Ist Second Life Leer?

Eine einfache Frage, die sich aber nicht einfach erklären lässt. In den letzten Tagen berichtete ein Beobachter von Second Life, dass bei vielen virtuellen Firmen, die in Second Life eine virtuelle Repräsentanz haben, meistens gähnende Leere war. Er war beauftragt von allen bisher bekannten realen Unternehmen, die in Second Life anzutreffen sind, jeweils 3 Fotos zu machen. Hier ein Überblick in 25 Sekunden .. ;-) (Link zum Download)

Die aktuellen Statistiken berichten von durchschnittlich 32.000 gleichzeitigen Usern ins Second Life. Diese verteilen sich auf die derzeit verfügbare Gesamtfläche der virtuellen Welt von ca. 320 Quadratkilometer. Selbst wenn davon auszugehen ist, das ein Teil der derzeitigen verfügbaren Grundstücks-Flächen, im Rahmen der aktiven (oder inaktiven) Baumaßnahmen, nicht für die Öffentlichkeit zugängig sind, ergibt dies ein rechnerische “Avatardichte” von 100 Avataren pro Quadratkilometer (also 1000 x 1000 Meter). Dies entspricht der Bevölkerungsdichte von Slowenien.
Bei Städten ist das Verhältniss allerdings anschaulicher. Die Bevölkerungsdichte der in deutschen Top-100-Städte liegt zwischen 1729 und 4057 Menschen pro Quadratkilometer. Also min. Faktor 17 höher als in Second Life. Auch in Köln ist der rechnerische Faktor der Einwohnerdichte 24-mal höher, als Avatare in dem Metaversum. Also ist Second Life eher ein Dorf, bei der Betrachtung der Einwohnerdichte? Das mag bei einem Vergleich der reinen Zahlen zu treffen. Allerdings ist ein tatsächlicher Einwohner nicht vergleichbar mit dem Nutzer eines Mediums. Betrachten wir dazu das (ausgewachsen) Internet selbst. Die Anzahl an Hostsystemen betrug im Januar 2007 = 433.193.199. Die aktive Zahl der Domainnamen in den wichtigsten .tld Namensräumen beliefen sich im Januar 2007 auf 87,266,291. Mehr als 1 Milliarde Menschen sind Weltweit Online. Dies ergeben im rechnerischen Durchschnitt max. 3 Menschen pro Host oder 13 User pro Tld-Domainnamen. Bei der Schätzung der “Onlinemenschen” handelt es sich nicht um concurrent (also gleichzeitig online) User, sondern nur um Personen die mindestens 1 mal im Quartal online sind. Wenn hiervon (hochgeschätzte) 5 % der Zahl als permanente Onlingröße gelten, so wäre die Anzahl der Menschen pro Domainname unter 1. Und da bekannter weise unter einem Domainnamen mehr als eine Website gehostet wird, ist die rechnerische Zahl von Menschen auf einer Website kleiner Eins. Wie viele Webseiten verweisen wohl so im gesamten World-Wide-Web?

Es stellt sich nun die Frage, ob die leeren Second Life-Orte das Ergebnis einer zu geringen Userzahl (oder zu großen Landfläche) ist, oder ob diese Orte zu meist eine mangelnde Attraktivität für die Second Life Welt haben.

In der virtuellen Rheinischen Fachhochschule in Second Life ist immer jemand anzutreffen. Hier werden soziale Interaktionen, grundlegendes Lernen für Second Life-Anfänger, unterschiedliche Kunstprojekte und die klassische Lehre als Content angeboten.

Und in Kürze wird eine intensive Kooperation mit dem WDR Fernsehn und der RFH neue Erkenntnisse bringen, welche Maßnahmen und interaktiven Angebote verstärktes Interesse bei den Usern von Second Life hervorrufen.

Ist es Interaktion, Interaktivität oder was auch immer? Was sorgt für eine interesante, gutbesuchte Second Life Präsenz?

7 Gedanken zu „Ist Second Life Leer?

  1. Bernd_Schmitz Artikelautor

    Wen es interesiert. Dies sind die Namen der gezeigten Firmen: adidas
    american apparel inc
    american cancer society
    aol
    arktis
    bbc
    bbh
    bild
    bmw
    bold de
    bunch tv
    cisco systems
    cnet networks inc
    cnet networks inc jap
    corecon
    dell computer
    ibm
    iqnexus
    ivillage
    kawg&f
    leo burnett
    major league baseball
    mercedes benz
    neu de
    nissan
    piyobo de
    pontiac
    reebok
    reuters
    sears
    sony bmg
    sony ericson
    sun microsystems
    telus
    text100
    the connected home
    thomson netg
    vodafone
    westex partners
    wired

  2. Andreas U

    das “schreiende” Gegenbeispiel aus meiner Sicht ist The L Word. Ist zwar nicht so meins, daich mit TV-Serien nicht so viel anfangen kann, aber immer gut besucht. Und warum? Es sind immer Leute (“Greeter”) da die die Neuen freundlich empfangen und einweisen. Es ist ein attraktives Programm und ein guter Bezig zwischen RL und SL vorhanden. Und es ist gut organisiert – sie hatten letztens einen LiveEvent und der SIM war ruckzuck voll, haben sie den auf einer zweiten Insel zeitgleich aufgefhrt und schon wars nicht mehr so zh. Hut ab.

  3. Danny

    Man mus sbedenken, dass in den letzten Tagen Ostern war. Wenn er wirklich nur in den letzten Tagen Bilder gemacht hat, dann ist es doch kein Wunder, wenn niemand dort gewesen ist. Die meisten sidn doch im Urlaub wegen ihren Kids…
    Danny

  4. TJ Ay

    Hmm, der Salsa Club “Salsa en Cielo” hat jeden Tag so gegen 200-250 Besucher. Das ist zwar nicht viel aber ber einen Zeitraum von einem Monat kommt da schon was zusammen. Ich weiss einige Firmen wrden sich Wnschen soviele Besucher (und auch in der konstanten Menge) zu haben, aber das liegt einfach an derem Konzept. Anscheinend ist meines ein bisschen besser. (Und das sind keien Userzahlen mit Camper, sondern Besucher, die in Shops gehen, Tanzen oder sich nur Umsehen.

    TJ Ay (Owner vom Salsa Club “Salsa en Cielo”)

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