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Second Life in der Welt am Sonntag

Beim Brötchenkauf fiel mein Blick auf die Welt am Sonntag. Second Life auf dem Titel? Meine Skepsis wurde bestätigt. Hier ein paar Kommentare zu dem Artikel aus der WamS:

Die Welt nennt den Avastar dreist die “einzige Zeitung in Second Life”. Die “schlechteste Zeitung in SL” wäre treffender. Aber hausintern urteilt man wohl milder.
Die Seiten über Second Life strotzen vor Fehlern. Aus den Fehlern des Avastars hat man nichts gelernt. Oder hat man gelernt, dass Fehler sowieso niemanden interessieren?

Besonders eklantant sind die Antworten auf die “15 existentiellen und gesellschaftlichen Fragen”.

Zunächst einmal kenne ich niemanden, der “per Computermaus” durch Second Life läuft (Antwort 1), und wer auf einer Kampf-Sim verletzt wird, wird nach Hause, aber nicht unbedingt in eine “waffenfreie Region” teleportiert (Antwort 2). Ich muss auch nicht viel Zeit investieren, um als “Fabeltier” herumzulaufen (Antwort 3), denn schon bei der Erstellung eines neuen Charakters kann man die Form eines Furries wählen. Das Aussehen des Avatars wird auch nicht “zurechtprogrammiert” (Antwort 4). Aber es gibt noch gröbere Fehler.
Die Welt behauptet z.B. der Avatar stehe “einfach nur dumm in der Welt herum”, wenn man sich auslogge. Dass es kein Problem sei, als Nazi durch die Gegend zu laufen. Dass man in die angesagten Clubs nur mit entsprechender Kleidung komme.

Und wie kommt die Welt darauf, dass die Band U2 in Second Life auftritt? Liebe “Redakteure”, wisst ihr überhaupt, was Recherche bedeutet? U2 ist niemals in SL aufgetreten. Es gibt nur eine Cover Band, die U2 in SL nachahmt. Natürlich hätte man über andere Künstler, z.B. Suzanne Vega, berichten können, aber was hätte man dann gebraucht? Recherche!

Was für ein unsagbar schlechter Journalismus.
Selbst bei der Erwähnung des Tutoriums war die Welt nicht in der Lage, den Namen der Rheinischen Fachhochschule Köln korrekt zu nennen und schreibt statt dessen lieber über die Dessous einiger Newbies.

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2 Comments, Comment or Ping

  1. slinside

    Da ist der werte Herr Wams Reporter wohl per Google Adwordsanzeige von Arktis auf Second Life aufmerksam geworden und hat sich wohl durch die 20-30 Avastar-Aufsteller auf Apfelland täuschen lassen. ;-)

    Wegen der U2 Geschichte, auch kein Wunder da so gut wie jede SL Seite das als Aufmacher in den News bringt … “U2 Konzert in SL” ….

    Hoffe dass ich die Zeitung irgendwie in die Hände bekomme. Bestimmt amüsant.

  2. naja, bei dem verlag…
    das schlimmste ist, dass wieder etliche journalisten davon abschreiben und sich damit solche gerüchte, halbwahrheiten und vorurteile weiterverbreiten!

Reply to “Second Life in der Welt am Sonntag”

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