Urheberrecht adé?!?
In Zeiten der Web2.0-Bewegung steht die Frage nach dem Urheberrecht immer wieder im Mittelpunkt der Diskussion.
Laut dem Stanford Professor Lawrence Lessig lähmt das Urheberrecht die Kultur und er argumentiert, dass der Gemeinnutz vor dem Privatinteresse gehe. Eine interessante These, da viele Bit-Torrent-User sich diese Argumentation zu nutze machen können.
Es bleibt die Frage, ob das Urheberrecht überhaupt noch Substanz hat in einer (digitalen) Welt, in der man nach kollektiver Intelligenz (Tim O´Reilly) strebt und somit Mash-Ups entstehen, wo letztendlich keiner mehr weiß, wofür und von wem die ursprünglichen Ideen kamen.
Es gibt schon lange Menschen, die das Konzept des Urheberrechts umkrempeln.
So beispielsweise die Erfinder der Softwarecodes von GNU (Richard Stallman, ebenfalls Erfinder der „Copyleft“-Lizenzen)/Linux (Linus Torvalds).
Die “freie” Software darf man nutzen, ändern und weitergeben. Wenn man sie verändert weitergibt, dann aber frei.
Nähere Infos zu GPL (General Public License) und CC (Creative Commons)
Großkonzerne wie IKEA oder Sixt bedienen sich bereits dieser Microsoft-befreienden Lösung. Auf die Frage, warum man so etwas tue, antwortet Stallman kurz: „Um die Gesellschaft zu befreien.“
Die Musikindustrie wird sich etwas neues Ausdenken müssen, wenn große Bands (wie beispielsweise Radiohead kürzlich) den Vertrieb selbst übernehmen.
Durch solche Aktionen kann man auf kurz oder lang die so bestehende Musikindustire zerstören.
Die Bands sind wahrscheinlich schon daran interessiert ihre Songs zu schützen, doch was passiert wenn die Aussicht auf Urheberrecht entfällt.
Was passiert eigentlich bei MySpace und welche „kleinen Musiker“ schützen sich noch durch Verwertungsgesellschaften.
Bei der GEMA scheint man bereits nasse Füße zu bekommen. Der Präsident der Verwertungsgesellschaft GEMA forderte von der EU-Kommission eine Richtlinie, in der „die Rechte der Urheber gewahrt werden.“.
Zum Hintergrund:
Seit 2006 führt die EU-Kommission ein Kartellverfahren gegen den Dachverband der europäischen Verwertungsgesellschafen (CISAC) und deren nationale Mitglieder (in Deutschland die GEMA).
Rechtswidrig erscheint dem Kartellamt, dass die Vereinbarungen der Verwertungsgesellschaften die Absprache enthalten, dass die Urheber ihre Rechte (und kommerzielle Nutzer ihre Lizenzen) nur an ihre nationale Gesellschaft übertragen (bzw. von ihnen erwerben) können.
So kann natürlich kein Wettbewerb entstehen.


3 Comments, Comment or Ping
Stefan Waidele
Der Abschnitt bezüglich Stallmann/GPL/Torvalds enthält mehrere Fehler:
* Stallmann bzw. die GPL nutzt das Urheberrecht, um die Freiheit weiterhin zu gewährleisten. GPL-Software ist nicht Public Domain oder Urheberrechtsfrei. Im Gegenteil – aufgrund des Urheberrechts wurden bereits einige Urteile gegen Firmen gefällt, die die GPL nicht eingehalten haben.
* Torvalds ist eher für eine “istdochegalsolangeestechnischmachbarist-Einstellung” bekannt. Er hat sich für ein DRM-Lösung unter Linux ausgesprochen, wenn dies dem Anwender hilft (hahaha
* Die GPL-Bedingungen sind subtiler. Jeder darf “Nutzen”, “Weitergeben” und “ändern”. Wer Verändertes weitergibt, muss dies unter der GPL (also mit Quellen) tun. Man darf GPL-Software verkaufen (siehe Linksys, Novell, RedHat, …). Man darf GPL-Software verändern ohne die Änderungen weiterzugeben (Firmeninterner Gebrauch, Serveranwendungen). Aber wenn man Veränderte Versionen weitergibt, dann nur “mit den Freiheiten”.
* Nochmal: Frei bedeutet NICHT kostenlos
Eines meiner Lieblingsthemen
http://stefan.waidele.info/2006/05/09/kreatives-schaffen-durch-teilen/
Jun 29th, 2008
Bernd_Schmitz
@ Stefan: Danke für Dein ausführliches Feedback!#
@ Philip: Wie wäre es mit einem ergänzenden Nachtrag?
Jun 29th, 2008
Philip Pütz
@Stefan: Danke für deinen Hinweis
gerne mache ich einen ergänzenden Nachtrag.
@Bernd: Kannst du mich zur Bearbeitung wieder frei schalten?
Jun 30th, 2008
Reply to “Urheberrecht adé?!?”