image

Informationen zu Multimedia und Gruppenblog der Studenten von der RFH Köln

Freie Meinung ja – aber immer da wo sie hingehört Wie Unternehmen auf Kritik in Social Networks reagieren

Vor ein paar Tagen habe ich etwas erlebt, von dem ich hier gerne berichten möchte. Es war schon spät und ich surfte noch ein bisschen im Internet rum und habe mir die Karriereseiten von BASF bei Facebook angeschaut. Dort hatte jemand – wahrscheinlich ein Greenpeace-Aktivist – einen Beitrag gepostet. Eine genmanipulierte Kartoffel sei jetzt auf dem Markt zugelassen, sie enthielte ein Antiobiotikaresistenzgen, das dazu führe, dass Antiobiotika unwirksam würden. Dass diese Kartoffel irgendwann auf unseren Tellern liege und alle der Bundeslandwirtschaftsministerin ihre Meinung sagen sollten.

Ich habe sofort darauf reagiert und dem Blogger folgendes geantwortet: „Ich akzeptiere Deine Meinung und auch die Position von BASF. Das Thema genveränderte Agrarprodukte hat schon immer zwei unterschiedliche Positionen gekannt, pro und contra – dies ist eine lange Diskussion, die auch sicher nicht bald enden wird. Allerdings ist diese Seite hier zum Thema Berufseinstieg und Karriere bei BASF und keine Seite für solche Themen. Wenn Du BASF als Arbeitgeber nicht willst, dann kannst Du diese Gruppe ja auch ignorieren. Aber Deine Notiz bringt mich nicht weiter.“

Kurze Zeit später bekam ich eine Email von meinen Kollegen von BASF-Karriere, die sich bei mir für mein Statement bedankten. Sie fragten auch, ob wir bei Bayer für solche Fälle eine Art „Notfallplan“ hätten, der empfiehlt wie man reagieren soll.

Aber warum erzähle ich das? Was steckt dahinter? Die Fragen, die mich dabei beschäftigen sind: Wie können Unternehmen auf firmenkritische Beiträge in Social Networks reagieren? Sollten Sie überhaupt reagieren?

Viele Unternehmen sind umstritten

Denn das Beispiel von BASF ist kein Einzelfall. Alle Unternehmen, die in Sozialen Netzwerken vertreten sind, machen sich in gewissem Sinne angreifbar. Und nicht jeder ist mit dem, was ein Unternehmen herstellt oder wie es auftritt, einverstanden. Bayer beispielsweise macht Tierversuche, um Medikamente zu testen und hat eine CO2-Pipeline, die sehr umstritten ist. Google speichert Daten von Nutzern und eine Bertelsmann-Tochter – RTL – hat im Teletext ab Seite 600 pornografische Texte die von Kindern ohne Altersbeschränkung gelesen werden können. Und es lassen sich durchaus noch mehr Beispiele auflisten, wenn man will: BMW macht tolle Autos, die aber zehn Liter brauchen und die Umwelt verpesten, obwohl schon längst sparsamere Modelle erfunden sind. Einige Banken haben eine Wirtschaftskrise ausgelöst, weil einzelne Manager sich bereichert haben. Bei Volkswagen gab es einen Betriebsrat der Luxusreisen auf Kostenstelle buchte. Die Liste ist beliebig erweiterbar. Jedes Thema kann kritisch diskutiert werden, jede Position hat Befürworter und Gegner. Es ist ja sogar gut und wichtig, dass es man sich über strittige Fragen auseinandersetzt.

Aber – und das ist meine feste Überzeugung –, dies hat nichts auf Karriereseiten von Unternehmen zu suchen. Es gibt ausreichend Foren, in denen man sich über Umwelt-, Menschenrechts- oder politische Fragen austauschen kann. Die Diskussion sollte immer da geführt werden, wo sie hingehört. Wenn jeder im Internet auf allen Seiten seine Meinung verbreitet, dann vermischt sich alles und Web 2.0 wird ein riesiger, uninteressanter, ungeordneter und letztendlich auch unbrauchbarer Wust an Information.

Vor einiger Zeit gab es auch auf der Facebook-Seite von Bayer Inhouse Consulting einen ähnlichen Fall. Jemand hatte einen Greenpeace-Film mit dem Titel „Greenpeace screwed Bayer’s image“ gepostet – es ging auch hier um gentechnisch verändertes Gemüse.

Auch in diesem Fall war ich der Ansicht, dass auf Karriereseiten Fragen zu Bewerbung, Berufseinstieg und eben Karriere diskutiert werden sollten und nichts anderes. Wenn jemand Schwierigkeiten hat, sich mit einem Unternehmen zu identifizieren, soll er nicht da arbeiten. Und wenn er nur „stänkern“ will, dann hat er auf den Karriereseiten nichts verloren, sondern soll sich in den dafür geeigneten Foren mit anderen austauschen.

Keine zwanghafte Kontrolle

Unternehmen können im Social Media-Bereich nicht jeden Beitrag kontrollieren. Das widerspräche ja auch dem Sinn und Zweck von Netzwerken. Aber man kann versuchen, sogenannte „Trolle“ – also Personen, die Diskussion vom Zaun brechen, die mit der eigentlichen Sache nichts zu tun haben – auf ihr Verhalten aufmerksam machen. Man kann sie persönlich darauf hinweisen, dass ihr Beitrag an dieser Stelle nichts zu suchen hat. Wahrscheinlich ist das sogar hilfreicher, als wenn das Unternehmen ganz offiziell antwortet. Möglicherweise fühlen sich die „Trolle“ dann sogar noch angestachelt und bestätigt.

Mein Fazit: Ich bin der Meinung, dass man nicht als Unternehmen auf kritische Blogbeiträge antworten sollte. Ich antworte vielmehr immer als Bernd Schmitz und äußere meine private Meinung. Und auf die Frage der Kollegen kann ich nur antworten „Nein“, eine Art Krisenmanual haben wir bei Bayer für Social Networks und Karrierefanpages nicht. Bisher hat sich die Diskussion auf unseren Facebook-Seiten meist immer um das gedreht, was die Leute an diesen Seiten interessiert: Alles um das Thema Karriere bei Bayer und sonst nichts.

e-Recruiting im Traditionsunternehmen: Siemens machts vor

„Sie haben sich vor einigen Tagen bei Siemens beworben. Das freut uns sehr!“ Wer sich bei Siemens beworben hat und dessen Bewerbung gut war, erhält einige Tage später diese Zeilen per Mail. Weiter heißt es: „Wenn Sie Lust haben, können Sie auch noch über unsere Siemens AG Career-Gruppe in Facebook Kontakt mit uns aufnehmen oder einfach immer auf dem Laufenden bleiben, was bei Siemens so geschieht!“

http://www.facebook.com/Siemens-AG-Careers-Germany/

Ich finde diese Idee großartig! Und auch den Bewerbern scheint es zu gefallen. Innerhalb von zwei Wochen hat die Seite 185 neue Fans bekommen, insgesamt sind es schon über 800. Und die Kommentare auf der Pinnwand sind durchgehend positiv: „Tolle Idee“, „Innovatives HR-Team“, „Danke für die Einladung“.

Die Aktion ist aus zwei Gründen ziemlich genial: Zum einen bindet man so Bewerber an das Unternehmen und bleibt mit den Interessierten in Kontakt. Zum anderen setzt Siemens auf diese Weise Maßstäbe im Personalmarketing und positioniert sich als innovatives Unternehmen. Und vielleicht kommt der ein oder andere qualifizierte Absolvent auch gerade über die Facebook-Seite auf die Idee sich zu bewerben. Nachahmung empfehlenswert!

Darum tausche ich mich mit Kollegen gerne in Sozialen Netzwerken aus

Auf Facebook haben die meisten von uns viele Freunde. Im Grund sind es eher – so definiert es auch Wikipedia – virtuelle Bekanntschaften oder Kontakte.

Natürlich können zu den Facebook-Freunden auch Familie, „echte“ Freunde oder persönliche Bekannte gehören. Es gehört aber auch noch eine andere große Gruppe dazu: Leute, die ich oft treffe – Leute, die ich seltener treffe – Leute, die nicht persönlich kenne, die aber gemeinsame Interessen haben und mit denen ich mich austauschen möchte. Außerdem kommen noch Kollegen hinzu, Studenten, die ich mal unterrichtet habe oder Studenten, sprich potentielle Bewerber, die zu mir oder zu Bayer Kontakt suchen.

Mit ihnen allen stehe ich bei Facebook in Kontakt. Das Besondere an diesem Netzwerk ist, dass man dort nicht nur Informationen austauscht und Geschäftsbeziehungen pflegt, sondern dass sich dies auch durchaus mit persönlichem Austausch vermischt.

Eine Landkarte von meinen vernetzten 300 aktiven Facebookkontakten

Facebook-Kontaktkarte

Als es Facebook noch nicht gab, habe ich mich oft gefragt „Was kann ich tun, damit geschäftliche Kontakte interessant und spannend sind?“ Dies war immer dann der Fall, wenn meine Geschäftspartner und ich auf derselben Wellenlänge lagen. Vielleicht liegt es auch an meiner „rheinischen“ Art – mir fällt es leicht in Kontakt zu kommen, ich sehe immer zuerst das Positive in den Menschen und habe keine Berührungsängste. Im Gegenteil: Ich freue mich, jeden Tag neue Leute zu treffen und interessante Persönlichkeiten zu entdecken.

Wenn ich früher jemand getroffen habe, mit dem ich mich intensiver austauschen wollte, den ich näher kennen lernen wollte, dauerte die Kennenlernphase viel länger. Beziehungen muss man pflegen, Zeit und Energie investieren. Auch auf der Arbeit beginnen Treffen, Gespräche und Meetings meist mit ein bisschen Small Talk. Man sucht gemeinsame Anknüpfungspunkte. „Wo haben Sie eigentlich studiert? Was haben Sie vorher gemacht? Wie sehen Ihre Urlaubspläne aus? – Dies sind oft die typischen Einstiegsfragen. Sie sind nicht zu weit weg vom Business, lassen aber genug Raum, um den anderen ein bisschen besser kennen zulernen. „Ach so, BWL. Ich auch.“, „Und wo?“ Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man sich nach circa fünf bis zehn persönlichen Treffen duzt und die Gespräche persönlicher werden.

Wenn man eine Rechnung aufstellen will, kann dieses „Netzwerken“ beziehungsweise das „sich Kennenlernen“ durchaus 20 Prozent zusätzliche Zeit ausmachen. Für mich ist diese Investition aber sehr wertvoll. Zum einen macht es mir Freude jemanden kennen zulernen und zum anderen profitiert auch mein Berufsleben davon. Denn bisher beruhten all meine erfolgreichen geschäftlichen Kontakte auch auf persönlicher Sympathie für den anderen.

Facebook ersetzt natürlich nicht die persönlichen Kontakte, erleichtert und beschleunigt aber das Kennenlernen. So stehen im Facebook-Profil auch private Informationen: beispielweise Hochschule, Studienrichtung, Auszüge aus der Vita, Urlaubsberichte, Fotos oder Videos. Auf diese Weise bekomme ich schnell Informationen, die nicht geschäftlich sind und gerade deshalb die soziale Interaktion unterstützten können. Oft klappt das sogar so gut, dass schon das erste Treffen von einer so positiven Grundstimmung geprägt ist, wie es sonst manchmal erst nach dem zehnten Treffen der Fall ist. Natürlich gibt es auch manchmal Ausnahmen und die Chemie stimmt einfach nicht.

Was sagt aber der Personaler in mir dazu? Ich schaue mir Social Networking-Profile sehr intensiv an. Besonders von allen Leuten, mit denen ich über Karriere und Jobmöglichkeiten spreche. Ich bin der Meinung, dass ich mir mittlerweile anhand eines Profils schnell einen Eindruck von einer Person verschaffen kann, der sich im ersten persönlichen Kontakt dann meist bestätigt. Mein Gefühl täuscht mich hierbei selten.

Veröffentlicht jemand in seinem Facebook-Profil persönliche Bilder, auf denen er im Kreis von Freunden oder guter Stimmung auf einer Party zu sehen ist, finde ich das sympathisch. Ich bin zwar selbst kein Partylöwe – aber wer ein ausgewogenes soziales Umfeld und Freunde hat, der ist auch stabil und ausgeglichen genug, um Stress im Job auszuhalten.

Sicherlich gilt hier: Bilder und Videos von Alkoholexzessen oder, die jemanden im Delirium zeigen, sind unangebracht. Völlig in Ordnung finde ich aber Fotos auf denen man mit einer Mass auf dem Oktoberfest oder mit einem kleinen Schwips zu sehen ist. Schließlich möchte ich mit Menschen zusammenarbeiten und nicht mit „Business-Maschinen“. Meine liebsten Kollegen sind nämlich noch immer die, mit denen ich nach Feierabend etwas trinken gehen oder „um die Häuser ziehen“ kann.


Der Weg zum Enterprise 2.0: Tipps für Unternehmen: 10. Budget

Der letzte Teil der Serie auf dem Weg zum Enterprise 2.0 führt uns zum Budget.
Die Implementierung von Web 2.0 Tools ist für das Unternehmen unweigerlich mit Kosten verbunden.

Die Systemkosten / Softwarekosten fallen dabei meist nur mit einem geringen Anteil ins Gewicht. Open-Source ist auch für den gestandenen IT-Leiter heute kein Schreckgespenst mehr. Allerdings sind
Schulungsmaßnahmen (Teil 7),
Consulting (Teil 9) und die
zentrale Koordinierung (Teil 8 ) ,

die Positionen, die ein größeres Budget erfordern.
Bei großen Unternehmen werden IT-Kosten von unter 3,0 Prozent des Umsatzes als gesund bezeichnet. Bei den gestiegenen Anforderungen an die Kapazitäten und die Qualität herrscht ein starkes Costcutting in allen IT-Bereichen.
Web 2.0 ist hier erstmal ein neuer Kostenblock, der als IT-Leistung auf das Geschäft verteilt werden muss.
Die inhaltliche Wichtigkeit von Web 2.0 für den direkten Unternehmenseinsatz ist nicht mehr wegzudiskutieren. Die Kosten verursachen aber große Kopfschmerzen. Wenn die Tools, die zum Einsatz von Web 2.0 allerdings nach Verursacher auf Kostenstellen verteilt werden müssen, dann ist der Weg zum Enterprise 2.0 wesentlich länger als von den Innovatoren gewünscht. Bestimmte Standards des modernen Büros gehören einfach zum notwendigen modernen Arbeitsmittel. So wie ein E-Mailprogramm der Desktop-Standard ist, sollte auch ein RSS-Aggregator zum elektronischen Standard gehören. Dies ist bei den meisten Unternehmen aber noch nicht umgesetzt.

Während ein RSS-Aggregator noch relativ leicht zu implementieren ist, löst z.B. ein unternehmensweiter Wikiserver deutlich mehr Diskussionen aus. Wer zahlt den Betrieb bzw. Service sowie die Wartung? Hier ist eine verursachergerechte Umlage kaum möglich. Fragt man einen Controller, käme vermutlich der Vorschlag, bei einem Weblogsystem beispielsweise jedem Blogger einen Kostenanteil auf seine Kostenstelle buchen zu lassen. Eine solche Vorgehensweise macht natürlich keinen Sinn. Sind die Mitarbeiter überhaupt motiviert solche Tools in ihren ohnehin schon stressigen Arbeitsalltag zu integrieren, wird spätestens bei der Diskussion mit dem Kostenstellenverantwortlichen jeglicher Web 2.0 – Elan zu Nichte gemacht.

Ähnliches gilt für den Einsatz einer virtuellen 3D Welt im Firmenintranet. Solche sinnvollen Kollaborations- und Meetingtools müssen zunächst kostenneutral erprobt werden, bevor eine Kosten- und Budgetplanung die Nutzer abschreckt. Um einen möglichst schnellen Einsatz zu erreichen müssen diese Web 2.0 Anwendungen im Unternehmen für den einzelnen Mitarbeiter und die entsprechende Personalkostenstelle erstmal kostenneutral sein. Erst nach dem wahrgenommenen Effizienzgewinn sollte im zweiten Schritt eine Budgetierung erfolgen.

Dabei sollte die Enterprise 2.0 – Entwicklung eines Unternehmens aber als Ganzes betrachtet werden und die Budgets über die allgemeinen IT -Kosten (und eben nicht Kostenstellenbezogen) gleichmäßig verteilt werden.


Dominik Bernauer


Bernd Schmitz

Die Artikel der Serie im Überblick:

  1. Einführung
  2. Systemverfügbarkeit
  3. Top Down
  4. Unternehmenskultur
  5. Sicherheit
  6. Usability
  7. Integration
  8. Training
  9. Koordinierung
  10. Externe Beratung
  11. Budget

Der Weg zum Enterprise 2.0: Tipps für Unternehmen: 9. Externe Beratung

Für ein Unternehmen, das bisher nur mit klassischen Softwarelösungen arbeitet ist der Einstieg / Umstieg zu webbasierten Applikationen mit 2.0 – Charakter ein großer Entwicklungsschritt. Das Installieren von Wiki, Blogs & Co. ist nicht die einzige Disziplin auf dem Weg zum Enterprise 2.0. Was nützen die Systeme, wenn sie nicht genutzt werden?

Bei einem großen Changeprozess, der auch die Unternehmenskultur (s. Teil 3: Unternehmenskultur) betrifft, ist externe Hilfe sinnvoll.
Das muss nicht heißen, dass der ein oder andere Mitarbeiter in der IT-Abteilung nicht fähig wäre, diese Changeprozesse inhaltlich und oder fachlich zu begleiten. Externe Consultants verfügen jedoch über andere Perspektiven und Zugangsweisen zu den Mitarbeitern und Prozessen des Unternehmens bei derartigen Veränderungen. Auch Anfangsfehler können vermieden werden, da ein entsprechendes externes Beratungsunternehmen bereits Erfahrungen aus anderen „Rollouts“ einbringen kann.

Spezialisierte Beratungsunternehmen agieren herstellerneutral und garantieren damit eine entsprechende Unabhängigkeit.

Die Beratungsleistungen sollten folgende Themen beinhalten:


Dominik Bernauer


Bernd Schmitz

Die Artikel der Serie im Überblick:

  1. Einführung
  2. Systemverfügbarkeit
  3. Top Down
  4. Unternehmenskultur
  5. Sicherheit
  6. Usability
  7. Integration
  8. Training
  9. Koordinierung
  10. Externe Beratung
  11. Budget

Google Phone Nexus One – Impressionen

So ein Nexus One ist eine feine Sache.
Klar, Android Handys gibt es inzwischen eine ganze Menge. Keine Frage.

Aber irgendwie hat das Nexus One den anderen etwas voraus.
Es ist irgendwie …smarter. Das ist natürlich nichts was man messen kann.
Aber wer es in der Hand hält weiß, was ich meine.

Ein Nexus One in der Hand zu halten ist indes gar nicht mal so einfach.
Bisher gibt es das gute Stück eigentlich nur in den USA zu kaufen.
Geht man hierzulande auf die entsprechende Google Seite, erhält man lediglich ein paar Basisisinfos sowie den Hinweis: Sorry, the Nexus One is not available in your country.

Natürlich gibt es z.B.bei ebay schon ein paar Geräte zu kaufen. Allerdings zu teilweise horrenden Preisen, die weit über dem liegen, was das Gerät demnächst in Deutschland offiziell kosten soll.

Der aktuelle Preis in den USA liegt laut spiegel.de derzeit bei 530$.

Hergestellt wird das Google Phone von HTC. Schon frühere HTC Geräte die ich testen konnte, wiesen alle die gleiche hervorragende Verarbeitung auf. Nichts klappert, nichts knarzt, alles macht einen soliden und stabilen Eindruck.
Ein Problem scheint HTC aber auch beim Google Phone immer noch nicht in Griff bekommen zu haben: Die Akkuleistung ist vergleichsweise schwach.


Alles Transparent. Alles?

Betrieben wird das Gerät mit Google´s Android als Betriebssystem. Die aktuellste Version (2.1 Update 1) erweist sich als sehr angenehm in der Usability. Alle Anwendungen und Einstellungen reagieren ausgesprochen gut und machen ein schnelles arbeiten mit dem Gerät möglich.
Arbeiten bedeutet hierbei im Vergleich zum iPhone v.a. Multitasking!

Vor allem oberflächlich fällt die “Transparenz” des Betriebssystems auf. Bei allen Einstellungen, die der User so vornimmt, ist er informiert, welche Auswirkungen sie haben.
Nahezu nirgendwo bleibt der User unaufgeklärt.

Lediglich bei genauerem hinsehen bemerkt man vereinzelt Dinge, von denen man nicht sooo genau weiß, was sie denn tun.

Beispiel gefällig?

Im Menü Einstellungen > Telefoninfo > Akkuverbrauch > “Android System” findet sich der Google Backup Transport. Was er macht? Keine Ahnung.
Selbst eine Recherche bei Google und Bing hat keine verwertbaren Infos dazu gebracht.
So viel zum Thema Transparenz…
Und so gibt es eine gefühlte Handvoll Dinge, die nicht ganz so transparent sind.

Unter der Haube sorgen ein 1 Ghz Prozessor sowie ein 3,7 Zoll multitouch-fähiges Amoled Display für flüssiges arbeiten.
Vor allem die Tastatur macht dabei einen guten Job. Der Screen hat einen guten Druckpunkt und die Tasten sind immer gut zu erreichen.
Durch drehen des Geräts ist auch eine Queransicht möglich, die auch die Tastatur entsprechend vergrößert.

In so manchem Testbericht wird die Nutzung des Nexus One bei Sonneneinstrahlung bemängelt. Die letzten Tage waren aber eindeutig zu grau um das testen zu können ;-)
Bei “normalem” Einsatz konnte ich da aber keine eklatanten Mängel feststellen.

Zur Nutzung stehen dem User u.a. fünf Homescreens zur Verfügung, die spielend einfach zu navigieren und nach eigenen Wünschen mit Apps zu belegen sind.

Apps gibt es mehr als genug. Zwar “nur” 20.000 – beim iPhone mittlerweile mehr als 100.000 – aber wer braucht schon 20.000 Apps?!
Die entscheidenden Dinge sind ohnehin dabei.
Selbst Foursquare hat bereits eine Android App veröffentlicht.
Vor allem Anwendungen wie Barcode Scanner, Google Goggles oder Maps (in Kombination mit dem eingebauten GPS) machen eine Menge Spaß!

Das Nexus One bietet gute Gesprächs- und Empfangsqualität, wobei diese natürlich je nach Netz, usw. variiert.
Ein zweites Mikrofon auf der Rückseite soll Umgebungsgeräusche erkennen und unterdrücken. Das funktioniert auch gut. Auch bei Fahrten auf der Autobahn bleibt man für das Gegenüber immer gut verständlich.

Der Touchscreen reagiert jederzeit schnell und vor allem präzise. Insgesamt ist das Bedienkonzept äußerst durchdacht.
Es gibt kaum Stellen, an denen man nicht weiterweiß oder aneckt.
Dies ist bei früheren HTC Modellen, auf denen Windows Mobile zum Einsatz kam, häufig nicht der Fall gewesen.

Zusätzlich hilft auch gerne der Trackball weiter, falls es doch einmal irgendwo eng her geht.
In der Kombination Touchscreen und Trackball bleiben eigentlich keine Wünsche offen was die Navigation angeht.

Bleibt letztlich die Frage, die zwangsläufig immer bei solchen Geräten im Raum steht:

Ist das Nexus One ein iPhone Killer?

Ich finde, das ist die falsche Frage.
Derartige Geräte haben alle ihre guten und schlechten Seiten.
Letztlich ist es Geschmackssache.

Auf karrierebibel.de hat Jochen Mai, neben ein paar Android Apps (Top 30), auch einige Vorzüge des Nexus One erläutert.

Ich persönlich habe das Nexus liebgewonnen. Es ist ein solide verarbeiteter Begleiter mit vielen Möglichkeiten.

Alles in allem macht das Gerät einfach Spaß!

Ein recht herzlicher Dank geht an dieser Stelle noch an Ibrahim Evsan von @unitedprototype .
Ohne @Ibo wäre der Test nicht möglich gewesen – er hat das Gerät zu Verfügung gestellt ;-)

Vielen Dank hierfür!!!

Wer sich abschließend noch für die detaillierten technischen Spezifikationen interessiert findet diese, sowie einen ausführlichen Test, u.a.  bei Chip.de.

von Dominik Bernauer


Dominik Bernauer

Der Weg zum Enterprise 2.0: Tipps für Unternehmen: 8. Koordinierung

Eine zentrale Koordinierung aller Web 2.0 Aktivitäten eines Unternehmens ist eine gute Grundlage für deren Erfolg. Oftmals sind die Fachabteilungen O&I (Organisation & Information) in einer zentralen Koordinierungsrolle innerhalb von großen Unternehmen verantwortlich für Software und Intranet. In dieser zentralen Koordinierung müssen die Mission und die Strategie bei diesen neuen Intranetanwendungen 2.0 unternehmensweit strategisch und operativ gesteuert werden.
Wichtig ist dabei, dass die zentrale Web 2.0 Koordinierung auch mit den entsprechenden fachlichen und organisatorischen Verantwortungen ausgestattet ist.

Ein „lebendes“ Beispiel ist der Virtual Evangelist Andrew Reynolds von IBM, der als der Innovationstreiber innerhalb von IBM für web 2.0, Social Networking & Co. verantwortlich ist. Andere Unternehmen bezeichnen solche Schlüsselstellen auch als “Community Manager”, wie z.B.: Ralf Zosel, der sich beim Beck Verlag ganz dem Thema Web 2.0 widmet.
Diese zentralen Koordinierungsstellen müssen, auf dem Weg zum Enterprise 2.0, die Balance zwischen schneller Innovationsentwicklung und traditionellen Strukturen in ihren Unternehmen finden.
Mit einer entsprechenden organisatorischen Vollmacht ausgestattet, bietet die zentrale Koordinierung aller Web 2.0 Aktivitäten in einem Unternehmen die besten Voraussetzungen interne „Machtkämpfe“ unterschiedlicher Abteilungen im Keim zu ersticken.

Die Frage danach, an welcher Stelle im Unternehmen genau diese Funktion ist sinnvollerweise zu etablieren ist, wird immer wichtiger. Hier sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass auch nach außen hin ein Verantwortlicher benötigt wird. Jemand der mit ähnlichen Vollmachten in Bezug auf Social Media Aktivitäten des Unternehmens ausgestattet ist.

Das CIO-Board könnte eine solche Stelle sein. Von hier aus ist der Überblick über ein ganzes Unternehmen sowie der erhoffte Erfolg für eine schnelle Web 2.0 Umsetzung u.U. am größten.

Weiterhin muss sich das Unternehmen an dieser Stelle die Frage nach einem Chief Social Media Officer stellen.

Selbstredend sollte sich die Koordinierungsstelle für das Thema Web 2.0 mehr als verantwortlich fühlen und seiner Aufgabe mit vollem Herzen nachgehen.


Dominik Bernauer


Bernd Schmitz

Die Artikel der Serie im Überblick:

  1. Einführung
  2. Systemverfügbarkeit
  3. Top Down
  4. Unternehmenskultur
  5. Sicherheit
  6. Usability
  7. Integration
  8. Training
  9. Koordinierung
  10. Externe Beratung
  11. Budget

Der Weg zum Enterprise 2.0: Tipps für Unternehmen: 7. Training

Um Web 2.0 in Unternehmen erfolgreich und gewinnbringend zum Einsatz zu bringen, müssen die Mitarbeiter mit den neuen Technologien und Methoden (langsam) vertraut gemacht werden. Schulungsmaßnahmen sind ein sinnvolles Mittel und gehören daher in dieses „Rezeptbuch“ auf dem Weg zum Enterprise 2.0. Training von Anwendungssoftware ist, vor allem in großen Unternehmen, ein wichtiger Bestandteil in der Mitarbeiterqualifizierung.


Die Schulungsquantität ist sehr unterschiedlich, klassische Präsenzveranstaltungen gelten aber seit Jahren als stagnierend. Zwischen 3 und 6 Tagen verbringen Mitarbeiter in der Regel jährlich auf „externen“ Seminaren. Nicht selten sind dies Softwareschulungen zu Anwendungen des täglichen Bedarfs (Word, Excel & Co.).
Weiterhin gibt es relevante IT-Themen, die sogar flächendeckend in Unternehmen als obligatorische Maßnahme geschult werden. So sind z.B. „Zwangsschulungen“, wie im Bereich der IT-Sicherheit, sehr wichtig.

Darüber hinaus existiert eine Reihe von „Wahl“- IT – Themen. Hier entscheiden in der Regel die jeweiligen Vorgesetzten bzw. Kostenstellenverantwortlichen in Absprache mit dem betroffenen Mitarbeiter über den Inhalt der Schulungsmaßnahmen. Meist schlägt der Mitarbeiter eine Schulungsmaßnahme vor und begründet seinen Wunsch mit entsprechenden beruflichen Relevanzen. Diese prüft und genehmigt dann sein Vorgesetzter.

Welche Themen im Bildungskatalog enthalten sind und ob neue Themen in das Bildungsprogramm aufgenommen werden entscheiden meist die Bildungsplaner und O&I Verantwortlichen (Organisation & Information).

Web 2.0 Applikationen gehören natürlich ebenfalls in den Bildungskontext und damit auch in den Bildungskatalog. Je nach Zeitplan und Ausbildungsstand der Mitarbeiterschaft, ist es sinnvoll für bestimmte Web 2.0 Applikationen, die im Unternehmen eingesetzt werden sollen, eine obligatorische Schulungsmaßnahme zu initiieren.
Dies kann auch mit einer webbasierten Onlineschulung, die jeder Mitarbeiter mit einer „kleinen“ Prüfung abschließen könnte, realisiert werden.
Tiefergehende Trainingsangebote für Advanced User und Spezial-Themen bieten den Mitarbeitern dann ein zusätzliches Lern-Angebot.
Sinnvollerweise werden diese dann als Blended-Learnings (Onlineschulung mit Präsenzveranstaltungen) angeboten.
Neben diesen Unternehmensangeboten zu Trainings lernen die Mitarbeiter weiterhin über das Selbststudium am Arbeitsplatz sowie über die „Kollegenhilfe“.

Hier bieten sich z.B. folgende Unternehmensmaßnahmen sinnvoll an.

  • In einer Einführungsphase könnten die Nutzer einen Onlinetutor, via einem „Hilfebutton“, für einen Support-Service erreichen.
  • Training on the job: Eine effiziente Methode, um schnell und einfach eine „jobbegleitende“ Lernmaßnahme ins Leben zu rufen.
  • Nach einer gewissen Einführungsphase kann das Unternehmen davon ausgehen, dass ein Großteil der Benutzer die Grundlagen im Umgang mit dem System kennt.

Die Web 2.0 Durchdringung, als eine Angabe, wie weit ein Unternehmen im Bereich Enterprise 2.0 schon fortgeschritten ist, könnte durch den letzten Punkt ausgedrückt werden.
Stellt man z.B. die Mitarbeiter im Unternehmen, die die Web 2.0 Tools bereits nutzen ins Verhältnis zur Anzahl der gesamten Mitarbeiter, entstünde eine Kennzahl (KPI), die angibt wie weit fortgeschritten ein Unternehmen auf dem Weg zum Enterprise 2.0 bereits ist.

Ein Schulungsprogramm, um den Mitarbeitern die Web 2.0 – Anwendungen zu erklären, ist eine Erfolgsgrundlage und müsste als Lernziel die Vorteile beim Einsatz dieser neuen Webtools für die tägliche Arbeit demonstrieren.


Dominik Bernauer


Bernd Schmitz

Die Artikel der Serie im Überblick:

  1. Einführung
  2. Systemverfügbarkeit
  3. Top Down
  4. Unternehmenskultur
  5. Sicherheit
  6. Usability
  7. Integration
  8. Training
  9. Koordinierung
  10. Externe Beratung
  11. Budget

Projektarbeit Social Gaming

Daniel Kopp hat dieses Semester bei Bernd Schmitz eine Projektarbeit zum Thema Social Gaming geschrieben.

Daniel erstellt darin zunächst einmal eine Definition von Social Gaming.
Weiterhin beleuchtet er, welche Social Games es gibt und beleuchtet Social Gaming anschließend am Beispiel von Zynga (Famville, Mafia Wars & Co.)

Für alle die sich mit der Branche beschäftigen sicherlich eine interessante Lektüre.
Das 8-Seiten PDF gibt es hier zum Download!

Viel Spaß dabei!

Der Weg zum Enterprise 2.0: Tipps für Unternehmen: 6. Integration

Werden die unterschiedlichsten Web 2.0 Anwendungen in Unternehmen integriert, geschieht dies meist an zentraler Stelle im Intranet.

Abgeschottet vom WWW durch Proxy- und Firewallserver. Allerdings sollten die bestehenden IT-Anwendungen, die bisher die Büroarbeitswelt in den Unternehmen geprägt haben, in die neuen Möglichkeiten integriert sein. Um eine hohe Akzeptanz zu erreichen, sollten die bestehenden Anwendungen mit den neuen verschmelzen oder die bestehenden Anwendungen sollten um Web 2.0 – Features ergänzt werden. So ist auch eine schleichende Web 2.0 Integration möglich.

Beispielsweise ist durch den Umstieg von IBM Notes 6.5 (bei den meisten notesbasierten Unternehmen noch heute der Standard) auf die neue 8.0 Umgebung schon damit verbunden, dass ein RSS-Reader integriert ist und in Verbindung mit dem neuen Sametime, die Funktionalitäten für Unified Communications gegeben sind. Dass alle Softwarelieferanten von Büroapplikationen in ihren aktuellen Updates mittlerweile Web 2.0 Funktionen integrieren, scheint State-of-the-art zu sein.
Beispiele hierfür sind Mindmapping Tools oder CMS-Systeme für Intranetanwendungen, die sich mit Ajax-Technologien dem Web 2.0 annähern. Dies bietet einen integrativen Ansatz in der Umstellung und auf dem Weg zum Enterprise 2.0.
Die konsequente Nutzung von RSS, Weblogs und Wikis, sowie die großen Kollaborationsssteme wie Sharepoint, Quickr müssen auf die Mitarbeiter, wie in die bestehende Systemlandschaft integriert wirken. Sind sie losgelöst voneinander und als “Web-Stand-Alone” Portale konfiguriert, ist dies für die User abschreckend:

- „schon wieder ein neues System“.

Eine Integration beginnt bei der unternehmensweiten Single-Sign-In Passwortanmeldung.

Optimalerweise bestehen weiterhin Möglichkeiten individuelle Mashups zu konfigurieren, um auf seiner persönlichen Startseite im Intranet, alle persönlichen Web 2.0-Systeme im Überblick zu haben.

Weitere Blogs, die sich mit der Thematik Intranet 2.0, Enterprise 2.0 und Integration  beschäftigen sind z.B.:

http://www.frogpond.de/

http://www.besser20.de/

http://informationsmanagement20.blogspot.com/

Auf letzterem sind noch zwei weitere gute Slideshare Präsentationen zu diesen Themen verlinkt:

http://www.slideshare.net/Unic/zoom-days-enterprise20-web

http://www.slideshare.net/besser20/intranet-20-evolution-from-content-management-or-revolution-by-social-software-2540228


Dominik Bernauer


Bernd Schmitz

Die Artikel der Serie im Überblick:

  1. Einführung
  2. Systemverfügbarkeit
  3. Top Down
  4. Unternehmenskultur
  5. Sicherheit
  6. Usability
  7. Integration
  8. Training
  9. Koordinierung
  10. Externe Beratung
  11. Budget


    follow me on Twitter


    Livecommunity powered by sixgroups.com