Tipp 5 für Enterprise 2.0: Unternehmenskultur
Dies ist Tipp Nr. 5 von 10 für Unternehmen auf dem Weg zu Enterprise 2.0: Unternehmenskultur.
Mit dem isolierten Einsatz von Web 2.0 - Software und webbasierten Tools bei großen Unternehmen, wird nicht das komplette Potential dieser innovativen Technik erreicht. Erst wenn sich im Unternehmen die Denkweise und die Kultur der Mitarbeiter entsprechend entwickelt hat, dann bestehen die größten Performancemöglichkeiten, um mit Web 2.0 einen echten Mehrwert im unternehmerischen Sinn zu erzielen. Das Endziel lautet: Enterprise 2.0. Und dazu gehört eine starke, neue und moderne Kultur!
Die Menschen müssen lernen, dass Beispielsweise (berechtigte) Korrekturen in einem Wiki bzw. kollaboratives Arbeiten, kein Angriff auf die jeweils eigene Fach-Kompetenz oder die Bloßstellung von Unwissen ist, sondern dass diese Arbeitsmethoden einem höheren, gemeinsames Ziel - dem Unternehmenserfolg dienen. In den traditionellen Kollegenkulturen bedeutet Wissen gleich Macht und wer Wissen teilt, könnte eine mögliche Macht verlieren oder riskieren! Die „netten“ Kollegen werden zwar schon mal “aufgeschlaut”, aber die „Besserwisser“ lässt man auch schon mal gerne wissentlich „vor eine Mauer laufen“. In Unternehmen in den solche rauen Winde wehen, wird keine Web 2.0 Anwendung wirklich helfen, das Wissen transparent darzustellen. Die Mitarbeiter in solchen Unternehmen werden auch 1000 und 1 Grund finden, warum sie nicht am Blog, Wiki oder Social Bookmarking - Tool teilnehmen können. Das widerspricht dem traditionellen Kulturgedanken - Der Ellenbogenkultur!
In Unternehmen die ein grundschlechtes Betriebsklima haben, kann der Einsatz von solchen „sozialen“ Systemen nicht wirklich Erfolgreich sein!
Die Messmethoden mögen unterschiedlich sein, über Puls-Check oder durch qualitative Tiefeninterviews. Selbst eine Fluktuationsquote kann ein Indikator für das Betriebsklima sein. Die Stimmungslage in großen Unternehmen ist aber durch aus bekannt, auch wenn diese schon mal, im negativen Fall, ignoriert wird.
Bevor der Mensch in einem Unternehmen sich „mit Liebe und Hingabe“ der Erfüllung seiner Aufgaben widmet, muss es mit seinem Arbeitsplatz und Arbeitgeber zufrieden sein. Und er muss wissen, dass die neuen Web 2.0 Methoden mit Wiki und Co. eine neue offene und ehrliche Kommunikation benötigen. Die Kommunikationskultur muss ernste Kritik vertragen und als eine Bereicherung und Chance in der Verbesserung der Arbeitsmethoden angesehen werden.
Nicht alle Mitarbeiter sind immer einer Meinung und können dazu motiviert werden. Aber darauf hinarbeiten ist ein erster Weg. Ein paar wenige, die man als „Multiplikatoren“ und „Meinungsführer“ identifizieren kann, müssen diese neue Kultur kennen, leben können und leben wollen.
Eine große Aufgabe, aber eine wichtige Basis auf dem Weg zu Enterprise 2.0.
Diese Maßnahmen sind die Grundvoraussetzungen um erfolgreich ein Unternehmen in Richtung Enterprise 2.0 entwickeln zu können.


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le.x
Die Hindernisse bei der Einführung kollobarativer Netzwerke sind hinreichend bekannt und werden an vielen Stellen, genau wie an dieser, regelmäßig wiederholt. Was mir bei diesen Erkenntnissen leider fehlt sind Ideen und Ansätze diese Hindernisse abzubauen. Die Frage ist doch, was kann man tun um in großen Unternehmen mit Ihren Hierarchieebenen und den damit oft verbundenen Grabenkämpfen Wissensnetzwerke effektiv aufzubauen. Neues wird prinzipiell erst einmal verteufelt und wenn jeder dokumentieren soll, an was er arbeitet und was er geschafft hat, sind Mistrauen und Verweigerung vorprogrammiert.
Die Empfehlung Meinungsführer als erstes zu überzeugen, ist ein altbekanntes Mittel wird aber nicht der Weißheit letzter Schluß sein. Klar muss ein Mitarbeiter wissen, dass Web 2.0 Methoden Chancen eröffnen können, aber wenn er sich über Jahre seine Position erkämpft hat wird nicht ohne weiteres Angriffspunkte wie Meinungen, Gedanken und Methoden offen legen um sich damit der Diskussion zu stellen, auch wenn er davon profitieren könnte. Die Angst man könnte es gegen Ihn verwenden ist größer und wird Ihn darin hindern diese Methoden anzuwenden.
Ich denke Enterprise 2.0 hat nur in Unternehmen eine Chance in denen flache Hierarchien existieren in denen kleinbürgerliches denken keinen Nährboden hat und in denen frische Ideen nicht immer zerredet werden, sondern neue Ansätzen gefordert und gefördert werden. Meiner Meinung eigenen sich Unternehmen dafür nur, wenn offenes und unverkrampftes Denken die Arbeitsgrundlage bildet.
Apr 1st, 2008
Bernd_Schmitz
Ein Standard-Rezept zur Einführung neuer Technologien in großen Unternehmen kann es und wird es niemals geben können! Dazu sind auch große Unternehmen immer sehr individuell! Ich habe versucht erstmal nur für den Umstand selber ein Bewusstsein zu schaffen. Die kommunikativen Maßnahmen Beispielsweise mit Multiplikatoren / Schulungen und Belohnungssystemen sind nicht neu und müssen auch je nach Unternehmen unterschiedlich einsetzt und gewichtet werden.
Ich stimme aber nicht zu dass der Siegeszug von Enterprise 2.0 nur an flache Hierarchien geknüpft wird.
In der Vergangenheit haben auch schon andere Innovationen Ihren Weg in “verkrustete” Unternehmen gefunden. Wahrscheinlich nicht so schnell wie bei Betrieben mit flachen Hierarchien, aber das Endergebnis zählt. Oftmals war es nur ein kleiner Auslöser.
Beispielsweise hat man bei einem großen Pharmakonzern seit 2 Jahren das Social Network “StudiVZ.Net” aus dem Firmennetz per Proxy-Server/Firewall vor dem Zugriff gesperrt. Begründung Social Dating/Network “not for Business purposes”. Da sich aber dort auch ca. 1500 Auszubildende des eigenen Konzerns inhaltlich austauschen, wurde vor wenigen Wochen diese Website aus der Blacklist gestrichen, und nun können die User diese Website auch am Arbeitsplatz (zu Arbeitszwecken) benutzen.
Oder als vor 6 Jahren die Firma Blackberry kampfhaft die Vorteile von Push-E.Mail und Mobil-Calendering dem Kunden zu verkaufen, Studenlange Präsentationen und monatelange Projekte zu keiner Entscheidung führten, da half ein einfache Mittel.
Man gebe dem Vorstand einfach eine kostenlose Version und warte 4 Wochen. In dieser Zeit bemerkten die höchsten Entscheider die Vorteile und das Potential am “eigenen Leib”. Und der Rollout wurde dann einfach per “Order de Mufti” beschlossen und umgesetzt.
Wahrscheinlich wären die Projektergebnisse zu demselben Ergebnis gekommen, nur hätte es viel länger gedauert und der Rollout wäre langsamer gewesen.
So werden in einigen Vorstandsetagen auch schon Themen wie Wikipedia und Co. diskutiert…. und dann kann es plötzlich sehr schnell gehen
Apr 1st, 2008
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