Arbeitssuche 2.0 in Social Media
Von der Stellenanzeige hin zur Bewerbereinladung. Ein Trend der sich scheinbar durch den Einsatz von Social Media mehr und mehr entwickelt.
Erhielten bisher die Arbeitgeber bei der Suche nach neuen Mitarbeitern, bei dem “Überangebot” an suchenden Arbeitnehmern, nur aufgrund einer “Stellenanzeige” eine ausreichende Anzahl an Bewerbungen, so zeichnet sich langsam aber sichtbar ein neuer Trend ab. Aus der Studie Grünbuch „Angesichts des demografischen Wandels – eine neue Solidarität zwischen den Generationen“ wurde 2005 folgende Entwicklung prognostiziert:

Dieselben Entwicklungen lassen sich auch in der folgenden Animation des Statistischen Bundesamtes visualisieren. Hier als kurzer Screencast/ Film:
Spannend ist dabei die Entwicklung des “War for Talents“. Wie wird sich dieses Thema in den nächsten Jahren fortsetzten? Welche neue Wege bieten sich den arbeitssuchenden, immer weniger werdenden, Menschen im Internet an? Die Experten sind sich einig, dass die klassische Stellenanzeige in Zukunft nicht mehr die effizienteste Methode sein wird, neue Mitarbeiter zu rekrutieren.
Viele Bewerber nutzen zur Jobsuche und zur Informationsrecherche zu einem möglichen neuen Arbeitgeber das Internet. Auch Web 2.0 Anwendungen wie Social Networks haben derzeit enorme Steigerungsraten. Vor nur 5 Jahren waren die Tageszeitungen voll mit Stellenanzeigen, heute dienen diese wohl mehr dem Branding und dem Image, und weniger für echtes Rekruting.
Social Networks wie Xing.com oder Linkedin.com bieten sich an um einen neuen Arbeitgeber zu finden.
Bei Linkedin läuft eine Umfrage zum Thema Arbeitssuche:

Innerhalb von 7 Tagen haben bis heute 8169 Personen an der Umfrage zur Jobfrage (Has LinkedIn helped you find a job?) teilgenommen. Immerhin bejahten dies in der Summe 17 % der Befragten. 2% mit der Linkedin eigenen Stellenbörse, 7 % über ihre eigenen Netzwerke und 8 % wurden von Rekrutern/Headhuntern aktiv angesprochen. Auch wenn 38 % der Befragten angeben, dass Sie nicht auf der Suche nach einem neuen Job waren, diese Personen könnten irgendwann mal ein interessantes Angebot finden und dann über einen Wechsel nachdenken.
Bei Xing basiert ebenfalls ein großer Teil des Geschäftsmodells auf der Jobsuche und Vermittlung. In vielen Unternehmen ist Xing allerdings gefürchtet, denn nahezu alle Headhunter nutzen die umfangreichen Such- und Recherchemöglichkeiten, um die besten Mitarbeiter für das Abwerben zum Wettbewerb anzusprechen. Allerdings bietet es auch die Möglichkeit, daß es in eigenem Unternehmen als ein Prüf-Tool genutzt werden kann. Fast alle aktiven Xing-User benutzen das Feld “Ich suche” im Bedarfsfall. Nämlich dann, wenn man mit der aktuellen Arbeitsstelle unzufrieden ist. Eine Eintrag wie Bsp.: “suche neue Herausforderungen” ist ein Wink mit dem “Zaunpfahl” für Rekruter (und ein Alarmsignal für den eigenen Betrieb). So verwende ich diese Suchephrase gerne auch um bei den Kollegen des eigenen Unternehmens zu recherchieren. Immer spannend wer scheinbar neue Aufgaben/Herausforderungen sich und weg will…
Die Suche in Xing mit folgenden Merkmalen “Bayer”, “Leverkusen”, “Herausforderungen” liefert in der Summe am 18.3.2009 exakt 90 Ergebnisse. In Leverkusen arbeiten derzeit ca. 13000 Kollegen – somit ist das Verhältnis noch nicht unberuhigend. Allerdings ist anzumerken, das derzeit erst ca. 5000 von 39.500 Bayer-Kollegen in Deutschland bei Xing einen Account haben. Einfach und schnell. Interessant ist immer die Suche innerhalb der eigenen Kontakten oder bei Unternehmen die sich aufgrund der Finanzkrise in einer schlechten Position befinden.

Ein besonderer Webdienst für die Jobsuche ist Jobaphiles. Der Webservice bezeichnet sich selber als “Ebay für Jobs”. Dieser Dienst ist focussiert auf Teilzeit und und Aushilfsjobs für Studenten. Hier wird auf eine Jobanzeige von den arbeitssuchenden Nutzern ein Stundenpreis angeboten. Der Jobgeber hat die Wahl. Zugegeben ein in Zeiten der steigenden Arbeitslosigkeit ein schauriger Gedanke.
Das der Arbeitsvermittlungmarkt in Bewegung ist, zeigt auch der Webdienst Absolventa.de. Dieser Webservice der, nach eigenen Aussagen, den Bewerbungsprozess umdreht. Potentielle Bewerber (meistens Hochschulabsolventen) speichern Ihre Profile, Lebensläufe und Erfahrungen in einer Datenbank und Unternehmen haben die Möglichkeit gegen eine Gebühr in dieser Datenbank zu recherchieren.
Und zu guter Letzt ist Twitter.com ebenfalls ein neuer Stern am Arbeitssuchhimmel:
Die Website twitterjobsuche sucht sich Jobs in Tweets und bietet eine einfache Suche. Das angenehme ist das diese Jobsuche sehr einfach und schnell ist. (Auf der Startseite steht: “29,620 new jobs in the last 7 days.”). Diese Anzahl ist sicher für eine weltweite Stellenbörsen nicht eine große Anzahl, ist aber sicherlich ein zu beachtende Entwicklung.
Und was halten Sie von den Veränderungen der Arbeitssuche? Besser oder verwirrender? Welches Auswirkungen hat das auf die Personalarbeit von morgen?


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