Da bin ich wieder. Die Probleme mit der Datenübernahme und der weiteren Bearbeitung haben mir keine Ruhe gelassen. Leider habe ich im Internet in den diversen Foren keine hilfreichen Tipps gefunden. Bei Canon selber ist die entsprechende Supportseite wirklich unterirdisch schlecht. Selbst die Suche nach möglichen Zubehör ergibt bei Canons Website keine Ergebnisse. Die Kamera selber hat ebenfalls keine ausreichende Dokumentation. Und eines ist mittlerweile sicher, dass der eingebaute SD Karten Slot bei der Datenübertragung erhebliche Probleme macht. Hier muss sicher irgendwann ein Firmawareupdate Abhilfe schaffen. Wie das gehen soll ist mir noch vollkommen unklar, da ich keine Infos dazu gefunden habe!

Hier nun meine neuen Erkenntnisse.

Erstmal die Kamera macht unglaublich tolle Aufnahmen. Wenn ich diese per HDMI Kabel (muss extra gekauft werden für ca. 4ß,- Euro) an meinen Full HD LCD TV-Screen anschließe und Aufnahmen ansehe, sind die Ergebnisse dermaßen genial, dass einem ein Schauer über den Rücken läuft. Eine wirklich unbeschreibliche Qualität. Selbst bei schwachem Licht. Wirklich das lohnt doch die Mühen. Insbesondere habe ich dieselbe Szene im Vergleich (normale DVD mit PAL-Auflösung) und dann Full HD von der CAM betrachtet. Boah ein Wahnsinn!

Die beigelegte Software ist echt Schrott und nur für Windows. Da gibt es beim Hersteller auch ein Update, aber es hilft irgendwie nicht. Ich kann auf einem leistungsfähigen Laptop die Bilddaten zwar importieren und ansehen. Mehr nicht. Dann ist irgendwie Einbahnstraße. Die Software hat scheinbar rudimentäre Filschnittoptionen und kann angeblich auch AVCHD, BlueRay brennen, ist aber nicht mein Ziel. Kann ich auch mangels BlueRay-Brenner oder AVCHD-DVD Player nicht testen.

Also zurück zum Mac. Ohne weitere Software habe ich folgende Möglichkeit gefunden. Wenn die Kamera angeschlossen wird (nur USB 2.0) kein FireWire, dann darf keine SD Karte in der Kamera sein. Ist die drin stürzt iMovie08 immer ab. Also Aufnahmen auf die Karte kopieren /geht in der Kamera recht flott (aber nur in eine Richtung zur Karte (nicht zurück auf den internen Speicher.!!!) Dann habe ich einen PCMCIA SD Karten Leser zum Importieren der Videodaten genutzt. Diese kosten ca. 20 Euro und sind jeden Cent wert! Der Kopiervorgang geht rasend schnell, viel besser als mit einem externen SD-Karten Lesegerät, Quasi Festplattengeschwindigkeit. Ich habe als Arbeitsmaterial 2 x 45 Minuten HD Video in der zweithöchsten Einstellung 1920 x 1080 mit 17MBit/s verwendet. Das Material wird auf der Kamera in einem Canon .mts Format in 2 GB Dateistücken gespeichert. Ändert auf keinen Fall den Namenszusatz im Finder! Das hatte mich ca. 1 Tag Nerven gekostet. Die besagten 90 Minuten sind ca. 12 GB Originalmaterial. Ich habe erstmal in iMovie für ausreichenden Festplattenplatz gesorgt. Der Import ging in iMovie ganz ohne Probleme (wenn man genug Festplattenplatz hat!!! – Das war am Anfang mein Problem!) und war nach ca. 2 Stunden abgeschlossen. Bei diesem Import wandelt der Mac das Datenmaterial vom AVCHD Format (12 GB) in das Apple Intermediate Format (60 GB) um. Das hat den Vorteil, dass ab dann alle Schnitt und Kopierarbeiten quasi im originalhochauflösenden Material in Echtzeit laufen können. Ich habe die 90 Minuten genutzt und ein 15 Minuten Endfilm in iMovie geschnitten. Ich habe alle möglichen Effekte genutzt und Szenen zusammengestellt. Das Endergebnis kann in iMovie (Dank des Intermediateformats) in Echtzeit betrachtet werden. Dann entsteht aber schnell die Frage wie geht es weiter? Wie kriege ich diese geniale Qualität wieder auf den normalen Full-HD TV.

Da gibt es derzeit leider noch wenig Möglichkeiten:

1.) Abspielen von einem Festplattenrecorder. Bsp. Apple TV (Habe ich nicht, und ist ziemlich teuer.) Außerdem sind die Datenmengen nicht wenig! Die aktuelle Apple TV Lösung mit 250 GB kostet 400 Euro. Und bei den Datenmengen passen damit ca. 8 Stunden im Intermediate Format drauf. Also vergessen…
Aus iMovie 08 kann nur ein Quicktime Film exportiert werden, um die Full HD Auflösung zu erhalten. Sobald man via iDVD 08 geht ist die maximale Auflösung wieder reduziert 960 X 540 PIXEL. Das habe ich mal testhalber auf eine normale DVD gebrannt. Ist aber nicht besser als die normalen Videoaufnahmen meiner alten Hi8 CAM mit Standardauflösung (Habe ich zum Vergleichsbetrachten genutzt). Also habe ich einen Quicktime Film in den 15 Minuten Laufzeit in der geforderten Full HD exportiert (diese Aktion dauerte ca. 10 Stunden auf meinem DualCore MacBook Pro 1 Jahr alt). Danach war die Enddatei mit den 15 Minuten ca. 2 GB groß.
Die neueste Toast 9 von Roxio kann AVCHD Videos auf Standard DVDs brennen. Dazu benötigt Toast ein extraPlugin, das auch ein paar Euro kostet. Das ist dann auch die zweite Möglichkeit:
2) Den gerenderten Quicktimefilm in Roxio Toast auf eine AVCHD – Standard DVD brennen. Es passen nur ca. 4,2 GB auf die normalen DVDs. Deshalb ist bei ca. 35 Minuten Filmlänge Schluss. Aber um eine solche DVD abspielen zu können (die Rohlinge sind vergleichsweise billig) wird ein AVCHD – DVD Player benötigt. Und es gibt derzeit nur wenige (alles Blue-Ray-Player ab ca. 250,- Euro aufwärts) die diese Option hätten. Diese Geräte müssen dann per HDMI an den Fernseher angeschlossen werden. Habe ich (noch) nicht. Ich weiß auch nicht ob ich je einen haben will.
3) Möglichkeit. Einfach direkt eine BlueRay DVD erstellen. Das ist allerdings sehr heftig. Es gibt bisher nur sehr wenige und sehr teure Brenner. Abgesehen das die BlueRay Discs gerendert werden müssen und es nicht viel Software bisher dafür gibt. IDVD 8 kann es noch nicht. Ich hörte das es iDVD Pro kann, konnte es mangels Brenner nicht probieren. Roxio 9.03 kann laut Menü (aber dafür müsste ich ja auch einen Brenner haben). Abgesehen davon sind die Preise für BlueRay Rohlinge über 10 Euro noch viel zu teuer für diese Aktion.
4) Wer nur die AVCHD DVD habe möchte, kann sich von Canon einen DVD Brenner für 169 Euro kaufen und direkt an die CAM anschließen. Der brennt die ausgewählten Szenen. Achtung dürfen nicht länger als die besagten 35 Minuten sein. Bei diesem Prozess werden die Filme wie aufgenommen gebrannt. Eine weitere Bearbeitung ist dann nicht möglich. Ich habe das aber noch nicht probiert, da ich eigentlich auf die Filme bearbeiten will.

So was tun? Also nachdem ich einmal die geniale Filmqualität (CAM per HDMI an den TV angeschlossen) gesehen habe, will man nicht aufgeben.
Aber eins ist sicher. Die Technologie ist noch so jung das die Rechenzeiten und Speichermengen für einen Hobbykonsumer noch nicht im Jahr 2008/2009 gelöst sind. Ich denke es muss noch mindestens 2 Jahre ins Land gehen, bis dann werden BlueRay Brenner und oder Festplattenplayer für den Hausgebrauch auch mit Full HD umgehen können. Bis dahin heißt es abwarten.

Ich werde weiter fleißig Filmen und die erstellten Originaldaten per SD Karte auf meine externe Festplatten (gedoppelte) kopieren und diese dort liegen lassen. Aktuell sind 1 TB Platten mit FireWire 800 für ca. 160 Euro zu haben. Ich habe jetzt angefangen diese als langfristige Videospeicher zu nutzen. Ich lagere die Videodaten jetzt so lange auf den Platten, bis es neue Technologien gibt. Aber in 20 Jahren, wenn meine Kinder als Erwachsene diese (einmaligen) Film-Momente sehen werden, will ich Full HD zeigen können. Leider kann ich die Daten noch nicht so weiter bearbeiten wie ich möchte, aber bei der derzeitigen rasanten Rechnerentwicklung wird es sicher bald funktionieren.
Nach der aktuellen Lage kostet es dann 1 Stunde Rohvideomaterial = 8 GB langfristig zu lagern -> 2 externe Platten á 840 GB Netto nutzbar für insgesamt 320 Euro. Also passen ca. 100 Stunden auf diese Lösung macht pro Stunde 3,20 Euro. Das ist ungefähr so teuer, wie die Mini-Digital Hi8 Kassetten von früher. Bingo.

Noch abschließend die Highlights der CAM Canon HF11:
Pro:
+ geile Filmqualität.
+ externer Mikroeingang! (ich habe ein Beyerdynamics Mikro – das macht eine sehr gute Qualität bei Interviews – langes Kabel nötig)
+ angenehmes Handling
Con:
- Der Weitwinkel ist nix. Da muss noch ein Zusatzaufsatz her! (fehlt mir noch) – so ein Weitwinkel-Konverter