Maulkorb für Angestellte?!
Am Samstag den 22. Juli gab es auf Phoenix einen Bericht über den ehemaligen Google-Angestellten Mark Jen, der aufgrund von Äußerungen über seinen Arbeitgeber in seinem Webblogg gefeuert wurde.
In seinem Blogg verglich Jen seinen vorigen Arbeitgeber Microsoft mit Google u.a verglich er dabei die Unternehmensphilosophie der beiden Unternehmen. Zudem stellt er die Sonderzahlungen für die Angestellten beider Firmen gegenüber. Anfangs hatte Google das bloggen anscheinend toleriert, doch als Jen Veränderungen an seinen Beiträgen vornahm, vermutete man bereits ein Eingreifen von Google. Dies wurde allerdings vom Betreiber dementiert.
Nachdem intern Beschwerden über die kritischen Beiträge immer lauter wurden, wurde Jen schließlich nach nur 10 Arbeitstagen gefeuert. Genaue Hintergründe sind allerdings nicht geklärt das sich weder Google noch Mark Jen weiter geäußert haben.
Auch Joe Gordon aus Edinburgh verlor durch satirische Äußerungen in seinem Blogg über seinen Chef seinen Job bei Waterstones, weil er angeblich die Firma in Misskredit gebracht hat. Gordon in einem Interview mit der TAZ : “”Das Blog ist eine ganz demokratische Form der Kommunikation”und fügt hinzu, dass “die Firmen heute einem modernen Feudalsystem gleichen. Der Mensch ist nicht nur Angestellter während der Arbeitszeit, er ist vielmehr ein Leibeigener, der sich 24 Stunden am Tag so verhalten muss.”
Ich stimme Gordon in diesem Punkt voll und ganz zu. Einem Angestellten muss es doch erlaub sein, nicht nur in seiner Freizeit seine eigene Meinung über das Unternehmen äußern zu dürfen ohne gleich Angst um seinen Arbeitsplatz haben zu müssen. Die Frage ist nur, inwieweit man diese Meinung öffentlicht macht und ab wann ein Angestellter “die eigene Firma in Misskredit” bringt. Was meint ihr? Seht ihr die Entlassungen als eine Art “Maulkorb”, der Angestellten angelegt wird oder unterstützt ihr eher die Meinung der Unternehmen?
http://www.taz.de/index.php?id=archivseite&dig=2005/01/18/a0187


2 Comments, Comment or Ping
Bernd_Schmitz
Ein klares Votum für Beide. Im Zeitalter des Web 2.0 verstehen immer mehr klassische Unternehmen, dass die Kommunikationsmethoden des Web neue Chancen aber auch Risiken bergen. In der Regel hat der Mitarbeiter eines Unternehmens eine explizite Vereinbarung mit seinem Arbeitgeber (meist Arbeitsvertrag), der auch meist Inhalte zu Stillschweigen von Betriebsgeheimnissen enthält.
Ja, einerseits ist Bloggen eine Wunderbare “Freiheit” der Kommunikation aber andererseits kann der ein oder andere Blogpost einem Arbeitgeber schaden. Zu Entscheiden: was schadet dem Unternehmen, was nicht, ist meist sehr subjektiv. Äußerst sich ein unzufriedener Mitarbeiter negativ, gibt es ZWEI Methoden dies zu vermeiden.:
1.) Sorge für zufriedene Mitarbeiter
2.) Stelle die unzufrieden Mitarbeiter ruhig
Leider ist die 1.) meist teuer und kann Unternehmen wehtun. 2.) ist billiger und einfacher - Leider -
Ich bin mir sicher, dass aber jeder nichtbloggende unzufriedene Mitarbeiter in seinem privatem Umfeld auch seine Meinung - und ohne das es das Unternehmen direkt feststellen kann - verbreitet. Solche Kommunikationswege sind genauso unangenehm und negativ für das betreffende Unternehmen. Bei Blogs ist die quantitative Kommunikation zwar entsprechend höher aber hier könnte das Unternehmen noch reagieren oder in den offenen Dialog treten. Unternehmen die eine solche Herausforderung annehmen, sind in Zukunft die Gewinner. Die anderen “die Kommunikation” im Web versuchen ein zu schränken werden nur oberflächlich oder augenscheinlich das RICHTIGE tun. Aber negative Kommunikation ist besser vermeidbar wenn die Ursache verändert wird und nicht die Symptome.
Aug 16th, 2007
Anika Nietzschmann
Ich bin auch der Meinung das ein Unternehmen tun soll was es muss, um sich zu schützen. Nur dennoch sollte GENAU über die Konsequenzen nachgedacht werden, die einem bloggenden Mitarbeiter angedroht werden. Meiner Meinung nach hätte man auf einer anderen Ebene versuchen sollen mit dem Mitarbeiter zu kommunizieren als ihn sofort rauszuschmeißen. Das Ironische an der ganzen Sache ist ja, dass Waterstones Gordon gekündigt hat, um schlechte Publicity zu vermeiden. Aber erst nach dem Rauswurf kam das Ganze so richtig in die Schlagzeilen. Es wurde ein Bericht in “Guardian” gedruckt, daraufhin schnellten die Hits in die Höhe. Laut TAZ:”..bis zu 34.000 Besucher sahen sich an, was in Edinburgh für so viel Furore gesorgt hatte.”
Aug 17th, 2007
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