Aral tanken und Payback-Punkte sammeln… aber der brave Punktesammler muss bei den Prämien aufpassen!
Die Pressemitteilung der Loyality liest sich für uns Verbraucher wie eine glückliche Weihnachtsbescherung. Toll, endlich haben sich zwei Marktführer zusammengeschlossen und bieten für alle spritpreisgebeutelten Autofahrer eine sinnvolle Sparalternative. Die Devise lautet Punkte sammeln.

Schnell habe ich meine drei Jahre alte Payback-Punktekarte gezückt und der lächelnden Tankwärtin auf die Theke gelegt. Ich habe nämlich schon vor drei Jahren, bei der DM Drogerie, kräftig beim Windelkauf für meine kleine Tochter Punkte angesammelt. Wer hochwertigepreisige Windeln kennt, weiß, dass hier Werte von ca. 60 Euro pro Monat “beschissen” werden (Aber das Thema blogge ich ein anderes mal).
Zurück an die Tankstelle. -> Nach dem Tanken frage ich nach dem Kontostand. Die Angestellte zieht die Karte elegant durch den Kartenleser und best�tigt mir 1410 Punkte. Den Punktestand raunt sie mit einem anerkennenden Ohhh. (Damit meinte Sie wohl: wie Wertvoll…..)
Im Eingangsbereich stand so ein kleines Plastik-Fußballtor für Kinder. Es ist ca. 60 cm hoch und 1 Meter breit mit einem echten Fußballnetz. Es würde ein glänzen in die Augen von meinem 2-jährigen Sohn bringen… Also frage ob ich dieses Plastiktor für meine Punkte bekomme. Klar meint die freundliche Dame. Das ist schon für 200 Punkte zu haben. Meine Freude war riesengroß, fast überhörte ich den leisen Hinweis “nur 12,- Euro Zuzahlung”. Heyda, das ist nur ein Plastikteil das maximal einem Wert von 10,- Euro entspricht, denke ich mir insgeheim.
Halt - Stopp - Zahlen…. Ne….
Ich schlage vor, dass Sie anstatt der 12 Euro lieber 1400 Punkte von meiner Karte abnehmen solle.
Das geht wohl nicht meinte die nette Dame hinterm Tresen und übergibt mir einen kleinen Prospekt mit den aktuellen Paybackartikeln von Aral mit nebenstehenden Zuzahlgebühren. Kein Artikel, der kostenfrei - respektive Zuzahlfrei ist.
Mit dämmert da eine Strategie hinter. Genau wie im letztes Jahr, als noch die Klebemarken auf irgendwelchen Sammelkarten bei Aral als Kundenbindungsinstrument gängig waren. Nachdem ich mühevoll die Anzahl zusammen hatte merkte ich, dass man immer zusätzlich “Zu-”Zahlen muss. Nach meiner Meinung waren aber immer alle Artikel ungefähr so teuer, dass sich diese Beträge mit den Einkaufskosten der Waren zu decken scheinen. Also wo ist der Treuerabatt? Da kaufe ich dann schon aus Prinzip nichts. An diesem Prinzip hat sich mit Payback scheinbar nichts ge�ndert. Die Marketingkommunikation täuscht den treuen Kunden wertvolle Sachrabatte in Form von tollen Produkten an, aber tatsächlich finanziert der Zuzahler mit seinem Betrag das komplette Produkt. Insbesondere sogar, wenn mann nach dem günstigsten Anbieter etwas “googelt”
Aus Prinzip verlasse ich die Tankstelle, etwas sauer und entmutigt.
Zuhause angetroffen begrüßen mich meine Kinder. Ich spüre etwas Mitleid, denn mein Sohn bittet mich sofort um eine kleines Wohnzimmerfußballturnier. Wir nehmen wir immer die Couch als Torersatz
Anschließend nehme ich mir die Post von heute vor und finde einen Werbebrief von PAYBACK. Na so ein Zufall, was wollen die mir denn mitteilen…. Oh schau, da sind viele neue interessante Prämien zum aussuchen und einfachen bestellen. Jetzt werde ich aber wirklich neugierig und schau mir die Offerten genauer an.
Als Erstes für sage und schreibe 1000 Punkten einen USB-MP3 Player von Philips. Allerdings mit einer Zuzahlung von 45,- Euro. Die 1000 Punkte haben einen Wert von 1000 Cent. Damit ist der Prämienwert 55,- Euro. Scheinbar. Der Player hat die Bezeichnung SA1100. Als E-Commerce-Freund habe ich die gängigen Preissuchportale gepr�ft. Den Player gibt es aber schon ab 48,55 Euro im Web. Damit kommt leicht der Verdacht, dass Payback hier an den Prämien nicht den tatsächlich “erkauften und ersparten” Rabatt vergütet. Bei 17 Mio. Haushalten, die mit dieser Werbung konfrontiert werden, kommen bestimmt einige hundert Besteller für diesen Artikel zusammen. Die Einkaufskonditionen bei Payback werden ca. 10 % unter dem günstigsten Endkundenpreis liegen. Der gutgläubige Paybackkunde opfert 1000 Punkte und zahlt 45,- Euro. damit dürfte Payback eine gute Marge erzielen. Vorrangig wirbt Payback für sich als Kundenbindungsunternehmen, das bei seinen Kunden ein sehr hohes Vertrauen genießt. Bei mir ist das ab heute vorbei. Das Prämiensystem der Payback-Karte ist f�r mich nicht nachvollziehbar. Ich hoffe, dass alle anderen 24 Millionen Karteninhaber von Payback das ebenfalls merken. Und damit mein Aufruf an alle Paybacknutzer: Vergesst die Prämien und lasst Euch das Guthaben auszahlen.

Das Payback schon kurz nach der Gründung sehr umstritten war steht beim BigBrotherAward.


4 Comments, Comment or Ping
Daniel Peters
Sch
Mai 28th, 2006
Dominik Bernauer
Und doch scheint die simple Rechnung für die Unternehmen super aufzugehen (meiner Meinung nach ebenfalls v?llig zu Unrecht).
Nicht nur die nur die Gewinnmargen für die einzelnen Produkte dürften für die Unternehmen interessant sein.
Auch die Marktforschungskosten der Unternehmen d?rften seit Einf?hrung von Payback& Co. drastisch gesunken sein?
Man hat ja jetzt stets den Überblick, wer, was, wann, wo und in welcher Kombination mit anderen Produkten gekauft hat?
Mai 29th, 2006
The Fan
Wie wäre es dann wenn du die Punkte einfach einlößt in Miles & More?!?
Da winken bessere Prämien und weniger oder keine Zuzahlungen…
Kleiner Tip
Sep 10th, 2006
Ich
probiers mal bei dm und lass dir für 1000 punkte nen 10€ wertscheck raus..denn du dir bar auszahlen lassen kannst …kein verlust so wie zb beim mp3 player… einfache 10€ die du bar auf die hand bekommts weil du nicht nur eingekauft hast sonder auch noch mitgepunktet…. is also so gesehn nicht wirklich ein nachteil…
denn denn preis musst eh zahlen..ob mit oder ohne paybackkarte
und datenspeicherung kann man auch “umgehn” wenn man die anmeldung richtig ausgefüllt hat…lesen leute..lesen …. auch das kleingedruckte …so viel von meiner seite
Dez 12th, 2007
Reply to “Aral tanken und Payback-Punkte sammeln… aber der brave Punktesammler muss bei den Prämien aufpassen!”