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Sollen Unternehmen sich mit Second Life beschäftigen?

Ein Kollege von der FH Köln, Herr Prof. Dr. Matthias Frank, ist bei seiner Aussage zum Thema Second Life sehr kritisch. Er hat zehn Gründe gegen einen Firmenauftritt in Second Life (SL) gesammelt. Hier sein Artikel.

Der Hinweis kam vom Oliver gefunden via Anspruchsblog 

Spätestens bei der Analogie zu dem Web-1.0 Blase habe ich gelächelt… Die Unternehmen die in diesem tiefen Tal der Enttäuschung investierten, sind heute die Marktleader im e-commerce.

Virtuelle Welten werden in Zukunft ein wichtiger Bestandteil der integrierten und umfassenden Kommunikation sein und bei den ein oder anderen Bereichen das klassische Web ersetzten.

Zu beklagen, dass in Second Life die Benutzer anonym sind und auch noch die Frechheit haben platte Werbung zu verpönen ist schon ein echter Greul der Werbe- und Marketingleiter der alten Schule. Die halten derzeit noch an den alten Werbe formen fest und wissen mit dem Web 2.0 nichts an zu fangen.

Unternehmen können heute ihre ersten Erfahrungen in Metaversen sammeln, müssen aber wahrscheinlich genauso oft einen Rückschlag erhalten, wie die ersten Unternehmen die Mitte der 90er das WWW eroberten. Damals war der Standard-Webcontent die 1:1 kopierte Hochglanz-Image-Broschüre, die keiner im Web lesen wollte. Voll an den Möglichkeiten des Mediums vorbei.

In diese Schublade der Fehler hat sich Adidas ebenfalls begeben.

Dann noch ein Thema, die Reichweite…
Ja, die klassichen Medien haben beim Hype um SL, dieses Systen so stark in den Himmel gelobt und bei jeder neuen Millionen Accounts das scheinbar unglaubliche Wachstum mit den dicksten Headlines beschrieben, dass jeder unbedarfte Leser an ein Massenmedium glaubte. Das ist aber nie von den Spezialisten so erklärt worden! Wir haben immer von einer intensiven und immersiven Kommunikation mit vollkommen neuen Interaktionsmöglichkeiten geschrieben und gesprochen.
Und mittlerweile sind die Kommunikationsmöglichkeiten (nach nur 6 Monaten) mit Voice ergänzt worden. Ca. 30 % der User nutzen die Stimme derzeit und Neu, dass die Avatare beim sprechen in der Abhängigkeit der Lautstärke tatsächlich noch dabei bewegen und somit werden Gestiken durch Animation ein Bestandteil der Kommunikation …

Und zu guter Letzt klagt doch nicht über die immens hohen Hardware-Anforderungen, die angeblich kein Normalmensch erfüllen kann. Das Thema wird sich schneller erledigen als alles andere, Aldi und Co. sorgt dafür…

In ein paar Dingen gebe ich meinem Kollegen recht. Abhängigkeit von Linden… Naja… Die Profis entwickeln die Modelle mittlerweile offline und nutzen Export und Import - Möglichkeiten um die Inventare auch als Backup zu sichern. Und das Risiko. Eine Website kostet nicht unbedingt weniger als eine SL-Präsenz. Das Kostenrisiko ist sicher nicht ein wirklicher Hinderungsgrund.

Und ob Second Life eine echte Innovation sein wird und Gartner mit seiner Prognose recht behält, dass im Jahr 2011 80 Prozent der aktiven www-User einen Avatar haben, kann heute niemand sicher prognostizieren. Jedes Unternehmen, das aber in diesem Fall vorne dabei sein will, der muss Heute ein Risiko eingehen. Für die Zögerer kann es nachher zu spät oder teurer werden.

Und wie war das mit dem unternehmerischen Risiko nochmal…. ?

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