
Gute Usability fördert Akzeptanz
Es ist eigentlich selbstverständlich, dass jede Software über eine gute Usability verfügen sollte.
Allerdings stellt man immer wieder fest, dass viele Anwendungen noch weit von “Benutzerfreundlichkeit” entfernt sind. Beim Roll-out neuer Anwendungssysteme stehen der Zeit- und Kostendruck immer konträr zur Optimierung der Usability.
Echte Usabilityforschung (z.B. mit Eyetracking) ist eher selten im Umfeld des Software -Engineerings. Bei den meisten Softwareanwendungen, die in großen Unternehmen eingesetzt werden, sind (zumindest beim Customizing) eigene, unternehmensinterne Abteilungen (meist die O&I = Organisation & Information) steuernd beteiligt. Diese wiederum unterliegen oft einem verstärkten Kostenzwang – auf diese Weise schließt sich ein Teufelskreis.
Bei den meisten DAX-Unternehmen kommen offizielle Softwareupdates von Standardanwendungen meist erst mit einer Verzögerung von 2 – 3 Jahren an. Dies liegt zum Einen an den komplexen Unternehmensstrukturen und den Abhängigkeiten verschiedener Applikationen untereinander. Zum Anderen sind die Updatekosten, gemessen an den Effizienzsteigerungen, für tausende Mitarbeiter nicht unerheblich.
Somit werden Usability-steigernde Updates möglichst weit hinausgezögert.
Sollen komplett neue Anwendungssysteme, wie z. B. Web 2.0 – Tools in das Unternehmen integriert werden, so ist es wichtig auf hohe Usability-Standards zu achten.
Dazu gehört z. B. ein möglichst einfacher Anmeldeprozess für die Applikationen. Dies bedeutet ein automatisiertes, einfaches Personalisieren der entsprechenden Site, so dass der Nutzer sich vor der eigentlichen Dateneingabe nicht umständlich verifizieren muss. Auch aus Sicherheitsgründen ist dies sinnvoll, da bei geschäftskritischen Anwendungen das entsprechende Nutzerpasswort in der Regel monatlich geändert werden muss.
Häufig zeichnen sich moderne Web 2.0 Anwendungen dadurch aus, dass mittels AJAX die Eingabeprozesse einfacher und schneller möglich sind. Bisher haben AJAX-Anwendungen bei großen Unternehmen leider noch keine große Relevanz. Das liegt auch häufig daran, dass die Updates der neusten Programme um die o.g. 2 – 3 Jahre verzögert sind.

Durch gute Usability in Kombination mit Top Down Führung und einer entsprechenden Unternehmenskultur wird Enterprise 2.0 möglich
Um die Benutzer in den Unternehmen zu einer intensiven Mitarbeit bei den neuen Web 2.0 Applikationen zu motivieren, ist eine sehr einfache Usability eine grundlegende Voraussetzung.
Auch hier schließt sich wieder ein Kreis: In den Teilen „2. Top Down“ und „3. Unternehmenskultur“, ging es u.a. darum, wie man Web 2.0 Tools im Unternehmen auf Mitarbeiterseite implementiert.
Fazit war schon in diesen beiden Teilen: Ohne die nötige Unterstützung, Offenheit und Akzeptanz bei Management und übrigen Mitarbeitern – kein Enterprise 2.0 !
Nur durch positive User Experience aufgrund guter Usability lässt sich Akzeptanz schaffen!

Dominik Bernauer

Bernd Schmitz
Die Artikel der Serie im Überblick:
- Einführung
- Systemverfügbarkeit
- Top Down
- Unternehmenskultur
- Sicherheit
- Usability
- Integration
- Training
- Koordinierung
- Externe Beratung
- Budget