Second Life Interview #01 mit Yoshinori Shirakawa

Das Interview wurde per Skype geführt, hier ein

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als Podcast zum anhören.

'Bilder vom Interview Second Life' von bernd_schmitz

Bernd Celt: Frage: Wie ist Dein SL Name und wann bist Du in SL geboren?

Yoshinori Shirakawa: Mein SL Name ist Yoshinori Shirakawa und geboren bin ich im Januar diesen Jahres

– also jetzt fast ein Jahr alt. (Schaut noch mal genau nach) Am 17. Januar 2006 bin ich geboren.

Bernd Celt: Was machst Du hauptsächlich in SL? Willst Du hier RL-Freizeit verbringen oder auch Geld verdienen?

Yoshinori Shirakawa: Anfangs war es eine Möglichkeit kreativ meine Zeit zu verbringen, und inzwischen ist mehr daraus geworden. Ich versuche die Möglichkeiten von Secondlife (SL) mit den Optionen im Reallife (RL) zu koppeln, und letztendlich vielleicht sogar Geld zu verdienen damit.

Bernd Celt: Beschreibe Deine Aktivitäten in SL? Und Deine Motivation dazu?

Yoshinori Shirakawa: Es gibt zwei grundlegende Aktivitäten die ich in SL habe. Das ist einmal mein Shoe Shop, der viele Leute schmunzeln lässt, mir aber die Möglichkeit gibt wenigstens in SL finanziell unabhängig zu sein. Den pflege ich und hege ich natürlich. Der läuft auch gar nicht so schlecht, ich bin wie gesagt “finanziell unabhängig” und kann mir Dinge erlauben, die ich mir im RL nicht erlauben kann, wie z.B. mir ein Motorrad-Team zu kaufen, um einen

anderen Weg der Werbung auszuprobieren. Die zweite Idee ist – ich habe mich mit einigen Second Life`nern zusammen getan, wie haben eine Firma gegründet, die RL Unternehmen Möglichkeiten bietet den Wert von SL für ihr Marketing zu erkennen,

und diese Firmen zu unterstützen den Schritt zu wagen, in SL Werbung zu treiben oder Produkte zu verkaufen.

Bernd Celt: Welche Einnahmen mit welchen Aktivitäten konntest Du bisher in Summe in SL erzielen?

Yoshinori Shirakawa: Ich kann das ziemlich genau sagen, da ich mein Geld nicht aus SL abziehe, ich sammel das immer weiter an und kaufe mir dann immer teurere Sachen irgendwo – das Motorrad-Team war nicht ganz billig, war aber eine lohnende Geschichte im Endeffekt, weil die SL Zeitungen darüber berichtet haben. Seit ich begonnen habe, habe ich etwas mehr als 100.000 L$ verdient.

'Bilder vom Interview Second Life' von bernd_schmitz

Bernd Celt: Zwischenfrage: Nur mit Schuhen?

Yoshinori Shirakawa: Nein das kann man so nicht sagen, denn ich mache auch ein bisschen was an Klamotten, was mir eben gefällt das verkaufe ich nebenbei. Dann habe ich für Freunde einen Drink für einen Club komponiert, da gab es einen Preis zu gewinnen – das war mein erster großer Gewinn.

Bernd Celt: Zwischenfrage: Ein Drink?

Yoshinori Shirakawa: Ja! Das war eine Ausschreibung, für diesen speziellen Club einen eigenen Drink zu entwerfen,

der dann den Gästen dann an der Bar angeboten werden sollte. Dort gab es was zu gewinnen, und das war mein erster größerer Geldbetrag, den ich da bekommen habe.

Dann habe ich noch ein zweites Geschäft, das liegt aber im Moment wirklich brach, weil ich nicht mehr die Zeit dafür habe – ich habe Trophäen und Pokale gebaut und habe die dann verkauft an Event-Manager und so was.

Bernd Celt: Wieviel hast Du bisher an eigenem Geld in SL investiert (getrennt in Euro und Lindendollar die als Erträge aus SL stammen)?

Yoshinori Shirakawa: Ich habe etwas über 70 EUR am Anfang investiert. Deswegen weil ich….(lacht) Ich habe was gemacht, was ich im RL nie machen würde. Ich bin ins Casino gegangen und hab gespielt, habe riesige Summen gewonnen, aber noch größere Summen verloren irgendwann. Das war dann eigentlich auch der Anfang, das hat weg getan, dieses Geld zu verlieren, weil ich dann irgendwann gemerkt habe, das waren jetzt 70 EUR die innerhalb von zwei Wochen weggegangen sind. Das war also schon ein schmerzhafter Effekt, so dass ich mir gedachte habe, es wäre doch viel cooler, wenn ich selber Geld verdiene. Und dann bin ich in SL rumgelaufen und hab Leute gefragt, wo gibt es eine Nische, wo gibt es einen Markt, an Dingen, die man schaffen kann? Viele Leute haben mir gesagt für Männer Klamotten machen wäre ziemlich lohnend und Schuhe sowieso.

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Bernd Celt: Du trennst RL und SL nicht. Du kommunizierst offen und klar wer du bist, andere Avatare trennen dies. Jeder wie er es möchte. Wie reagiert Deine direkte Umwelt auf Deine SL Aktivitäten?

Yoshinori Shirakawa: Eigentlich ziemlich liberal. Meine Frau hatte am Anfang ein Problem damit, aber letztendlich habe ich schon immer online irgendwas gemacht. Ich habe eine Weile für Electronic Arts Community Betreuung gemacht, und sie weiß, irgendwas muss ich immer zu tun haben. So lange, wie ich ein gutes Mittelmaß finde, ist das auch gar kein Problem. Und ich habe ein gutes Mittelmaß gefunden, es gibt Tage da bin ich überhaupt nicht online, und es gibt Tage da bin ich abends bis zu 4,5 Stunden online. Das sind dann aber die Tage, wo mein Sohn nicht schlafen kann, da muss ich bereit stehen. Und dann denke ich eben, es wäre Unsinn die Zeit mit Fernsehschauen zu vergeigen.

Bernd Celt: Wie oft bist Du In-World in Stunden pro Woche?

Yoshinori Shirakawa: 20 Stunden können das schon werden.

Bernd Celt: Und wie viele Sitzungen sind das dann pro Woche?

Yoshinori Shirakawa: 4 bis 5 Tage würde ich schon sagen. Es kann auch schon mal sein vom Arbeitsaufkommen – ich erinnere mich, als ich die 3. Generation an Schuhen gemacht habe, das waren die ersten Schuhe, die ein bisschen aufwendiger von der Gestaltung her waren, da war es wichtig, dass ich am Stück eine längere Zeit sitzen und arbeiten konnte, da war es auch schon mal die ganze Woche, jeweils für 4 bis 5 Stunden. Aber das war auch eine Zeit, wo meine Frau gesehen hat, dass das nicht einfach nur eine Sache ist, wo man dumm vorm Rechner sitzt, z.B. einen Ego-Shooter zu spielen oder so was. Und es zählt auch nicht unbedingt, dass man damit Geld verdienen kann, denn was ich an Geld einnehme ist weiß Gott nicht der Rede wert. Aber die Sache, dass man kreativ etwas gestaltet ist halt sehr interessant.

Bernd Celt: Und deine Frau hat dann auch was gesagt zur Gestaltung der Schuhe? Oder hat sie gesagt, mach dass, wie du das willst?

Yoshinori Shirakawa: Die erste Generation fand sie überhaupt sehr gräuslig, und auf Grund dieses Feedbacks fing ich mit der 2. Generationen mit mehreren Prims eine optimale Form zu gestalten. Die kam dann bei ihr auch nicht an. Und bei der 3. Generation hatte ich sie endlich so weit das sie sagte: „Ja ok, das sieht jetzt aus wie ein Schuh!“ Und tatsächlich seit der 3. Generation ging es dann mit den Verkaufszahlen sehr stark nach oben.

Bernd Celt: Hat sich Dein gefühltes Mediennutzungsverhalten seit SL verändert? Bsp.: Weniger Fernsehen oder weniger Surfen? Wenn ja, schätze die zeitlichen Veränderungen?

Yoshinori Shirakawa: Eigentlich nicht. Ich habe früher schon wenig Fernsehen geschaut, ich les lieber ein Buch, als das ich mich vor den Fernseher setze. Ich habe vorher andere Spiele gespielt, ich habe damals eine Internetpräsenz betreut, ich habe viel mit dem Medien Internet selbst zu tun. Das ist eine Gute Frage, denn soweit zurück liegt das Ganze ja nicht….Ach ja genau, es war die Zeit, wo meine Frau schwanger gewesen ist, und da ist der ganze Haushaltskram an mir kleben geblieben, und da habe ich mich darum gekümmert, genau! Ich hab das schon wieder verdrängt, das ist faszinierend. (beide lachen)

Bernd Celt: Was ist für Dich das faszinierende an SL? Beschreibe es bitte in min. 5 Sätzen.

Yoshinori Shirakawa: Mindestens? Ich glaube das werden sogar mehr. Ich habe mir die Frage oft gestellt. Denn eigentlich war ich schon am zweiten oder dritten Tag so in den Bann gezogen, dass ich mir das gar nicht so beantworten kann. Man kann das auch nicht in wenigen Sätzen sagen. Im Grunde sind es vier Punkte, die unheimlich interessant sind. Das eine ist klar der soziale Effekt, man trifft unheimlich viele internationale Leute, und das ist etwas, was mich schon immer gereizt hat, viele internationale Kontakte zu haben und geografische Ausdehnung überhaupt nicht als Grenze zu sehen. Der zweite Punkt ist das man kreativ alles umsetzen kann, was man umsetzen möchte, es gibt keine Gesetzmäßigkeiten, die ich zu berücksichtigen habe, keine Statik oder Gravitation, die mich beeinflusst irgendwo. Ich kann wirklich, dass was mir jetzt in den Kopf kommt, mit den Mitteln, die mir das Spiel bietet, sofort umsetzen. Der dritte Punkt ist die Möglichkeit, mit dem was ich kreativ gestaltet habe, Geld zu verdienen – das ist der Punkt, an dem man nicht mehr mit der Begriffserklärung eines Spiels klarkommt. Ich kann eben das, was ich baue, verkaufen und wenn es gut ist Geld damit verdienen. Der vierte Grund ist die Möglichkeit Marketing im Spiel zu machen. Das hat mich früher nie so interessiert, aber in dem Moment als mein Shop losging und interessanter wurde, da habe ich angefangen, das Geld was ich als Überschuss hatte in Werbung zu investieren – ich habe Radiospots produzieren lassen, ich hab mir Werbung einfallen lassen, für die Zeitungen im Spiel, eben solche Sachen, die man im RL nur mit großen Budgets verwirklichen kann, kann man in SL ziemlich gut ausprobieren und dann eben auch neue Wege gehen.

'Bilder vom Interview Second Life' von bernd_schmitz

Bernd Celt: Erzähle bitte von Deinen drei größten Erlebnissen/Erfolgen in SL.

Yoshinori Shirakawa: Ok, mein größter erster Erfolg war Shoewars, das war eine Veranstaltung die J.D Mills eine Mall in SL organisiert hatte. Dort wurden alle Schuhdesigner aus SL hingerufen. Ich bin dort eingeladen worden damals, und ich fand es sehr faszinierend, denn das war gerade mal nach der 1. Generation von Schuhen, dem Schuh, der wirklich nicht sehr überzeugend war. Trotzdem hat man mich da eingeladen und das fand ich sehr interessant. Der zweite Erfolg direkt im Anschluss, ich durfte die Pokale machen und das war meine erste größere Geschichte, wo ich einen Preis aushandeln musste. Vorsichtig wie man A) als deutscher schon ist und B) als Anfänger in dem Spiel, habe ich einen Preis genannt, der eher an Liebhaberei grenzte als an eine optimale Preisgestaltung in einer Marktwirtschaft. Ich war aber sehr positiv überrascht als ich dann drei Mal so viel bekommen hatte von der Veranstalterin, die heute immer noch eine gute Freundin von mir ist. Wir treffen uns oft und diskutieren über Events die man machen kann, gerade in Bezug auf Schuhe. Das dritte wirklich einschneidende Erlebnis ist, als ich meine Geschäftspartnerin kennen gelernt habe, die eben auch von meinen Skills beeindruckt gewesen ist und mir aufgrund dieser Skills und der damaligen 3. Generation Platz in Ihrer Mall angeboten hat, sie hatte eine eigene Simulation, die sie privat gemanagt hat, und mir einen Platz angeboten hat, wo ich kostenlos meine Schuhe ausstellen konnte das fand ich sehr beeindruckend. Baer wenn ich zurück denke, waren es viele Erlebnisse, die mich mitgerissen haben, und letztendlich dafür gesorgt haben, dass ich immer noch diese Attraktion in SL verspüre.

Bernd Celt: Welche Erfahrungen/Erlebnisse sind für Dich in SL nicht schön – Was stört Dich besonders?

Yoshinori Shirakawa: Mich stört die öffentliche Berichterstattung, wenn es darum geht über Themen wie Sex im Spiel zu berichten. Das ist ein Fakt – klar – das gibt’s im Spiel, aber überwiegender ist eben die kreative Umsetzung. Ich erinnere mich sehr gut an die erste Berichterstattung von VOX, wobei VOX nicht unbedingt ein Fernsehsender ist, den man empfehlen kann, wenn man eine glaubwürdige Berichterstattung erleben will. Ich kenne jemanden, der als Resident zum Interview eingeladen war, und ich weiß, dass die Themen, die im Gespräch behandelt worden sind, zu 15% höchstens das Thema Sex tangiert haben. Und im Endeffekt hat sich der gesamte Beitrag nur um dieses Thema gedreht. Das ist einfach schlecht, denn das Spiel hat wesentlich mehr Potential als das. Es ist eine Attraktion, das ist klar, Sex sells, wie im wirklichen Leben, aber es ist eben nicht alles. Das ist schon ein Nachteil finde ich.

Bernd Celt: Wovor hast Du am meisten Angst in SL? Was ist Deine größte Sorge?

Yoshinori Shirakawa: Meine größte Sorge wäre, das SL vom einen auf den anderen Tag nicht mehr da wäre… Aber sonst mache ich mir keine Sorgen z.B. um das Geld das ich investiert habe, das ist einfach nicht der Rede Wert, as ist ja kein Grund für eine Zukunftsangst o.ä.

Bernd Celt: Was glaubst Du sind die zukünftig größten drei Interessengebiete der SL-Community?

Yoshinori Shirakawa: Das eine Interessensgebiet ist immer der Chat, also die Kommunikation. Das ist schon immer ein großes Ding gewesen, ob nun 2D oder 3D ist egal.

Die zweite Interessensgruppe sind diejenigen, die ingame mit den Werkzeugen versuchen Geld zu verdienen, und zwar an den Leuten, die diesen 3D Chat genießen, und sich eben abheben wollen von der breiten Masse und ihren Avatar pimpen. Die dritte große Interessensgruppe werden diejenigen sein, die die Möglichkeiten in SL erkennen und im RL nutzen. Die Leute, die es verstehen große Firmen zu attrackten ins Spiel zu kommen und SL zu nutzen, um einen weiteren Weg des Marketings zu gehen.

'Bilder vom Interview Second Life' von bernd_schmitz

Bernd Celt: Was ist die Zukunft von SL in 1,3 und 5 Jahren? Was ist Deine persönliche Prognose?

Yoshinori Shirakawa: Also kurzfristig, in einem Jahr werden wir einen unheimlichen Hype erleben, dadurch, dass immer mehr RL Companies den Weg in SL finden und die Resident-Zahlen werden schlagartig steigen, sind sie ja jetzt schon. In drei Jahren wird sich dieser Hype gelegt haben und es wird sich ein Core gebildet haben, der sich hoffentlich einpendelt, zu einer Gruppe von Leuten, die zahlenmäßig nennenswert ist.

Bernd Celt: Zwischenfrage: Was denkst du wie groß die sein könnte?

Yoshinori Shirakawa: Ich rechne mit etwas über 2 Millionen, ein harter Kern, der sich da rausbildet. Weltweit. Ich meine, wir sind jetzt bei 1.7 Millionen, wenn man das weiter spinnt, noch das Jahr, dann kommen wir auf 3, 3,5 und dann wird es sicherlich auch wieder zurückgehen. In 5 Jahren könnte ich mir vorstellen, dass durch die Verbesserung der Grafik und natürlich auch des Breitbandangebotes und des Durchsatzes, der über Breitband verfügen wird, SL eine weitere Möglichkeit des online Einkaufens wird. Die Mission, die die Leute haben, mit den ich zusammen arbeite, die uns letztendlich auch antreibt weiter zu arbeiten, ist eben die Vision, das jemand der online einkaufen geht, z.B. bei otto.de, irgendwann eben SL oder eine ähnliche Plattform nutzen wird, um seinen Avatar wirklichkeitsgetreu nachzubilden. Und dann eben mit dem Gedanken in SL geht, und denkt ich habe einen roten Pullover, ich habe grüne Strümpfe, und jetzt gucke ich mal welche Hose passt am besten dazu. Probiere diese an, eben beim irgendeinem Kleiderhersteller, der sich in SL angesiedelt hat, und später geh ich in den Laden, oder auf die Website, oder eben direkt in SL und bestelle die Hose.

Bernd Celt: Welche Empfehlung würdest Du dem Bayerkonzern (Bayer AG) zu der Frage geben, ob eine SL-Präsenz sinnvoll ist und was wäre bei einer solchen Entscheidung zu beachten? (Wenn Du Bayer nicht kennst, stell Dir einfach ein anderes großes deutsches DAX-Unternehmen vor)

Yoshinori Shirakawa: Es ist definitiv für jede Firma ein lohnender Schritt, gerade im Moment, wo es noch darauf ankommt, diesen First-Mover-Effekt auszunutzen. Gerade bei Bayer könnte ich mir vorstellen, dass man eine groß angelegte Informationsveranstaltung machen könnte, chemische Produkte, medizinische Produkte alle möglichen Sachen eben dort vorstellen könnte und präsentieren könnte. Das würde definitiv Sinn machen und mir kommen jetzt schon viele Ideen dafür.

Bernd Celt: Welche Ratschläge kannst Du SL-Interessierten geben, wenn sie SL mal kennen lernen wollen? Was sind die größten Newbees-Fehler?

Yoshinori Shirakawa: Eine Empfehlung für Interessenten ist, einfach rumfragen, ich bin auf die Leute zugegangen und hab gefragt, was sind Punkte, die wirklich sehenswert sind. Damals, als ich angefangen habe, waren es noch nicht so viele, aber trotzdem genügend, das ich sie nicht geschafft habe in zwei Wochen. Die tollste Attraktion sind die Leute selbst, wenn man sieht wie nett die Leute zu einem sein können, denn ich habe bis auf zwei oder drei Ausnahmen keine Leute gefunden, die eine negative Ausstrahlung gehabt haben. Wenn man selbst offen ist und offen auf die Leute zugeht, kann man in dem Spiel nichts falsch machen. Es geht nicht darum, die besten Sehenswürdigkeiten zu sehen, sondern darum, wie man sich verhält. Das ist wichtig, dass man es so offen macht, wie man wünscht, dass andere einem begegnen. Das funktioniert sehr gut in SL.
Der größte Fehler, den man als Newbee machen kann, ist eben wenn man Auftritt und eine gewisse Etikette nicht einhält. Im Deutschen ist das gut abzugrenzen mit dem „Sie“ und dem „Du“, das gibt zwar im Englischen nicht so, aber man kann es ja trotzdem durch die Art und Weise, wie man sich ausdrückt und wie man mit einem spricht, kann man das natürlich auch ausdrücken. Darauf legen die Leute wert.
Ein zweiter großer Fehler den Newbees oft machen, ist dort rumzulaufen, wo es einem gefällt. Zwar kann man als Newbee nicht erkennen, wo man sich besser nicht aufhält, aber es gibt tatsächlich Gegenden, die sind zwar frei zugänglich, aber das sind private Areas. Es wird niemanden geben der sagt: „Du bist ein Newbee, GEH!, aber es ist einfach unangenehm manchmal.
Der dritte große Newbee-Fehler ist meiner Meinung nach, wenn man Wochen in den Klamotten rumläuft, die man am Anfang vom System geschenkt bekommen hat, weil SL bietet wesentlich mehr Möglichkeiten, auch kostenlos an Klamotten zu kommen.
Ich habe sogar am Anfang Leute getroffen, die haben mir Sachen geschenkt, weil man eben ins Gespräch gekommen ist.

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Vielen Dank für das Interview. Es ist ebenfalls im Multimediawiki nachzulesen.

Weitere Interviews folgen!

3 Gedanken zu „Second Life Interview #01 mit Yoshinori Shirakawa

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