Schlagwort-Archiv: Social Networks

Bewegungen, Initiativen & Proteste in sozialen Netzwerken

Die folgende Projektarbeit einiger Studenten der Rheinischen Fachhochschule Köln beschäftigt sich mit Bewegungen, Initiativen und Protesten in sozialen Netzwerken.

Die Arbeit beleuchtet dabei die Frage warum Gruppen z.B. bei Facebook oder StudiVZ entstehen und warum einige von ihnen “zu einer richtigen sozialen Bewegung werden, wer die Nutzer sind, was die Aussagen und Ziele der Gründer oder auch Mitglieder sind und was Menschen motiviert einer solchen virtuellen Initiative beizutreten.”

Das Paper erklärt Begriffe wie „Slacktivism“, die Bedeutung der 90-9-1-Regel in diesem Zusammenhang sowie verschiedene Arten von sozialer Kampagnen.

Weiterhin enthält das Paper viele gut gewählte Fallbeispiele, von Flashmob-Organisation, über Chart Manipulation zur Beeinflussung von Casting Show Ergebnissen („LED ZEPPELIN gegen DSDS!“) bis hin zu Gruppen mit Bezug auf die aktuelle BP Ölkatastrophe.

Den Abschluss macht das Fallbeispiel Lena-Meyer- Landrut beim Eurovision Song Contest im Mai 2010.

Sehr lesenswert!


Bewegungen, Initiativen, Proteste in sozialen Netzwerken

Der Weg zum Enterprise 2.0: Tipps für Unternehmen: 10. Budget

Der letzte Teil der Serie auf dem Weg zum Enterprise 2.0 führt uns zum Budget.
Die Implementierung von Web 2.0 Tools ist für das Unternehmen unweigerlich mit Kosten verbunden.

Die Systemkosten / Softwarekosten fallen dabei meist nur mit einem geringen Anteil ins Gewicht. Open-Source ist auch für den gestandenen IT-Leiter heute kein Schreckgespenst mehr. Allerdings sind
Schulungsmaßnahmen (Teil 7),
Consulting (Teil 9) und die
zentrale Koordinierung (Teil 8 ) ,

die Positionen, die ein größeres Budget erfordern.
Bei großen Unternehmen werden IT-Kosten von unter 3,0 Prozent des Umsatzes als gesund bezeichnet. Bei den gestiegenen Anforderungen an die Kapazitäten und die Qualität herrscht ein starkes Costcutting in allen IT-Bereichen.
Web 2.0 ist hier erstmal ein neuer Kostenblock, der als IT-Leistung auf das Geschäft verteilt werden muss.
Die inhaltliche Wichtigkeit von Web 2.0 für den direkten Unternehmenseinsatz ist nicht mehr wegzudiskutieren. Die Kosten verursachen aber große Kopfschmerzen. Wenn die Tools, die zum Einsatz von Web 2.0 allerdings nach Verursacher auf Kostenstellen verteilt werden müssen, dann ist der Weg zum Enterprise 2.0 wesentlich länger als von den Innovatoren gewünscht. Bestimmte Standards des modernen Büros gehören einfach zum notwendigen modernen Arbeitsmittel. So wie ein E-Mailprogramm der Desktop-Standard ist, sollte auch ein RSS-Aggregator zum elektronischen Standard gehören. Dies ist bei den meisten Unternehmen aber noch nicht umgesetzt.

Während ein RSS-Aggregator noch relativ leicht zu implementieren ist, löst z.B. ein unternehmensweiter Wikiserver deutlich mehr Diskussionen aus. Wer zahlt den Betrieb bzw. Service sowie die Wartung? Hier ist eine verursachergerechte Umlage kaum möglich. Fragt man einen Controller, käme vermutlich der Vorschlag, bei einem Weblogsystem beispielsweise jedem Blogger einen Kostenanteil auf seine Kostenstelle buchen zu lassen. Eine solche Vorgehensweise macht natürlich keinen Sinn. Sind die Mitarbeiter überhaupt motiviert solche Tools in ihren ohnehin schon stressigen Arbeitsalltag zu integrieren, wird spätestens bei der Diskussion mit dem Kostenstellenverantwortlichen jeglicher Web 2.0 – Elan zu Nichte gemacht.

Ähnliches gilt für den Einsatz einer virtuellen 3D Welt im Firmenintranet. Solche sinnvollen Kollaborations- und Meetingtools müssen zunächst kostenneutral erprobt werden, bevor eine Kosten- und Budgetplanung die Nutzer abschreckt. Um einen möglichst schnellen Einsatz zu erreichen müssen diese Web 2.0 Anwendungen im Unternehmen für den einzelnen Mitarbeiter und die entsprechende Personalkostenstelle erstmal kostenneutral sein. Erst nach dem wahrgenommenen Effizienzgewinn sollte im zweiten Schritt eine Budgetierung erfolgen.

Dabei sollte die Enterprise 2.0 – Entwicklung eines Unternehmens aber als Ganzes betrachtet werden und die Budgets über die allgemeinen IT -Kosten (und eben nicht Kostenstellenbezogen) gleichmäßig verteilt werden.


Dominik Bernauer


Bernd Schmitz

Die Artikel der Serie im Überblick:

  1. Einführung
  2. Systemverfügbarkeit
  3. Top Down
  4. Unternehmenskultur
  5. Sicherheit
  6. Usability
  7. Integration
  8. Training
  9. Koordinierung
  10. Externe Beratung
  11. Budget

Der Weg zum Enterprise 2.0: Tipps für Unternehmen: 9. Externe Beratung

Für ein Unternehmen, das bisher nur mit klassischen Softwarelösungen arbeitet ist der Einstieg / Umstieg zu webbasierten Applikationen mit 2.0 – Charakter ein großer Entwicklungsschritt. Das Installieren von Wiki, Blogs & Co. ist nicht die einzige Disziplin auf dem Weg zum Enterprise 2.0. Was nützen die Systeme, wenn sie nicht genutzt werden?

Bei einem großen Changeprozess, der auch die Unternehmenskultur (s. Teil 3: Unternehmenskultur) betrifft, ist externe Hilfe sinnvoll.
Das muss nicht heißen, dass der ein oder andere Mitarbeiter in der IT-Abteilung nicht fähig wäre, diese Changeprozesse inhaltlich und oder fachlich zu begleiten. Externe Consultants verfügen jedoch über andere Perspektiven und Zugangsweisen zu den Mitarbeitern und Prozessen des Unternehmens bei derartigen Veränderungen. Auch Anfangsfehler können vermieden werden, da ein entsprechendes externes Beratungsunternehmen bereits Erfahrungen aus anderen „Rollouts“ einbringen kann.

Spezialisierte Beratungsunternehmen agieren herstellerneutral und garantieren damit eine entsprechende Unabhängigkeit.

Die Beratungsleistungen sollten folgende Themen beinhalten:


Dominik Bernauer


Bernd Schmitz

Die Artikel der Serie im Überblick:

  1. Einführung
  2. Systemverfügbarkeit
  3. Top Down
  4. Unternehmenskultur
  5. Sicherheit
  6. Usability
  7. Integration
  8. Training
  9. Koordinierung
  10. Externe Beratung
  11. Budget

Der Weg zum Enterprise 2.0: Tipps für Unternehmen: 8. Koordinierung

Eine zentrale Koordinierung aller Web 2.0 Aktivitäten eines Unternehmens ist eine gute Grundlage für deren Erfolg. Oftmals sind die Fachabteilungen O&I (Organisation & Information) in einer zentralen Koordinierungsrolle innerhalb von großen Unternehmen verantwortlich für Software und Intranet. In dieser zentralen Koordinierung müssen die Mission und die Strategie bei diesen neuen Intranetanwendungen 2.0 unternehmensweit strategisch und operativ gesteuert werden.
Wichtig ist dabei, dass die zentrale Web 2.0 Koordinierung auch mit den entsprechenden fachlichen und organisatorischen Verantwortungen ausgestattet ist.

Ein „lebendes“ Beispiel ist der Virtual Evangelist Andrew Reynolds von IBM, der als der Innovationstreiber innerhalb von IBM für web 2.0, Social Networking & Co. verantwortlich ist. Andere Unternehmen bezeichnen solche Schlüsselstellen auch als “Community Manager”, wie z.B.: Ralf Zosel, der sich beim Beck Verlag ganz dem Thema Web 2.0 widmet.
Diese zentralen Koordinierungsstellen müssen, auf dem Weg zum Enterprise 2.0, die Balance zwischen schneller Innovationsentwicklung und traditionellen Strukturen in ihren Unternehmen finden.
Mit einer entsprechenden organisatorischen Vollmacht ausgestattet, bietet die zentrale Koordinierung aller Web 2.0 Aktivitäten in einem Unternehmen die besten Voraussetzungen interne „Machtkämpfe“ unterschiedlicher Abteilungen im Keim zu ersticken.

Die Frage danach, an welcher Stelle im Unternehmen genau diese Funktion ist sinnvollerweise zu etablieren ist, wird immer wichtiger. Hier sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass auch nach außen hin ein Verantwortlicher benötigt wird. Jemand der mit ähnlichen Vollmachten in Bezug auf Social Media Aktivitäten des Unternehmens ausgestattet ist.

Das CIO-Board könnte eine solche Stelle sein. Von hier aus ist der Überblick über ein ganzes Unternehmen sowie der erhoffte Erfolg für eine schnelle Web 2.0 Umsetzung u.U. am größten.

Weiterhin muss sich das Unternehmen an dieser Stelle die Frage nach einem Chief Social Media Officer stellen.

Selbstredend sollte sich die Koordinierungsstelle für das Thema Web 2.0 mehr als verantwortlich fühlen und seiner Aufgabe mit vollem Herzen nachgehen.


Dominik Bernauer


Bernd Schmitz

Die Artikel der Serie im Überblick:

  1. Einführung
  2. Systemverfügbarkeit
  3. Top Down
  4. Unternehmenskultur
  5. Sicherheit
  6. Usability
  7. Integration
  8. Training
  9. Koordinierung
  10. Externe Beratung
  11. Budget

Der Weg zum Enterprise 2.0: Tipps für Unternehmen: 7. Training

Um Web 2.0 in Unternehmen erfolgreich und gewinnbringend zum Einsatz zu bringen, müssen die Mitarbeiter mit den neuen Technologien und Methoden (langsam) vertraut gemacht werden. Schulungsmaßnahmen sind ein sinnvolles Mittel und gehören daher in dieses „Rezeptbuch“ auf dem Weg zum Enterprise 2.0. Training von Anwendungssoftware ist, vor allem in großen Unternehmen, ein wichtiger Bestandteil in der Mitarbeiterqualifizierung.


Die Schulungsquantität ist sehr unterschiedlich, klassische Präsenzveranstaltungen gelten aber seit Jahren als stagnierend. Zwischen 3 und 6 Tagen verbringen Mitarbeiter in der Regel jährlich auf „externen“ Seminaren. Nicht selten sind dies Softwareschulungen zu Anwendungen des täglichen Bedarfs (Word, Excel & Co.).
Weiterhin gibt es relevante IT-Themen, die sogar flächendeckend in Unternehmen als obligatorische Maßnahme geschult werden. So sind z.B. „Zwangsschulungen“, wie im Bereich der IT-Sicherheit, sehr wichtig.

Darüber hinaus existiert eine Reihe von „Wahl“- IT – Themen. Hier entscheiden in der Regel die jeweiligen Vorgesetzten bzw. Kostenstellenverantwortlichen in Absprache mit dem betroffenen Mitarbeiter über den Inhalt der Schulungsmaßnahmen. Meist schlägt der Mitarbeiter eine Schulungsmaßnahme vor und begründet seinen Wunsch mit entsprechenden beruflichen Relevanzen. Diese prüft und genehmigt dann sein Vorgesetzter.

Welche Themen im Bildungskatalog enthalten sind und ob neue Themen in das Bildungsprogramm aufgenommen werden entscheiden meist die Bildungsplaner und O&I Verantwortlichen (Organisation & Information).

Web 2.0 Applikationen gehören natürlich ebenfalls in den Bildungskontext und damit auch in den Bildungskatalog. Je nach Zeitplan und Ausbildungsstand der Mitarbeiterschaft, ist es sinnvoll für bestimmte Web 2.0 Applikationen, die im Unternehmen eingesetzt werden sollen, eine obligatorische Schulungsmaßnahme zu initiieren.
Dies kann auch mit einer webbasierten Onlineschulung, die jeder Mitarbeiter mit einer „kleinen“ Prüfung abschließen könnte, realisiert werden.
Tiefergehende Trainingsangebote für Advanced User und Spezial-Themen bieten den Mitarbeitern dann ein zusätzliches Lern-Angebot.
Sinnvollerweise werden diese dann als Blended-Learnings (Onlineschulung mit Präsenzveranstaltungen) angeboten.
Neben diesen Unternehmensangeboten zu Trainings lernen die Mitarbeiter weiterhin über das Selbststudium am Arbeitsplatz sowie über die „Kollegenhilfe“.

Hier bieten sich z.B. folgende Unternehmensmaßnahmen sinnvoll an.

  • In einer Einführungsphase könnten die Nutzer einen Onlinetutor, via einem „Hilfebutton“, für einen Support-Service erreichen.
  • Training on the job: Eine effiziente Methode, um schnell und einfach eine „jobbegleitende“ Lernmaßnahme ins Leben zu rufen.
  • Nach einer gewissen Einführungsphase kann das Unternehmen davon ausgehen, dass ein Großteil der Benutzer die Grundlagen im Umgang mit dem System kennt.

Die Web 2.0 Durchdringung, als eine Angabe, wie weit ein Unternehmen im Bereich Enterprise 2.0 schon fortgeschritten ist, könnte durch den letzten Punkt ausgedrückt werden.
Stellt man z.B. die Mitarbeiter im Unternehmen, die die Web 2.0 Tools bereits nutzen ins Verhältnis zur Anzahl der gesamten Mitarbeiter, entstünde eine Kennzahl (KPI), die angibt wie weit fortgeschritten ein Unternehmen auf dem Weg zum Enterprise 2.0 bereits ist.

Ein Schulungsprogramm, um den Mitarbeitern die Web 2.0 – Anwendungen zu erklären, ist eine Erfolgsgrundlage und müsste als Lernziel die Vorteile beim Einsatz dieser neuen Webtools für die tägliche Arbeit demonstrieren.


Dominik Bernauer


Bernd Schmitz

Die Artikel der Serie im Überblick:

  1. Einführung
  2. Systemverfügbarkeit
  3. Top Down
  4. Unternehmenskultur
  5. Sicherheit
  6. Usability
  7. Integration
  8. Training
  9. Koordinierung
  10. Externe Beratung
  11. Budget

Projektarbeit Social Gaming

Daniel Kopp hat dieses Semester bei Bernd Schmitz eine Projektarbeit zum Thema Social Gaming geschrieben.

Daniel erstellt darin zunächst einmal eine Definition von Social Gaming.
Weiterhin beleuchtet er, welche Social Games es gibt und beleuchtet Social Gaming anschließend am Beispiel von Zynga (Famville, Mafia Wars & Co.)

Für alle die sich mit der Branche beschäftigen sicherlich eine interessante Lektüre.
Das 8-Seiten PDF gibt es hier zum Download!

Viel Spaß dabei!

Der Weg zum Enterprise 2.0: Tipps für Unternehmen: 6. Integration

Werden die unterschiedlichsten Web 2.0 Anwendungen in Unternehmen integriert, geschieht dies meist an zentraler Stelle im Intranet.

Abgeschottet vom WWW durch Proxy- und Firewallserver. Allerdings sollten die bestehenden IT-Anwendungen, die bisher die Büroarbeitswelt in den Unternehmen geprägt haben, in die neuen Möglichkeiten integriert sein. Um eine hohe Akzeptanz zu erreichen, sollten die bestehenden Anwendungen mit den neuen verschmelzen oder die bestehenden Anwendungen sollten um Web 2.0 – Features ergänzt werden. So ist auch eine schleichende Web 2.0 Integration möglich.

Beispielsweise ist durch den Umstieg von IBM Notes 6.5 (bei den meisten notesbasierten Unternehmen noch heute der Standard) auf die neue 8.0 Umgebung schon damit verbunden, dass ein RSS-Reader integriert ist und in Verbindung mit dem neuen Sametime, die Funktionalitäten für Unified Communications gegeben sind. Dass alle Softwarelieferanten von Büroapplikationen in ihren aktuellen Updates mittlerweile Web 2.0 Funktionen integrieren, scheint State-of-the-art zu sein.
Beispiele hierfür sind Mindmapping Tools oder CMS-Systeme für Intranetanwendungen, die sich mit Ajax-Technologien dem Web 2.0 annähern. Dies bietet einen integrativen Ansatz in der Umstellung und auf dem Weg zum Enterprise 2.0.
Die konsequente Nutzung von RSS, Weblogs und Wikis, sowie die großen Kollaborationsssteme wie Sharepoint, Quickr müssen auf die Mitarbeiter, wie in die bestehende Systemlandschaft integriert wirken. Sind sie losgelöst voneinander und als “Web-Stand-Alone” Portale konfiguriert, ist dies für die User abschreckend:

- „schon wieder ein neues System“.

Eine Integration beginnt bei der unternehmensweiten Single-Sign-In Passwortanmeldung.

Optimalerweise bestehen weiterhin Möglichkeiten individuelle Mashups zu konfigurieren, um auf seiner persönlichen Startseite im Intranet, alle persönlichen Web 2.0-Systeme im Überblick zu haben.

Weitere Blogs, die sich mit der Thematik Intranet 2.0, Enterprise 2.0 und Integration  beschäftigen sind z.B.:

http://www.frogpond.de/

http://www.besser20.de/

http://informationsmanagement20.blogspot.com/

Auf letzterem sind noch zwei weitere gute Slideshare Präsentationen zu diesen Themen verlinkt:

http://www.slideshare.net/Unic/zoom-days-enterprise20-web

http://www.slideshare.net/besser20/intranet-20-evolution-from-content-management-or-revolution-by-social-software-2540228


Dominik Bernauer


Bernd Schmitz

Die Artikel der Serie im Überblick:

  1. Einführung
  2. Systemverfügbarkeit
  3. Top Down
  4. Unternehmenskultur
  5. Sicherheit
  6. Usability
  7. Integration
  8. Training
  9. Koordinierung
  10. Externe Beratung
  11. Budget

Der Weg zum Enterprise 2.0: Tipps für Unternehmen: 2. Top Down

… ist Pflicht!

Mitarbeiter, v.a. in großen Unternehmen, nehmen Ihre Tätigkeiten oftmals als „sehr bürokratisch“ wahr. Daher wird, bedingt durch aufwendige Strukturen und komplexe Prozesse, mehr Arbeitszeit mit verwaltenden Aufgaben verbracht, als wirklich produktiv zu sein. Beispielsweise muss der Mitarbeiter, der einen Kunden besuchen will und nur 10 Minuten Fahrzeit benötigt, zur vorgelagerten Reisebeantragung und der abschließenden Reisekostenabrechnung mindestens die dreifache Zeit für den „Verwaltungsteil“ kalkulieren.

Die meisten Abteilungen behaupten personell unterbesetzt zu sein. Die komplexen Prozesse und Strukturen lassen kaum Zeit für neue strategische Projekte. Ganz zu schweigen davon bestehende Prozesse zu optimieren und damit auch andere Arbeitsmethoden einzusetzen. Das operative Tagesgeschäft ist meist so dominant, dass die Einführung von Prozessverbesserungen mit viel „Überredungsarbeit“ verbunden ist.

„Never change a running system“ heißt hier oft die Verteidigungsstrategie der betroffenen Mitarbeiter. So werden jedes Jahr zu Weihnachten wieder die Excel Listen zur Grußkartenversandaktion von einzelnen Mitarbeitern der Reihe nach manuell bearbeitet. Mit dem Effekt, dass verschiedene Bearbeitungsversionen der einen Liste entstehen und beim Synchronisieren der Datentabellen immer wieder Fehler auftreten.

Und dieselben Mitarbeiter sollen dann auf „Kommando“ mit neuen, ihnen vollkommen unbekannten, Web 2.0 Applikationen arbeiten? Projektergebnisse in Weblogs erfassen, Beiträge kommentieren, kollaborativ in Wikis ihr Wissen speichern und mit RSS-Feed Aggregatoren umgehen?
Auch wenn den Menschen die Vorteile nach einer Schulung (s. später Kapitel 7: Training) einleuchten, es bedeutet für jeden eine Umstellung alter Gewohnheiten und das Erlernen von neuen Anwendungssystemen. Weitere Schnittstellen und neue Systeme müssen erlernt und genutzt werden. Im normalen Arbeitsumfeld wird täglich mit verschiedenen Systemen gearbeitet: Diverse Datenbanken, SAP, BW-Analyse, Siebel-CRM, diverse Webapplikationen mit unterschiedlichen GUI, oft mehr als zehn unterschiedliche Anwendungssysteme. Da ist das Interesse für weitere Anwendungen natürlich nicht besonders groß.

Aber wie lassen sich weitere Systeme so positionieren, dass die Akzeptanz bei den Mitarbeitern gegeben ist und diese Systeme auch intensiv genutzt werden?
Wie können die Mitarbeiter überzeugt werden es mal zu probieren, um die Vorteile „am eigenen Leib zu erleben“?

Um diese Herausforderung zu meistern ist eine Top-Down Strategie empfehlenswert. Der CIO sowie das Top-Management sollten hier mit gutem Beispiel vorangehen und diese Web 2.0-Systeme intensiv nutzen. Anschließend muss die Welle kaskadenförmig in die unteren Führungsebenen weitergetragen werden. Hierdurch lassen sich „Leuchttürme“ des Erfolgs bilden, die positiv auf die skeptischen Kollegen abstrahlen können.

In größeren Arbeitsgruppen müssen Personen, mit einer Affinität zu „innovativen“ Web 2.0-Tools identifiziert werden um eine Best Practice zu etablieren. Diese sollten als Multiplikatoren gewonnen werden. Wenn diese Menschen durch den Einsatz von Web 2.0 effizienter arbeiten und Vorteile bzw. Mehrwert demonstrieren können, werden sie mit den Skeptikern reden und diese motivieren solche Tools ebenfalls zu testen.
Mit solchen einfachen Maßnahmen ist die Einführung von neuen Webtools in allen Bereichen schleichend möglich.

Als vor 15 Jahren die ersten Büroarbeitsplätze mit Computer und E-Mail-Funktionalität ausgestattet wurden, waren noch viele Kollegen sehr skeptisch und beharrten auf das Telefax, als Medium mit langfristiger Zukunft. Mittlerweile ist das Vergangenheit und keiner kann sich vorstellen wie man früher ohne Computer im Büroumfeld arbeiten konnte. Und wie sieht es morgen aus? Anwendungen wie Etherpad, Zoho oder Google Wave machen Echtzeit Zusammenarbeit möglich und erfordern wieder ein Umdenken!

Viele Unternehmen, vom Start-Up über den Mittelstand bis hin zu Weltkonzernen, nutzen heute interne Wikis oder Corporate Blogs, die einst auf Initiative einzelner Mitarbeiter als sog. U-Boot Projekte gestartet sind. Es würde sie schlichtweg nicht geben, wenn nicht einzelne den Mut gehabt hätte die Dinge anzupacken. Und vermutlich würde es sie auch nicht geben, wenn nicht der ein oder andere Vorgesetzte auch mal ein Auge zugedrückt oder optimalerweise selbst mit angepackt hätte.

Heute kann man den Mitarbeitern Sicherheit geben und derartige Initiativen erleichtern indem man Social Media Guidelines (oder Policies) erstellt, die genau definieren, was ein Mitarbeiter (v.a. nach außen) in Zusammenhang mit dem eigenen Unternehmen tun und äußern darf und was nicht.

Trotzdem muss diese Sicherheit durch das Mittlere- und Top-Management unterstützt werden. Erst wenn die Akzeptanz von Web 2.0 im Unternehmen durch Vorbilder gefestigt wird, kann nach und nach auch ein Anpassungsprozess der Unternehmenskultur stattfinden. (s. demnächst Tipp Nr. 3: Unternehmenskultur)

Eine Liste mit Social Media Policies von mehr als 100 Unternehmen weltweit findet sich hier:

http://socialmediagovernance.com/policies.php

Weitere Quelle mit vielen Tipps zu möglichen Guidelines mit vielen weiteren Querverweisen finden sich u.a. hier:

http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/?p=351

http://cluetrainpr.de/index.php/moses-der-leviathan-und-die-social-media-guidelines/

http://www.community-management.de/2009/05/ein-plaedoyer-fuer-social-media-guidelines-in-unternehmen/

Dominik Bernauer


Bernd Schmitz

Der Weg zum Enterprise 2.0: Tipps für Unternehmen: 1. Systemverfügbarkeit

Eine Verwendung von Web 2.0 Anwendungen in der täglichen Arbeit in großen Unternehmen setzt voraus, dass solche Systeme für alle Mitarbeiter verfügbar sind. Sinnvollerweise sollten diese im bzw. über das Intranet nutzbar sein. Sind einzelne Systeme im Extranet (=WWW) (meist eher die Ausnahme), so spielen die Einstellungen der Firewall und des Proxyservers eine relevante Rolle, damit alle Funktionen der Anwendungen auch nutzbar sind.

Ein Bestandteil von Enterprise 2.0 sind soziale Netzwerke. Damit können Mitarbeiter sich mit einem persönlichen Profil vorstellen, mit anderen Mitarbeitern (Kontakten) vernetzen und in Gruppen „organisieren“. Um eine gute Akzeptanz unter den Nutzern zu bewirken sollten auch privat-soziale Aspekte in der Datenprofilierung möglich sein.
Beispielsweise kann die Angabe von einem Hobby auch ein Ansatzpunkt für eine Diskussion mit Kollegen sein. Das sich Mitarbeiter auch schon Heute während Ihrer Arbeitszeit über private Themen unterhalten ist logisch und bekannt. So lange aber die Arbeitsziele erreicht werden, ist die „private“ Kommunikation eine Form der Höflichkeit und unterstützt das gute (Kommunikations-) Klima.

Ein weiteres Ziel  solcher Netzwerke ist die einfache Erfassung von Zuständigkeiten und Inhalten. Ein gutes Beispiel für ein umfangreiches Profil bieten Xing oder LinkedIn.

Aber Vorsicht: Ein Profil wie Xing oder LinkedIn es bieten, ist meist nicht das, was Unternehmensintern zum gewünschten Erfolg führt.

[ Siehe hierzu den Post von Frank Wolf auf www.besser20.de : "Soziale Netzwerke im Unternehmen: Warum XING das falsche Vorbild ist“ ! ]
Die Liste der möglichen weiteren Anwendungen ist lang. Jede von ihnen hat bestimmte Vor- und Nachteile und muss an das Unternehmen, dessen Größe und Branche angepasst werden:

  • Forum
  • Wiki
  • Weblog
  • Mikroblogging (z.B. Twitter)
  • Social Bookmarking
  • Tagging
  • Social Networking
  • Virtuelle Welten (z.B. Second Life)
  • Geopositioning
  • Slidesharing
  • Podcasting / Videocasting
  • Videostreaming
  • virtuelle Konferenzen
  • RSS-Feed
  • Mashups

Und wenn man folgende Grafik von Fred Cavazza betrachtet wird klar, dass die Auswahl von (sinnvollen) Tools durchaus komplex ist. Sie ist nicht im „vorbeigehen“ möglich, sondern erfordert und setzt voraus, dass da jemand im Unternehmen ist, der sich mit der Materie Web 2.0 auskennt und regelmäßig aktiv beschäftigt.

von Fred Cavazza

Social Media Landscape von Fred Cavazza

Je nach Unternehmen sollten solche Systeme bereit stehen. Da es für die meisten dieser Anwendungen Open Source Produkte gibt, ist hier nicht zwangsläufig mit hohen Investitionskosten zu rechnen.
Nennenswert sind bei den Kosten eher der (Applikations-) Service sowie das –Hosting. Bei der Dimensionierung können die (meist skalierbaren) Systeme in einer „schmalen“ Startkonfiguration installiert werden. Wichtig ist aber, dass die Systeme vor dem eigentlichen Start / Rollout vollständig nutzbar sind!

Dominik Bernauer

Bernd Schmitz

Der Weg zum Enterprise 2.0: Tipps für Unternehmen

Die folgende 10-teilige Reihe beschäftigt sich mit der Frage, welche Grundvoraussetzungen heute in Unternehmen wichtig sind, um den Weg zum sog. Enterprise 2.0 zu gehen.

Was genau Enterprise 2.0 bedeutet ist bei Wikipedia folgendermaßen beschrieben und dient dieser Serie als begriffliche Grundlage:

„Enterprise 2.0 bezeichnet den Einsatz von Sozialer Software zur Projektkoordination, zum Wissensmanagement und zur Innen- und Außenkommunikation in Unternehmen. Diese Werkzeuge fördern den freien Wissensaustausch unter den Mitarbeitern, sie erfordern ihn aber auch, um sinnvoll zu funktionieren. Der Begriff umfasst daher nicht nur die Tools selbst, sondern auch eine Tendenz der Unternehmenskultur – weg von der hierarchischen, zentralen Steuerung und hin zur autonomen Selbststeuerung von Teams, die von Managern eher moderiert als geführt werden.“

Inhalt der Reihe

Inhalt der Reihe

Die Serie ist in ähnlicher Form bereits hier auf dem Multimediablog erschienen. Wer also das Gefühl eines Déjà-vus haben sollte, liegt nicht ganz falsch.
Allerdings sind alle Artikel noch mal überarbeitet und in eine andere Reihenfolge gebracht worden. Weiterhin finden sich viele neue interessante Verlinkungen zu anderen Blogs, Studien und Tools, die im Laufe der Serie Erwähnung finden.

Wir hoffen damit möglichst vielen Unternehmen eine Hilfestellung auf dem Weg zum Enterprise 2.0 bieten zu können und freuen uns über Kommentare und Erfahrungsberichte!

Viel Spaß beim Lesen!

Die Artikel der Serie im Überblick:

  1. Systemverfügbarkeit
  2. Top Down
  3. Unternehmenskultur
  4. Sicherheit
  5. Usability
  6. Integration
  7. Training
  8. Koordinierung
  9. Externe Beratung
  10. Budget

Dominik Bernauer

Bernd Schmitz