Erste Eindrücke von Google Wave
Vor drei Tagen hat Google mich überraschenderweise zur Google Wave Preview eingeladen. Plötzlich, früh morgens um 5:36 Uhr hatte ich den Invite im Postkasten.
Seit dem beschäftige ich mich eingehender mit Wave. Was vorher nur über Videos zu sehen und meist schlecht zu erkennen war, kann ich seit dem selbst testen.
Dies soll Anlass genug sein, hier mal ein paar erste Eindrücke festzuhalten:
- Invites - Man liest immer wieder die Einladungen, die man verschicken kann würden lange brauchen. Manche sprechen von einer Woche, manche von bis zu 4 Wochen. Als Grund dafür wird immer wieder die Auslastung der Server angegeben. (siehe auch weiter unten: Performance)
- Vieles in Wave funktioniert noch nicht oder nur hakelig (eine Preview eben).
Dazu gehören “Bugs” wie etwa, dass public Waves, die man sich NUR angeguckt hat, in der eigenen Inbox landen. Das führt automatisch zu großer Unübersichtlichkeit. Weiterhin funktioniert dann der Drag & Drop auf den Trash nicht immer zuverlässig bzw. oft nur mit deutlicher zeitlicher Verzögerung.
- Die User testen viel aus. Die wenigsten wissen zum aktuellen Zeitpunkt schon wirklich, was sie tun.
- Browserkompatibilitäten spielen eine große Rolle. Chrome auf PC macht bisher den zuverlässigsten Eindruck. Während Mac und Safari wohl einige Fragen offen lässt (Drag & Drop z.B.). Wie Wave sich auf iPhone und / oder anderen Mobiles macht, habe ich noch nicht testen können. Tatsächlich soll es über iPhone und Nokia N900 wohl aber funktionieren. Über das G1 berichten bereits einige User würde es gar nicht funktionieren.
- Die Performance lässt teilweise wirklich zu wünschen über. Vor allem große Waves mit vielen Teilnehmern und Inhalten benötigen mitunter lange Ladezeiten.
- Die Benutzung von Robots, Gadgets und Applications läuft ebenfalls nicht rund. Viele der Angebotenen Gadgets (wie z.B. Video- oder Chatkonferenzen) funktionieren derzeit nicht.
- Es existieren bereits viele öffentliche (deutsche) Waves, in denen sich User zusammengefunden haben um Tests durchzuführen oder einfach untereinander zu connecten. Zu finden sind diese z.B. über den Suchbefehl “with:public lang:de”. Hierunter finden sich auch einige (teilweise nicht mehr öffentliche Waves) die sich mit Anleitungen in Form von eigenen / deutschen FAQs beschäftigen.
- Wichtig bei Suchbefehlen: Man kann Suchanfragen speichern. Auf diese Weise muss man die Syntax nicht immer wieder eingeben. Gespeicherte Suchvorgänge finden sich dann in der Navigation unter “Searches”.
- Es existiert bisher kein wirklicher Notifier. Alle Infos müssen per Pull-Verfahren vom User abgeholt werden. Es gibt keinen Sound oder ein Pop-Up. Ein Entwickler scheint sich aber bereits die Mühe gemacht zu haben ein experimental Firefox Add-On zu schreiben. Bei mir funktionierte dieses allerdings nicht.
- Die Anwendungsmöglichkeiten für Wave sind vielfältigst. Chatten, zusammen Arbeiten, Artikel schreiben (ähnlich zu Wikis oder Blogs), Informationen teilen (ähnlich zu Social Bookmarking), Reiserouten oder Events planen, spielen, …, die Liste ist Ellenlang. Hier ist Kreativtät gefragt.
- Einerseits macht waven nur dann richtig Spaß, wenn man Leute zum waven hat!
- Fakt ist jedoch andererseits: Je mehr User in einer Wave miteinander kommunizieren, desto unübersichtlicher wird es. Viele User und Blogger sprechen ja hier bereits vom Information Overload. Diesen sehe ich eigentlich nicht. Da halte ich es eher wie Marcel Weis von Netzwertig, der schreibt:
“(…) Es gibt keinen durch das Internet erzeugten Information-Overload. Nur ein Versagen der Filter. (…) Niemand geht heute in die nächstgelegene Bibliothek und stöhnt ob der Tatsache auf, dass man nie alle dort verfügbaren Bücher wird lesen können.
Warum?
Weil wir mit dieser Tatsache aufgewachsen sind. (…)”
- Es existieren im Web natürlich bereits einige gute Hilfestellungen für den Start mit Google Wave. Mashable bietet dabei meiner Meinung nach bisher die beste zusammenhängende Sammlung an Artikeln.
- Von Google selbst gibt es natürlich auch viele Seiten zum Thema. Unter anderem eine, auf der Produktideen gepostet und bewertet werden können. Darunter fallen auch Ideen, wie die Integration von GMail in die Wave. Bisher können nämlich Mails nur über den klassischen Weg bei GMail abgerufen werden. Auffällig ist auch, dass Mails die man an die GWave Adresse schickt (z.B. vorname.nachname@googlewave.com) anscheinend ins leere laufen. (Sie werden aber auch nicht zurückgeschickt!)
- Eine weitere gute Einführung in Form einer Präsentation stammt von Alexander Benker, Mitgründer des Wavetanks.
Für alle, die bereits glückliche Wave Tester sind, habe ich übrigens eine Wave geöffnet, in der zum Einen dieser Text zu finden ist, die aber zum Anderen zum Testen genutzt werden soll!
Happy Waving!


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