Immersion in virtuellen Welten und mit Puppen

Writing by Bernd_Schmitz on Saturday, 8 of March , 2008 at 11:53 pm

Das virtuelle Welten durch Immersion einen besonderen Mehrwert haben, spiegelt sich in den unterschiedlichen Disziplinen wieder. E-Learning ist dabei immer mein liebstes Beispiel. Nach einer gewissen Zeit fühlen sich die Lernenden und der Lehrer an einen gemeinsamen Ort versetzt. Durch den 3D-Effekt und die Voice-Integration ändert sich auch oft die Ansprache unter den teilnehmenden Personen. “Hier ich gebe Dir…”,  “Setzt Euch bitte auf die Stühle…”  oder ” Herr Lehrer, sollen wir jetzt alle in den Raum gehen…” Bei solchen Sätzen sprechen die Menschen immer über die Steuerung und Interaktionen der Avatare (den digitalen Stellvertretern), haben aber durch die Immersion ein spezielles Gefühl es irgendwie doch selber zu sein. Oft höre ich auch den Satz: ” Schön Dich Heute wieder zu sehen …” Damit meint der Gegenüber eigentlich folgendes: “Schön das ich auf meinen Bildschirm Deinen Avatar sehen kann…”.

Die Immersionsgrade ist sehr unterschiedliche (auch stark abhängig von der jeweiligen Persönlichkeit) und nicht nur bei virtuellen Welten zu beobachten.

Auch bei der Lektüre eines guten Buchs verliert man sich schon mal in der Geschichte und die Zeit verfliegt im Nu.

Das neueste zum Thema Immersion habe ich hier gefunden:

Es handelt sich um lebensechten Puppen, die wie ein Baby aussehen, wie ein Baby schreien und wie ein Baby gefüttert, gewickelt und liebkost werden müsen.

Kein Spielzeug für kleine Kinder, sondern um einen Babysimulator, mit dem Jugendliche sich zum ersten Mal als Eltern beweisen können. Sie sollen dabei erfahren, dass ein kleines Baby sehr viel Stress und Arbeit macht. Eine Vorbeugung um Kinder zu schulen, das diese nicht unverhofft selber Kinder kriegen. Die meist 14 - 16 jährigen Mädchen und Jungs erhalten unter pädagogischer Aufsicht jeweils eine Babypuppe (Hersteller in USA) für einen Zeitraum von meist 4 Tagen. Diese Puppen kosten beim deutschen Händler ca. 1000,- Euro und sind programmiert. Im Schnitt müssen sich alle 2-3 Stunden die “Kinder-Eltern” um das Puppenbaby intensiv kümmern.

Obwohl es eine Puppe ist, die lediglich laut weint und schreien kann, entstehen bei den Jugendlichen echte Gefühle. Sie schaukeln die Puppe und wenn es nach den anstrengenden Tagen um die Rückgabe des “Babys” geht, dann entsteht bei vielen eine große Trauer und manchmal auch Tränen. Auch das ist ein Zeichen von Immersion. Obwohl es eine Puppe ist, die Gefühle sind massiv Immersiv.

Category: Second life

4 Comments

Comment by Funaria

Made Sunday, 9 of March , 2008 at 1:35 pm

Eine andere Immersion (und billiger) zum Thema böte dieser Sims-Klon. Leider gibt es den nicht wirklich.

Comment by Funaria

Made Sunday, 9 of March , 2008 at 1:36 pm

Nanu, geht der Link-Tag nicht? Dann eben noch mal so:
http://www.boardsmag.com/screeningroom/animation/1146/

[…] Bernd Schmitz berichtet über ähnliche Erfahrungen: “Durch den 3D-Effekt und die Voice-Integration ändert sich auch oft die Ansprache unter den teilnehmenden Personen. “Hier ich gebe Dir…â€?, “Setzt Euch bitte auf die Stühle…â€? oder â€? Herr Lehrer, sollen wir jetzt alle in den Raum gehen…â€? Bei solchen Sätzen sprechen die Menschen immer über die Steuerung und Interaktionen der Avatare (den digitalen Stellvertretern), haben aber durch die Immersion ein spezielles Gefühl es irgendwie doch selber zu sein. Oft höre ich auch den Satz: â€? Schön Dich Heute wieder zu sehen …â€? Damit meint der Gegenüber eigentlich folgendes: “Schön das ich auf meinen Bildschirm Deinen Avatar sehen kann…â€?.” […]

Comment by Johannes Moskaliuk

Made Sunday, 9 of March , 2008 at 7:52 pm

Meine Erfahrungen mit Second Life deuten zumindest darauf hin, dass virtuelle Welten tatsächlich eine hohe Immersion bewirken können, zumindest wenn Interaktionen mit anderen möglich sind. Ein Beispiel fällt mir ein: Beim Bauen des virtuellen IWM im Second Life habe ich mich, was die Steuerung meines Avatares angeht, zu Beginn recht unbeholfen angestellt. Dabei bin ich mehrere Mal rückwärts und etwas unbeholfen auf das Nachbargrundstück gelaufen, auf dem eine Avatarin der Berufsakademie Merz an ihrem Projekt arbeitet. Irgendwann wurde ich über die Chatzeile ziemlich direkt angesprochen, was mir einfallen würde, ich würde sie stören. Offensichtlich fühlte sie sich von mir belästigt, obwohl eine Kontaktaufnahme meinerseits nicht beabsichtigt war. Auch bei Veranstaltungen in Second Life hatte ich das Gefühl, das die Personen tatsächlich als Avatare agieren und empfinden, ich fühlte mich an Rollenspiele von Kindern erinnert, die in ihrem Spiel aufgehen, Habitus und Sprache an die jeweilige Spielsituation anpassen.

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