Rettet die Meinungsfreiheit der Studenten
Das Web 2.0 Portal erhielt von einem merkwürdigen Menschen (dem Berliner Beauftragen für Datenschutz) einen (für mich unberechtigten) Bußgeldbescheid.
In der Begründung wird MeinProf.de vorgeworfen “geschäftsmäßig nicht allgemein zugängliche personenbezogene Daten an Dritte übermittelt, ohne die betroffenen Personen hierüber zu benachrichtigen” und “nicht allgemein zugängliche personenbezogene Daten an Dritte weiterzugeben, ohne die Gründe oder die Art und Weise der glaubhaften Darlegung eines berechtigten Interesses … abzufragen und mindestens stichprobenartig zu überprüfen”. Diese Begründung wurde mit einem Bußgeld von 2000 Euro verhängt. In einer Presseaussendung nimmt Meinprof.de Stellung: “Der Anwalt von MeinProf … hält die Rechtsauffassung des Datenschutzes für falsch: Jeder hat das Recht seine Meinung frei zu äußern und kann nicht nur den Inhalt, sondern auch den Ort und damit die Verbreitung seiner Äußerung frei bestimmen”.
Der Berliner Datenschutz besteht auch auf einer Schließung des Portals für die Öffentlichkeit; Bewertungen sollen nur für diejenigen einsehbar sein, die nachweisen können, dass sie auch an der entsprechenden Lehrveranstaltung teilgenommen haben, also im Anschluss einer Veranstaltung. Damit gäbe es gar keinen Sinn mehr für MeinProf.de. Die Studenten sollen sich ja vor Besuch der Lehrveranstaltungen über die Qualität der Dozenten informieren können. Weiterhin fordert der merkwürdige Datenschützer, dass alle Dozenten per POST (!) darüber informiert werden, wenn neue Bewertungen einlangen und alle bisher bewerteten Personen nachträglich schriftlich zu informieren. Der Typ hat noch nie was von modernen Internetanwendungen, wie Web 2.0 gehört!
Hiermit wirbt MEINPROF.DE
Auf MeinProf.de findet Ihr die besten Kurse und Dozenten an deutschen Hochschulen. Ihr könnt Eure Kurse bewerten und mit anderen Studenten in den Foren diskutieren. So helft Ihr Euren Kommilitonen, die richtigen Kurse zu wählen, und gebt euren Dozenten wichtiges Feedback. Es wurden bereits 296.240 Bewertungen abgegeben. Meldet Euch jetzt an und macht mit!
Ich kenne Meinprof schon seit 2 Jahren, kurz nach dem Launch der Website habe ich mich direkt dort als Dozent eingetragen. Zum Abschluss eines jeden Seminars (16 Vorlesungen Multimedia) bitte ich meine Studenten dort eine (anonyme) Kritik zu speichern. Denn ein ehrliches direktes Feedback erhält ein Dozent in der Regel nicht. Meine Motivation war und ist, dass ich bei einer (berechtigten) Kritik in dem kommenden Seminar etwas verändern könnte (Und die Aufforderungen habe ich hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier gemacht). Leider sind die ein oder anderen Kollegen scheinbar nicht so interessiert an veröffentlichten Meinungen.
Ich hatte mal ein Interview im August 2006 zu MeinProf.de gegeben und es aus diesem Anlass noch mal zur Erklärung aus den Tiefen von Sevenload.de gegraben.
Link: sevenload.com


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