen Jahres die aktuelle, schreckliche Website von Köln (koeln.de) hier besprochen. Gestern hat mir ein ehemaliger Student (Danke Fabian Radix) auf den offenen Betatest der neuen Website von koeln.de hingewiesen. Mein erster Eindruck - GUT - Auf der Startseite von Koeln.de befindet sich Artikel und eine öffentliche Einladung.
Drei Besonderheiten der neuen Version:
Mehr Bürgerbeteiligung
Mehr Fotos und Videos
Mehr Leben aus dem Veedel
Es gibt eine eigene Community, die Integration von Inhalten durch den Benutzer und mit Sevenload hat man einen kompetenten Videopartner an Board. Die Einbeziehung von Web 2.0-Features auf Köln.de ist ein richtiger Schritt für eine innovative Website. Jetzt hoffe ich nur, dass die Menge der verkauften Werbebanner nicht wieder die neue Website dominiert. Denn die sind bei der alten Version mittlerweile so störend, dass vom Content abgelenkt wird und ich auch diesem Grund dort nicht mehr hinsurfte.
Ich kenne Herrn Calmund und seine Ehefrau schon aus seinen Aktivitäten in Second Life aus dem Jahr 2007. Jetzt las ich bei Ripanti einen Hinweis auf die neue Website Ironcalli.de von Reiner Calmund.
Klasse, sag ich da. Video, Kommentare, ein Weblog viel Interaktivität und Authentizität, so wird Web 2.0 sinnvoll verwendet. Die Productplacements und Werbebanner sind nicht zu übersehen aber bisher noch nicht zu störend. Das Konzept ist wohl erstmal für ein Jahr angesetzt. Ich denke das Herr Calmund einerseits sehr viel Spaß hat mit allen seinen Fans im direkten Kontakt zu stehen und andererseits durch dieses öffentliche Abnehmen noch mehr Motivation hat seine Ziele zu verwirklichen. Ich wünsche ihm noch viel Spaß und Erfolg dabei. Jetzt sollte Calli noch schnell mal anfangen zu Twittern, dann wäre die Kommunikation perfekt!
Welche Internetseiten sollten Kinder nutzen? Was können Eltern unternehmen, die ratlos Ihre Kinder vor den Gefahren des Internets bewahren wollen? Wie und wo können sich Eltern informieren?
Viele Fragen die mich schon länger beschäftigen. Meine älteste Tochter wird bald 8 Jahre alt sein und das Interesse an Medien ist bereits ein wenig vorhanden. Wann ist der Zeitpunkt gekommen sich gemeinsam mit dem Kind mit dem Thema Internet zu beschäftigen? Das ist im Einzelfall sicher immer sehr unterschiedlich und abhängig von der jeweiligen Persönlichkeit des Kindes.
Auf meinem Mister-Wong Profil habe ich schon seit einiger Zeit einige Links mit dem Tag “Kidsimnetz” gesammelt. Hier sind einerseits Hintergrundinformationen zum Thema “Kinder im Internet” gesammelt, wie aber auch Webseiten gelistet, die ich Eltern für ihre Kinder empfehlen kann.
Mein wichtigster Rat ist allerdings an die Eltern: “Sie haben es in der Hand, was Ihr Kind im Netz erlebt und welche Seiten genutzt werden. Sie müssen Ihr Kind aktiv begleiten und soweit sensibilisieren das es zwischen Gut und Böse auch selber unterscheiden kann”.
Leider sehen sich viele Eltern beim Thema Internet und den neuen Web 2.0 Anwendungen scheinbar überfordert. Ich ermutige diese aber immer wieder alle ihre Bedenken über Bord zu werfen und sich mit dem Medium Internet intensiv zu beschäftigen! Das Internet wird in 10 Jahren das Leben in Beruf und Familie sicher dominieren. Schon Heute ist in den Umfragen das Medium Internet in der Zielgruppe der Kinder dominant. Nahezu 100 % der Kinder im Alter von 14 - 19 Jahren sind online.
In den Grundschulen von NRW werden in allen Klassenzimmern PC mit Netzanschluss aufgestellt und ab dem ersten Schuljahr bereits E-Learning Portale wie Antolin und Mathepirat den Kindern zur Verfügung gestellt. Also müssen die Kinder ab dem Moment mit dem Internet vertraut gemacht werden.
Passend dazu ein bekanntes Werbevideo, dass eine etwas überzogene Satire zeigt:
Noch ein Tipp am Rande: “Selbst wenn das Internet und Web 2.0 tolle Entdeckungsmöglichkeiten und Chancen bietet, eine Sache ist für unsere Kinder immer wesentlich wichtiger! Erstmal draußen im Garten, Wald oder Straße mit Freunden oder den Eltern spielen, ist besser und gesünder als jede Mediennutzung”. So als Grundregel finde ich 4:1 - bedeutet 4 Stunden toben, spielen oder handwerklich Tätig sein, zu 1 Stunde Mediennutzungszeit - Das sehe ich als ein vernünftiges Zeitverhältnis an.
Ein relativ junger Dienst unter den Web 2.0 Anwendungen verändert die web basierte Kommunikation. Twitter, Identi.ca, Pownce und Co. bieten eine sehr einfache und schnelle Kommunikation. Bei Twitter sind es 140 Zeichen die als Textnachricht im Web veröffentlicht werden. Irgendwann 2007 habe ich mit Twitter begonnen. Allerdings ist der Dienst für mich bis zum iPhone nur Abends via Web zu erreichen gewesen. Seit ich Mobil mit dem iPhone auch Mobil twittere nutze ich das Medium wieder aktiver. Noch experimentiere ich an der richtigen Portion Informationen und der Auswahl der Personen denen ich Followe. Aber einen großen Teil an Informationen, guten Links und Hinweisen entnehme ich den Informationen aus Twitter.
Da jede Twitternachricht auch in Google referenziert wird, finde ich auch immer häufiger einzelne Tweets (Das ist eine Twitternachricht) sehr hoch in der Google Suchabfrage.
Da ich im kommenden Wintersemester (die erste Vorlesung ist am Mittwoch, 10.9.2008) den Twitterdienst intensiv in den gesamten Unterricht einbinden werde habe ich eine gute einfache Präsentation gesucht. Ich habe in irgendeinem Podcast bei Kanal14 oder bei Pl0gcast einen Tipp gehört, dass Franz Patzig und Sascha Assbach eine gute Präsentation zum Thema Twitter auf Slideshare gemacht hätten.
Also habe ich in Google “patzig twitter” eingegeben. Auf Rang 1 zeigt Google einen Tweet von Franz Patzig. Den Link zur Präsentation habe ich dann später in seinem Blog gefunden.
Da die Präsentation CC ist hier schon mal die Version. Ich werde mal die Original Keynotedatei erbitten, dann kriegen meinen Studenten die Schöne Version gezeigt.
Herr Joachim Lindner (Verantwortlich für Internet und Intranet in der Unternehmenskommunikation der deutschen ABB AG) beschreibt das die ersten Web 2.0 Maßnahmen im Intranet der ABB AG gut angenommen werden. Allerdings sind der die Mitarbeiter erstmal zu überzeugen. Die häufigsten Argumente der Skeptiker lauten:
Wenn ich mein ganzes Wissen dort zur Verfügung stelle, bin ich nicht mehr alleine derjenige der etwas weiß.
Wir können diese Informationen nicht öffentlich machen
Ich habe keine Zeit mich zusätzlich um so etwas zu kümmern
Ich mache das nur, wenn ich in meinen Zielen steht, dass ich da mitmachen muss
Ich kenne auch noch zusätzlich folgende Argumente:
Das bringt doch nix, das interessiert doch niemand
Die Mitarbeiter sollen doch arbeiten, nicht spielen
… ?
Wer kennt noch mehr Argumente? Kommentare sind erwünscht!
Ich werde gerne diese Argumente dann gruppieren und clustern und anschließend einen Leitfaden entwickeln, mit welchen sachlichen und prägnanten Beispielen/Gegenargumenten diesen “voreingenommen” Meinungen entgegengewirkt werden kann.
Jedes “normale” IT-Projekt zum Thema Innovationen und Web 2.0 im Unternehmen, ist ein sehr mühseliger, oft mit Kompromissen und internen Grabenkämpfen verbundener Weg. Es werden Steering Committee gebildet, Meilensteinpläne erarbeitet, Workshops und Business Cases gerechnet. Eine Swot-Analyse erstellt und dann ein Maßnahmen plan erstellt. Dabei ist Web 2.0 eigentlich sehr einfach und sinnvoll im Unternehmenseinsatz.
Warum die innovativen Manager das Thema Web 2.0 dann wollen, scheint meist sehr unterschiedlich begründet zu sein. Ich bin mir aber sicher das der Ein oder Andere sich von seinen “multimedialen” Kinder inspirieren lässt. iPod im Ohr, Chat, Twitter und virtuelle Welt auf dem Screen, und social Networking danach.
Hiermit rufe ich alle Kinder auf, die Papas auf die neuen Möglichkeiten im Internet aufmerksam zu machen und RSS-gesteurte Mashup Startseiten, wie iGoogle oder netvibes.com zu zeigen. Dann überlegen diese Papas vielleicht doch noch mal etwas schneller, ob das sich das Thema nicht in der Firma auch jetzt schon lohnen könnte.
Einer Studie der IBM und Zeitschrift Impule zufolge sollen die Unternehmen des deutschen Mittelstandes bei Web 2.0 noch sehr zurückhaltend sein. (die vollständige Studie können Sie hier herunterladen)
Aus der Management Summary:
Der Begriff Web 2.0 ist einem Drittel der mittelständischen IT-Entscheider noch immer unbekannt. Nachdem den Befragten das Web 2.0-Konzept erläutert wurde, befürworten etwa 34% das Konzept auch für Mittelständler. Bereits 9% der mittelständischen Unternehmen haben Web 2.0 Projekte umgesetzt, 5% sind mit der konkreten Planung ähnlicher Projekte beschäftigt. Die Anwendungen, die sich bei Web 2.0 Anwenderunternehmen hoher Beliebtheit erfreuen, sind Wikis und Blogs. Für 81% der Mittelständler kommt Web 2.0 aus heutiger Sicht jedoch noch nicht in Frage. Die Gründe für diesen auf den ersten Blick recht hohen Grad der Abneigung sind vermutlich in der Unsicherheit mit den Instrumenten und damit vermuteten Gefahren der neuen Formen der Interaktion zu suchen.
Interessant hierbei ist das bei der Befragung der Begriff Web 2.0 zuvor erläutert wurde: Wortlaut der Erklärung: “Das Konzept „Web 2.0 / Social Computing“ bezeichnet keine neue Technologie, sondern eine neue Form der öffentlichen Zusammenarbeit und Interaktion zwischen gleichberechtigten Akteuren über das Internet.”
Wenn dabei berücksichtigt wird, dass bei der Befragung der 1005 Personen in der Regel Geschäftsführer und oder IT-Entscheider 30 % die Bedeutung und den Begriff Web 2.0 erstmal nicht kannten und nach dieser Erklärung dann 89 % es nicht wollten, bin ich nicht verwundert. Ich benötige in der Regel zwei volle Vorlesungseinheiten (á 90 Minuten) um das Thema Web 2.0 mit seinen Auswirkungen, Chancen und Risiken für Unternehmen meinen (internetaffinen) Studenten nähert zu bringen. Wie soll das in einem Satz am Telefon ein Newbie verstehen?
Hier ein paar Details aus der Studie:
Detailauswertungen aus der Studie IT und E-Busniess im Mittelstand 2008
Eine andere Formulierung dieser Zahlen, die sich aus den obigen Details ergibt wäre:
“Bereits 60 % der Unternehmen des deutschen Mittelstandes sehen in Web 2.0 einen guten Ansatz bzw als Interessant an, wobei ein Teil davon noch den Aufwand scheut!”