Life before death…Der Videoblog von Mohammed Abdoohs
Auch wenn es hier um ein sehr ernstes Thema geht - oder gerade deswegen - , finde ich es krass, wie die Möglichkeiten des Web 2.0 genutzt werden.
Ich habe gestern, 13.11.06, bei uns im Regionalblättchen “General-Anzeiger” einen Artikel über einen 46 Jahre alten Mann, Mohammed Abdoohs, gelesen. Er hat Lungenkrebs im Endstadium. Eine Singapurer Hospitzbewegung kam nun auf die Idee eine Kampagne mit ihm zu starten. Eine Kampagne, die in erster Linie helfen soll, dem Tod positiv gegenüber zu stehen und die Arbeit für unheilbar Kranke, die überwiegend von Freiwilligen übernommen wird, bekannter zu machen. Die ganze Kampagne besteht aus Plakaten, auf denen ,neben seinem Gesicht, doch sehr provokative Aufschriften gedruckt sind: “Was würdest Du machen, wenn Du nur noch sechs Monate zu leben hättest?” - “Plane Deine Beerdigung” oder “Zieh Lila zu Neongrün an, auch wenn es nicht passt”.
Was hat das ganze nun mit Web 2.0 zu tun?
Es gibt zu dieser Kampagne einen Videoblog, indem der Sterbenskranke über seine Familie, über Liebe und Leben spricht. zu sehen unter:
http://www.lifebeforedeath.org.sg
Das gesamte Projekt soll helfen über ein - gerade auch in Asien - bestehendes Tabu zu sprechen und an das Problem der Hilfe und Pflege für Kranke und immer älter werdende Menschen heranführen.
Sicherlich ist das Web 2.0 eine Möglichkeit viele Leute zu erreichen und auch gerade die Möglichkeit des direkten Austausches über Blogs o. ä. hilft vielen über dieses Tabu zu sprechen. Ich weiß jedoch noch nicht so recht, was ich darüber denken soll. Ist das Ganze nicht doch etwas zu provokativ und das Thema zu persönlich um mein Sterben Öffentlich zu machen?
Sollte es vielleicht im Web 2.0 bzw. bei bestimmten Anwendungen des Web 2.0 Grenzen geben? Demgegenüber steht natürlich die Meinungs- und Pressefreiheit…
Wie denkt ihr über dieses Thema oder auch allgemein über die “Grenzen und Freiheiten des Web 2.0″?


3 Comments, Comment or Ping
Bernd_Schmitz
Ich musste mehrfach schlucken nachdem ich diese Videoblogs gesehen habe.
Aber als ein großer Fan (http://news.marketingclub-koelnbonn.de/?p=69) von Herr Roth aus Bergisch Gladbach, glaube ich aber das auch Web 2.0 eine ideale Möglichkeit ist, sich mit dem Thema Trauern und Tod sinnvoll beschäftigen zu können.
Mehr Infos unter:
http://www.trauerakademie.de
Nov 15th, 2006
NIKO_SCHROER
Also grundsätzlich denke ich das es für Themen wie dieses, welche in unserer Gesellschaft und auch den Medien nicht wirklich beachtung finden eine Plattform gibt auf sich aufmerksam zu machen. Andererseits denke ich auch das es hier Grenze gibt bzw. geben sollte.
Nov 16th, 2006
Carolin_Traeger
Klar ist es gut auf Probleme aufmerksam zu machen …andererseits: Woher soll man noch wissen, wem man nun seine Aufmerksamkeit schenken soll, wem man evtl. helfen könnte usw. wenn im Prinip JEDER im Netz nach Hilfe fragen kann? Verliert man da nicht den Überblick?
Nov 16th, 2006
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