Geld verdienen in Second Live
Wer die Erwatung hat, mit Second Life Geld zu verdienen, liegt aktuell vollkommen falsch. Second Life ist nicht dafür entwickelt worden. Es bestehen Möglichkeiten ein wenig Geld in SL zu verdienen, aber nur, wenn sich jemand damit ausführlich und langatmig beschäftigen möchte. Aber es ist keine vorrangige Funktion dieser virtuellen Welt! Größere Beträge in SL kann man nur mit entsprechenden größeren Investitionen erreichen.
Z.B.: Angenommen die Rendite einer Investition beträgt 10%. Somit sind erstmal 1000 Euro zu investieren, um 100 Euro zu gewinnen. Wenn Sie gerade 1000 Euro zuviel haben, dann können Sie diese auch als eine risikoreiche Investitionen in SL verwenden, aber auch nur dann, wenn das Geld in Real Life nicht anderweitig sinnvoll verwendbar ist. Es besteht kein kleines Risiko das Geld zu verlieren.
So… als allgemeine Regel gebe ich folgenden Tipp: Investiere nur in Second Live so viel Geld, wie man es sich leisten kann zu verlieren - und begrenze diesen Betrag auf die Summe, den man für die eigene Freizeitgestaltung und Ausbildung maximal ausgeben will.
Es ist sehr schwierig in SL viel Geld zu verdienen. Laut Statistik von Lindenlab waren im Dezember 2007 ca. 400.000 Avatare online. Davon haben gerade mal 250 Avatare mehr als ca. 250.000 Lindendollar verdient (entspricht 720 Euro). Auch gibt es bei der Konvertierung für den Verkauf von Lindendollar ein Monatslimit. Dieses liegt aktuell bei 2500 Dollar. Nur die wenigsten rekonvertieren das Geld wirklich in echte Währung zurück. Allerdings wird die marginale Sparquote wahrscheinlich nicht so hoch wie in der Deutschen Wirtschaft, das meiste Geld wird wieder für Waren und Dienstleistungen in Second Live zurückgeführt.
Eine weitere oft diskutierte Frage, ist die tatsächliche Anzahl der Second Life User:
In Anlehnung an ein Interview, das ich vor einiger Zeit mit einem Second Life User geführt habe, gab dieser an:
„Linden Lab gibt selber an, dass die Anzahl an Benutzern, die mehr als einen Lindendollar ausgegeben haben, im letzten Monat, Dezember 2006, lediglich 144.108 waren. Das ist im großen und ganzen der Maßstab für die Community, Wenn man jetzt noch alle die zweiten Accounts mit einrechnet (also faktisch subtrahiert), ist die Community 140.000-150.000 Unique-Benutzer groß. Alle anderen Zahlen sind nur Mondnummern, die für das Marketing herangezogen werden. Die Community ist daher relativ klein und vernachlässigbar gegenüber Systemen wie WOW, welches, verglichen mit den virtuellen Welten auf dem asiatischen Markt, nicht mal das größte ist.“
Um größere Summen von Geld in Second Live zu verdienen sind viel harte Arbeit und ein noch größeres Engagement notwendig. Nur mit besonders guten persönlichen Talenten und oder Gestaltungswissen, ist es möglich eine der Geschäftsmöglichkeiten in Second Life zu besetzten. Die Liste möglicher Berufe von Lindenlab ist sehr lang und jeder sollte sich Fragen, ob eines dieser Vorschläge seinen persönlichen Interessen nah kommt? (Übersetzung Babel fish)
- Partei- und Hochzeitsplaner
- Haustierhersteller
- Kasinooperator
- Tattooist
- Nachtklubinhaber
- Automobilhersteller
- Art und Weiseentwerfer
- Luftfahrtingenieur
- kundenspezifischer Avataraentwerfer
- Schmucksachehersteller
- Architekt
- XML Kodierer
- unabhängiges scripter
- Spielentwickler
- feiner Künstler
- machinima gesetzter Entwerfer
- Tourführer
- Tänzer
- Musiker
- kundenspezifischer Animationschöpfer
- Lotterieoperator
- Themaparkentwickler
- Immobilienspekulant
- Ferienerholungsortinhaber
- Anzeigenkunde
- Leibwächter
- Zeitschrift
- Verleger
- privater Detektiv
- Verfasser
- Gamer
- Landschaftsgestalter
- Publizist
- spezieller Effektentwerfer
- Büchsenmacher
- Umarmunghersteller
Wenn Du als Second Live User nun frustriert bist, dann vergiss nicht, dass allein die Nutzungsmöglichkeit von Second Live selbst ein Luxusartikel darstellt (nur ca. 2 % der Weltbevölkerung besitzen einen Computer mit breitbandigen Internetzugang). Geld wird im realen Leben. Das ist und bleibt vorerst der Normalzustand und von diesem Geld kann man etwas für Second Live ausgeben.
Wenn Du gerne neue Objekte erschaffst und Kreativität in Second Live ausleben möchtest, dann tue das bitte nicht um damit Geld zu verdienen. Nutze Second Live, weil es Spaß, Freude, Weiterbildungsmöglichkeit oder Freizeitgestaltung ist. Wenn sich dann noch eine kleine Chance ergeben sollte, damit auch etwas Geld zu verdienen, schön, dann nimm es mit. Getreu dem Motto: Plane für das Schlechteste und hoffe das Beste.
Und noch ein Gedanke zum Thema durchschnittliche Nutzungsdauer:
Ab wie viel Zeit ist ein normaler Deutscher Second Live User ein „abhängiger Second Live User“? Was kann denn gefährlich sein? Meine Standardantwort:
Die durchschnittliche Fernsehkonsumzeit eines Deutschen beträgt ca. 220 Minuten pro Tag, steigende Tendenz – trotz neuer Medien. Sind das eigentlich auch „Abhängige“ Konsumenten? Nur weil Second Live als Spiel tituliert wird, denken viele von Abhängigkeiten.
Die tatsächlichen Möglichkeiten von Second Live sind vielschichtiger:
Kollaboratives Lernen, Gestalten, Konstruieren, Programmieren, omnipräsentes Kommunizieren, Konsumieren, neues Entdecken und Erforschen sind die Merkmale von Second Live. Ich definiere diese Multimedia-Anwendung als ein „Metaversum des interaktiven virtuellen Infotainments“


4 Comments, Comment or Ping
kaiser
grüß gott herr professor.
nachdem ich jetzt schon einiges über “second life” gehört habe, folgende fragen. als student der architektur würds mich ja schon interessieren endlich einmal nicht nur virtuell-virtuell (für präsentationen) 3D-Modell zu bauen, sondern die auch real-virtuell unter die leute zu bringen. zahlt sich hier der aufwand aus und gibt es so etwas wie einen wirklichen markt… ich meine einfach prinzipiell “kunden”, die wert auf gute architektur legen oder ist hier eher das selbst häuslbauen angesagt? vieln dank für ihre zeit im voraus. ps. ich verwende zwar in meinem eigenen blog auch wordpress, habe aber keine userregistrierung und weiß daher nicht ob es mailbenachrichtigungen gibt. weil ich ihre nachricht/antowort nicht versäumen will: der.kaiser (at) vectorforsure dot com mit lieben grüßen aus dem kleinen österreich.
Feb 1st, 2007
Bernd_Schmitz
Hallo Adeliger aus Österreich. Um nichts in diesem Blog zu verpassen solltest Du den RSS Feed abonieren.
Zu Deiner Frage:
Nach meiner Einschätzung ist es beim Bauen in Second Life erstmal ähnlich wie im ersten Leben. Der normale Mann ist Stammkunde von dem Baumarkt seiner Wahl und Frau ließt die “Schöner Wohnen” - Zeitschrift. zusammen werden Sie, sofern gewünscht eine “Unterkunft” selbst erstellen. So gibt es auch einige kostenlose Häuser als Freebies. Einige werden somit in SL selber “Hand anlegen. Und mit den gegebenen Mitteln versuchen sich seber was zu bauen. Hier sehe ich derzeit kein wirkliches Potential für Euch Architekten. Anders sieht es bei den Generalunternehmern in SL aus. Die bieten ein Stück Land mit Natur und fertiger Villa an. Solche Angebote sind reizvoller. Alles aus einer Hand halt. Das Angebot einer reinen Architektur-Kreativdienstleistung wird ein normaler Avatar / Privatanwender nicht in Anspruch nehmen. Anders bei Unternehmen. Aber diese beauftragen eher renomierte SL-Builder (z.b. Amiee Weber). Das liegt nicht zu letzt daran, das für das Bauen in SL andere Regeln gelten. Statik ist ein Fremdwort in SL - Hier geht es mehr um Phantasie und Gestaltung. Andere interessante Ansätze versuchen ein paar Architekten, indem Sie für die realen Bauprojekte vorab in SL für die Kunden eine “begehbare” Simulation anfertigen, damit diese die Kunden über einen längeren Zeitraum selber betreten können. Als Student solltest Du aber unabhängig von einem aktuellen Geschäftsmodell das Metversum beobachten und daran teilnehmen. Das Potential von Sl und Achitekten ist in Zulunft nicht zu unterschätzen. Und besser aggieren als reagieren!
Feb 1st, 2007
kaiser
grüß gott herr professor.
vielen dank für die einsicht mit “offenen augen”. Ich wünsche noch weiterhin viel Erfolg!
…und ein angenehmes Wochenende.
Feb 15th, 2007
Reply to “Geld verdienen in Second Live”