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Kununu.de – Das Bewertungsportal für Arbeitgeber

Bewertungsportale sind ein fester Bestandteil im Web 2.0. Die authentischen und ungefilterten Meinungen von Menschen interessieren Internetnutzer in den verschiedensten Lebenslagen die etwas kaufen, lieben oder sich verändern wollen. Wer einen Liebespartner überprüfen will, kann dies bei dontdatehimgirl.com versuchen. Beim Einkaufen von Büchern und Elektronik bietet Amazon umfangreiche Bewertungsinformationen. Wer eine Bar, Hotel, Arzt oder Restaurant bewertet, kann dies bei Qype.de für die Öffentlichkeit dokumentieren. Will man seine Wohngegend / böse Nachbarn bewerten so kann dies in bei rottenneighbor speichern. Die Liste ist mittlerweile endlos und für alle Lebenslagen findet sich ein Forum oder Portal. Übrigens wurden einzelne Usermeinungen schon vor der offiziellen Geburt des Begriffs “Web 2.0″ in Gruppen und Foren langatmig und intensiv mit persönlichen Bewertungen/Meinungen ausgetauscht und diskutiert. Persönliche Empfehlungen und Mund-zu-Mund-Werbung sind je nach Produkt bis zu 70 % Entscheidungsrelevant. Das haben viele Studien belegt!

Seit über einem Jahr hat die Bewertungsplattform kununu.de sich auf das Thema Arbeitgeber positioniert.

Als ich vor einer Woche ein Posting zum Thema Titelfoto Kununu.de vs Monster.de erstellte, habe ich einen etwas merkwürdigen Kommentar erhalten. Zitat:

HILFUS:

Ich finde das Portal absolut unseriös. Der Grundgedanke ist o.k., aber technisch ist es einfach unmöglich menschliches Versagen auszuschliessen! Ich habe ein paar Beispiele gefunden die in der Bewertung absolut unrealistisch sein müssen und eher nach Hetze von einigen ehemailgen MitarbeiterInnen aussehen oder gezielter Diffamierung durch den Wettbewerb. Ich selbst konnte eine Firma mit 7 unterschiedlichen Mailadressen bewerten ohne das dies durch eine angeblich mögliche Prüfung der IP-Adresse auffiel. Die Aufforderung zur anonymen Meinungsäußerung, egal ob positiv/negativ, ist menschlich unterste Schublade. Wenn ich ein Problem mit meiner Chefin habe, dann gehe ich hin und rede mit ihr. Wenn ich etwas supercool finde ebenso. Das auf kununu hauptsächlich frustrierte ihren Dampf ablassen war ja vorher zu sehen. Als Arbeitgeber hätte ich auf jeden Fall absolut kein Interesse mich mit einem “Anonymen” auf diese Art der “modernen” Kommunikation einzulassen.

 

Der Kommentar hatte war zwar mit dem ursprünglichen Posting (das ein Bild doppelt zu finden war) nicht zu tun. Aber er hat mich angeregt diesen Beitrag zu verfassen. Und möchte auch motivieren das ein weiterer Dialog hier stattfindet und weitere Meinungen kommentiert werden.

Bei kununu.de sind zwei unterschiedlichen Seiten zu betrachten A) der Mitarbeiter und B) die Unternehmen

A) Wer mit seinem Arbeitgeber unzufrieden ist, konnte sich bisher nur in der Eckkneipe und unter seinen Freunden darüber auslassen. Sicherlich haben auch heutzutage Betriebsräte und Vertrauensleute immer wieder Gespräche zu Mobbing, Unzufriedenheit, Unter – und Überforderung und sind i.d.R. auch die erste Anlaufstelle. Das ist auch gut so. Allerdings kenne ich aus meiner Vergangenheit (kleinere) Unternehmen bei denen ein Inhaber – wie ein Patriarch – seine Mitarbeiter ausschließlich ungerecht behandelt hat. Das Ergebnis war eine hohe Fluktuation. Da es aber immer wieder “unwissende” neue Bewerber gab – hat sich diese Ungerechtigkeit nie geändert. Hätte damals ein (ungerecht behandelter) Mitarbeiter dieser Firma die neuen Bewerber warnen können, wäre der Inhaber irgendwann vielleicht zu einer Veränderung genötigt gewesen.

Im anderen Extrem sind Mitarbeiter auch oft motiviert als Markenbotschafter den eigenen Arbeitgeber zu empfehlen. Aus Überzeugung und auch um neue Kollegen zu gewinnen. Gerade in meinem aktuellen Arbeitsumfeld bei Bayer höre ich oft den Stolz (Bayer-Spirit) aus den persönlichen Erzählungen. Es sind viele kleine aber auch große Erlebnisse, die diese Bayerkollegen gerne an Freunde und Interessierte weitergeben. Immerhin ist der Arbeitgeber – zeitlich gesehen – ein wichtiger Bestandteil des Lebens. Jeden Tag 8 Stunden und im Geiste noch darüber hinaus. Motivierte Mitarbeiter sind – mehr oder weniger – mit ihrem Unternehmen (auch emotional) verbunden.

B) Das aktuelle und ehemalige Mitarbeiter über das eigene Unternehmen sprechen ist schon immer bekannt. Das (die meisten) Unternehmen daran interessiert sind, ein gutes Arbeitsklima und gute Arbeitsbedingungen zu bieten hängt schon damit zusammen, das Human-Capital sehr wertvoll ist. Fluktuation ist sehr teuer. Neue Mitarbeiter zu finden ist in Zeiten des “War for Talents” keine einfaches Unterfangen. Bei Analysen ist die Sourcing-Quelle vom Typ “Mitarbeiterempfehlung” immer unter den wichtigsten 3 Rekrutingquellen gerankt, neben Onlinemaßnahmen und Employer-Branding (Image). 

In diesem Fall ist es einfacher in einem offenen Portal den Dialog zu suchen, denn unterbinden lassen sich persönliche Meinungsäußerungen in Web 2.0 nun mal nicht.

Und nun zum Dialog mit “scheinbar” unseriösen oder überzogenen Bewertungen. Kununu.de hat (nicht zu letzt auch auf meinen Wunsch hin) die Möglichkeit geschaffen, innerhalb der Bewertungsseiten offizielle Unternehmensstellungnahmen zu hinterlassen. Wenn objektiv falsche Tatsachen von anonymen Arbeitnehmern auftauchen, werden diese vom Admin gelöscht. Bei persönlichen Meinungen können Unternehmen antworten. Selbstbewusste Unternehmen sollten den Dialog auch nicht scheuen. Selbst wenn es “weh” tut. Mit Wasser kochen alle….

Ich hoffe noch in Zukunft auf eine Erweiterung der Bewertungsoptionen durch ein Uservoting. So wie bei Qype.de oder Amazon.de. Bsp: “Diese Bewertung zu einem Arbeitgeber war hilfreich” und oder Sternchen durch andere User. Damit können, bei genügend vielen Bewertungen und Votings zu Bewertungen ein objektives Meinungsbild erzeugt werden.

Und wenn ein Arbeitgeber dabei immer noch schlecht wegkommt, dann muss er entweder etwas Grundlegendes ändern oder mit dem schlechten Image Leben.

Ich bin der sicheren Überzeugung, so wie auch viele andere Kollegen aus der Personalbranche, das Arbeitgeberbewertungsplattformen eine sichere und große Zukunft vor sich haben. Kununu.de ist auf dem besten Weg hier “wie Amazon unter den E-Commerce-Anbietern” die erste Wahl unter den Arbeitgeberbewertungsportralen zu werden.

—-noch ein weiterer Punkt—-

Das in der Regel angeblich ein negatives Erlebnis ca. 10 x öfters kommuniziert wird als ein positives, liegt scheinbar in der Natur der Menschen. Wir sind halt so. Um so mehr müssten sich die Unternehmen anstrengen positive Arbeitgeber zu sein. 

Auch wenn der Vergleich etwas hinkt: Seit dem Sommersemester 2006 fordere ich alle meine Studenten mehrfach auf, bei meinprof.de mich ”anonymen” zu Bewerten. Obwohl dies bisher über 250 Studenten waren, konnte ich nur 67 Bewertungen registrieren. Ich kenne Dozentenkollegen, für die meinprof.de eher peinlich ist. Durchweg negative und wütende Meinungen. Die haben aber niemals Ihre Studenten um eine Bewertung gebeten. Interessanterweise ist aber die Anzahl der negativen Bewertung überall geringer als meine (positiven) Bewertungen. Somit ist der wütende Student nicht unbedingt motiviert seine Mißmut auszulassen. Das unterstützt auch meine Wahrnehmung bei Bewertungsplattformen.

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