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Informationen zu Multimedia und Gruppenblog der Studenten von der RFH Köln

Der Weg zum Enterprise 2.0: Tipps für Unternehmen: 6. Integration

Werden die unterschiedlichsten Web 2.0 Anwendungen in Unternehmen integriert, geschieht dies meist an zentraler Stelle im Intranet.

Abgeschottet vom WWW durch Proxy- und Firewallserver. Allerdings sollten die bestehenden IT-Anwendungen, die bisher die Büroarbeitswelt in den Unternehmen geprägt haben, in die neuen Möglichkeiten integriert sein. Um eine hohe Akzeptanz zu erreichen, sollten die bestehenden Anwendungen mit den neuen verschmelzen oder die bestehenden Anwendungen sollten um Web 2.0 – Features ergänzt werden. So ist auch eine schleichende Web 2.0 Integration möglich.

Beispielsweise ist durch den Umstieg von IBM Notes 6.5 (bei den meisten notesbasierten Unternehmen noch heute der Standard) auf die neue 8.0 Umgebung schon damit verbunden, dass ein RSS-Reader integriert ist und in Verbindung mit dem neuen Sametime, die Funktionalitäten für Unified Communications gegeben sind. Dass alle Softwarelieferanten von Büroapplikationen in ihren aktuellen Updates mittlerweile Web 2.0 Funktionen integrieren, scheint State-of-the-art zu sein.
Beispiele hierfür sind Mindmapping Tools oder CMS-Systeme für Intranetanwendungen, die sich mit Ajax-Technologien dem Web 2.0 annähern. Dies bietet einen integrativen Ansatz in der Umstellung und auf dem Weg zum Enterprise 2.0.
Die konsequente Nutzung von RSS, Weblogs und Wikis, sowie die großen Kollaborationsssteme wie Sharepoint, Quickr müssen auf die Mitarbeiter, wie in die bestehende Systemlandschaft integriert wirken. Sind sie losgelöst voneinander und als “Web-Stand-Alone” Portale konfiguriert, ist dies für die User abschreckend:

- „schon wieder ein neues System“.

Eine Integration beginnt bei der unternehmensweiten Single-Sign-In Passwortanmeldung.

Optimalerweise bestehen weiterhin Möglichkeiten individuelle Mashups zu konfigurieren, um auf seiner persönlichen Startseite im Intranet, alle persönlichen Web 2.0-Systeme im Überblick zu haben.

Weitere Blogs, die sich mit der Thematik Intranet 2.0, Enterprise 2.0 und Integration  beschäftigen sind z.B.:

http://www.frogpond.de/

http://www.besser20.de/

http://informationsmanagement20.blogspot.com/

Auf letzterem sind noch zwei weitere gute Slideshare Präsentationen zu diesen Themen verlinkt:

http://www.slideshare.net/Unic/zoom-days-enterprise20-web

http://www.slideshare.net/besser20/intranet-20-evolution-from-content-management-or-revolution-by-social-software-2540228


Dominik Bernauer


Bernd Schmitz

Die Artikel der Serie im Überblick:

  1. Einführung
  2. Systemverfügbarkeit
  3. Top Down
  4. Unternehmenskultur
  5. Sicherheit
  6. Usability
  7. Integration
  8. Training
  9. Koordinierung
  10. Externe Beratung
  11. Budget

Der Weg zum Enterprise 2.0: Tipps für Unternehmen: 5. Usability

Gute Usability fördert Akzeptanz

Gute Usability fördert Akzeptanz

Es ist eigentlich selbstverständlich, dass jede Software über eine gute Usability verfügen sollte.
Allerdings stellt man immer wieder fest, dass viele Anwendungen noch weit von “Benutzerfreundlichkeit” entfernt sind. Beim Roll-out neuer Anwendungssysteme stehen der Zeit- und Kostendruck immer konträr zur Optimierung der Usability.
Echte Usabilityforschung (z.B. mit Eyetracking) ist eher selten im Umfeld des Software -Engineerings. Bei den meisten Softwareanwendungen, die in großen Unternehmen eingesetzt werden, sind (zumindest beim Customizing) eigene, unternehmensinterne Abteilungen (meist die O&I = Organisation & Information) steuernd beteiligt. Diese wiederum unterliegen oft einem verstärkten Kostenzwang – auf diese Weise schließt sich ein Teufelskreis.

Bei den meisten DAX-Unternehmen kommen offizielle Softwareupdates von Standardanwendungen meist erst mit einer Verzögerung von 2 – 3 Jahren an. Dies liegt zum Einen an den komplexen Unternehmensstrukturen und den Abhängigkeiten verschiedener Applikationen untereinander. Zum Anderen sind die Updatekosten, gemessen an den Effizienzsteigerungen, für tausende Mitarbeiter nicht unerheblich.
Somit werden Usability-steigernde Updates möglichst weit hinausgezögert.

Sollen komplett neue Anwendungssysteme, wie z. B. Web 2.0 – Tools in das Unternehmen integriert werden, so ist es wichtig auf hohe Usability-Standards zu achten.

Dazu gehört z. B. ein möglichst einfacher Anmeldeprozess für die Applikationen. Dies bedeutet ein automatisiertes, einfaches Personalisieren der entsprechenden Site, so dass der Nutzer sich vor der eigentlichen Dateneingabe nicht umständlich verifizieren muss. Auch aus Sicherheitsgründen ist dies sinnvoll, da bei geschäftskritischen Anwendungen das entsprechende Nutzerpasswort in der Regel monatlich geändert werden muss.

Häufig zeichnen sich moderne Web 2.0 Anwendungen dadurch aus, dass mittels AJAX die Eingabeprozesse einfacher und schneller möglich sind. Bisher haben AJAX-Anwendungen bei großen Unternehmen leider noch keine große Relevanz. Das liegt auch häufig daran, dass die Updates der neusten Programme um die o.g. 2 – 3 Jahre verzögert sind.

Durch gute Usability in Kombination mit Top Down Führung und einer entsprechenden Unternehmenskultur wird Enterprise 2.0 möglich

Um die Benutzer in den Unternehmen zu einer intensiven Mitarbeit bei den neuen Web 2.0 Applikationen zu motivieren, ist eine sehr einfache Usability eine grundlegende Voraussetzung.

Auch hier schließt sich wieder ein Kreis: In den Teilen „2. Top Down“ und „3. Unternehmenskultur“, ging es u.a. darum, wie man Web 2.0 Tools im Unternehmen auf Mitarbeiterseite implementiert.

Fazit war schon in diesen beiden Teilen: Ohne die nötige Unterstützung, Offenheit und Akzeptanz bei Management und übrigen Mitarbeitern – kein Enterprise 2.0 !

Nur durch positive User Experience aufgrund guter Usability lässt sich Akzeptanz schaffen!



Dominik Bernauer


Bernd Schmitz

Die Artikel der Serie im Überblick:

  1. Einführung
  2. Systemverfügbarkeit
  3. Top Down
  4. Unternehmenskultur
  5. Sicherheit
  6. Usability
  7. Integration
  8. Training
  9. Koordinierung
  10. Externe Beratung
  11. Budget

Der Weg zum Enterprise 2.0: Tipps für Unternehmen: 4. Sicherheit

Bild von Henning Mühlinghaus CC Lizenz
Bild von Henning Mühlinghaus in CC Lizenz

Die Sicherheit von Daten und Geheimnissen in Unternehmen beschäftigen ganze Abteilungen. Grundsätzlich gilt, dass jede Datei zunächst einmal schützenswert ist. Mit der Sicherung und Einhaltung dieser Regeln sind in großen Unternehmen ganze Abteilungen beschäftigt. Zu betrachten sind allerdings auch bestimmte Informationen die eine aktienrechtliche Bedeutung haben, sofern das Unternehmen an der Börse frei gehandelt wird.

  • Datenverkehrsregeln für Datenübertragung und Datentransport
  • Datenträgerregeln
  • IT-Sicherheitsrichtlinien
  • Internetnutzungsregeln
  • Regeln für den Softwaresystemzugriff von Intranet auf Extranet
  • Blackberry-Richtlinien
  • PC-Benutzungsregeln, usw.

Die Serie im Überblick

So einfach wie die Sicherheitswelt vor der PC-Zeit war, so kompliziert ist es in den letzten Jahren geworden. Insbesondere seit E-Mail und Internet zu den täglichen Arbeitswerkzeugen der Mitarbeiter geworden sind. Durch die Veränderung der Technik – in Mobiltelefonen sind Kameras eingebaut und an jedem zweiten Schlüsselbund hängt ein USB-Stick – werden die Bedingungen für IT-Sicherheit immer wieder auf den Prüfstand gestellt.

Für Enterprise 2.0 ist eine komplette Überarbeitung nötig.
Die meisten großen Unternehmen haben aber immer noch ganz strikte Sicherheitsanweisungen und die Mitarbeiter müssen diese akzeptieren. Derartige Sicherheitsregeln für Unternehmen sind selbstverständlich Pflicht. Oft stellen komplizierte und bis ins letzte Detail ausformulierte Richtlinien für den einzelnen Mitarbeiter allerdings auch einen Hinderungsgrund bei der Nutzung von Web 2.0 Anwendungen dar. Es fehlen dann der Überblick und das Verständnis dafür, welche Informationen auf welche Art und Weise kommuniziert werden dürfen und welche nicht. Da diese Regeln weiterhin oftmals nicht auf dem neuesten Stand gehalten werden, entstehen Fragen und Zweifel auf Seiten der Mitarbeiter die dann wiederum zu einer „Nicht-Nutzung“ führen. Solche Unklarheiten und die teilweise zu strengen Security-Guidelines sind ein Hemmschuh für Unternehmen auf dem Weg zum Enterprise 2.0.

Es macht nur in wenigen Fällen Sinn, dass jede Unterabteilung per Vorgabe gemeinsame Dateien vor anderen Unterabteilungen geheim hält. Davon ausgenommen sollten natürlich sensible Daten, wie z.B. Personaldaten, sein. Ein gemeinsames Wissensmanagement könnte die Arbeit für alle Beteiligten deutlich erleichtern. Tools, um Kommunikation, Kollaboration und Wissensmanagement zu ermöglichen, stellt z.B. IBM zu Verfügung.
[Wer sich dafür interessiert, was IBM in diesem Bereich noch zu bieten hat, dem lege ich auch die Seite zum Lotus Jam Camp ans Herz.]

Die Anzahl der Stunden die z.B. zur Erstellung von Präsentation eingespart werden könnten, wenn es einen zentralen Zugriff (mit einer Suchfunktion) auf alle anderen Präsentationen der Kollegen gäbe, wäre enorm. Weiterhin dürfte das Interesse von Mitarbeitern groß sein, eigens generierten Content und Arbeitsdateien anderen Kollegen zur Verfügung zu stellen, um im Gegenzug Content finden zu können, der die eigene Arbeit erleichtert. Voraussetzung ist immer eine gewisse technische Einfachheit solcher Anwendungen (s später Teil 5: Usability). Immer wieder kommt es in der täglichen Kommunikation von Konzernen vor, dass eingeschränkte Zugriffsrechte und Passwortsysteme den einfachen, schnellen Datenaustausch unnötig erschweren. Oft geht es dabei nicht einmal um externe Mitarbeiter, sondern um Kollegen in benachbarten Abteilungen oder in “Schwester-”Gesellschaften, die zum eigenen Konzern gehören. Beispielsweise sollten in einem Wiki erfasste Informationen auch unkompliziert von den Mitarbeitern genutzt werden können.

Themen-/Abteilungs- oder Fachweblogs können nur dann erfolgreich sein, wenn die schreibenden Menschen keine Angst zu haben brauchen, gegen eine von den vielen (teils unbekannten) Regeln verstoßen.

Die neue Web 2.0 – Arbeitswelt benötigt für die User klare und einfache Guidelines und Verhaltensregeln, welche die Arbeit und die Benutzung dieser Systeme einfach erklären und an den „gesunden“ Mitarbeiterverstand appellieren.

Unternehmen, die sich für Enterprise 2.0 interessieren, müssen also ihre Sicherheitsregeln, Richtlinien und Vorgaben unter dem Aspekt der neuen Technologien anpassen und ggf. vereinfachen.

[

Nachtrag aus Teil 2: Top Down:

Heute kann man den Mitarbeitern Sicherheit geben und derartige Initiativen erleichtern indem man Social Media Guidelines (oder Policy) erstellt, die genau definieren, was ein Mitarbeiter (v.a. nach außen) in Zusammenhang mit dem eigenen Unternehmen tun und äußern darf und was nicht.

Eine Liste mit Social Media Policies von mehr als 100 Unternehmen weltweit findet sich hier:

http://socialmediagovernance.com/policies.php

Weitere Quellen mit vielen Tipps zu möglichen Guidelines mit vielen weiteren Querverweisen finden sich u.a. hier:

http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/?p=351

http://cluetrainpr.de/index.php/moses-der-leviathan-und-die-social-media-guidelines/

http://www.community-management.de/2009/05/ein-plaedoyer-fuer-social-media-guidelines-in-unternehmen/

]


Dominik Bernauer


Bernd Schmitz

Die Artikel der Serie im Überblick:

  1. Einführung
  2. Systemverfügbarkeit
  3. Top Down
  4. Unternehmenskultur
  5. Sicherheit
  6. Usability
  7. Integration
  8. Training
  9. Koordinierung
  10. Externe Beratung
  11. Budget

Der Weg zum Enterprise 2.0: Tipps für Unternehmen: 3. Unternehmenskultur

Mit dem isolierten Einsatz von Web 2.0 – Software und webbasierten Tools bei großen Unternehmen, wird nicht das vollständige Potential der Möglichkeiten ausgeschöpft.
Erst wenn sich im Unternehmen die Denkweise und die Kultur der Mitarbeiter entsprechend entwickelt haben bestehen die größtmöglichen Performancemöglichkeiten, um mit Web 2.0 auch einen echten Mehrwert im unternehmerischen Sinn zu erzielen.

Das Ziel lautet: Enterprise 2.0. Und dazu gehört eine starke, neue und moderne Kultur.

Bereits im April 2008 zeigte eine Trend Survey von T-Systems MMS (Chart 11), dass Nutzerfreundlichkeit (s. demnächst Teil 5 dieser Serie: Usability), aktive Unterstützung durch die Geschäftsführung sowie eine offene Unternehmenskultur zu den wichtigsten Schritten auf dem Weg zum Enterprise 2.0 gehören.

Die Mitarbeiter müssen lernen, dass Beispielsweise (berechtigte) Korrekturen in einem Wiki bzw. kollaboratives Arbeiten keinen Angriff auf die jeweils eigene Fachkompetenz oder die Bloßstellung von Unwissen darstellen, sondern das diese Arbeitsmethoden einem höheren, gemeinsamen Ziel – dem Unternehmenserfolg – dienen. In den traditionellen Kollegenkulturen bedeutet Wissen gleich Macht und wer Wissen teilt, könnte möglicherweise Macht verlieren oder riskieren! Die „netten“ Kollegen werden zwar schon mal “aufgeschlaut”, aber die „Besserwisser“ lässt man auch schon mal gerne wissentlich vor eine Mauer laufen.
In Unternehmen, in denen solche rauen Winde wehen, wird keine Web 2.0 Anwendung wirklich helfen, das Wissen transparent darzustellen. Die Mitarbeiter in solchen Unternehmen werden auch 1000 und einen Grund finden, warum sie nicht am Blog, Wiki oder Social Bookmarking – Tool teilnehmen können. Dies widerspricht dem traditionellen Kulturgedanken von Web 2.0. In Unternehmen die ein grundschlechtes Betriebsklima haben, kann der Einsatz von solchen „sozialen“ Systemen nicht Erfolgreich sein!

[Die Messmethoden im Bereich Betriebsklima mögen unterschiedlich sein, vom Puls-Check über qualitative Tiefeninterviews bis hin zur Fluktuationsquote als Indikator.]

Bevor sich der Mensch in einem Unternehmen „mit Liebe und Hingabe“ der Erfüllung seiner Aufgaben widmet, muss er mit Arbeitsplatz und Arbeitgeber zufrieden sein. Darüber hinaus muss er wissen, dass die neuen Web 2.0 Methoden mit Wiki und Co. eine neue, offene und ehrliche Kommunikation voraussetzen. Die Kommunikationskultur muss ernste Kritik vertragen und als eine Bereicherung sowie Chance bei der Verbesserung der Arbeitsmethoden angesehen werden.

Wichtig ist es hier einige Mitarbeiter als „Multiplikatoren“ und „Meinungsführer“ zu identifizieren, damit diese die neue Kultur leben können. Dieser Ansatz geht also Hand in Hand mit der Top-Down-Strategie aus Tipp Nr. 2.

Die Anpassung der Unternehmenskultur stellt eine große Aufgabe dar, die aber eine wichtige Basis auf dem Weg zum Enterprise 2.0 ist.
Grundsätzlich ist dabei etwas zu beachten, dass Prof. Kruse auf Youtube in einem Interview sehr gut zusammengefasst hat:
„Normalerweise wachsen Kulturen. Kulturen werden nicht aktiv gebildet im Sinne einer strategischen Prozedur.“

Will sagen: Ist man der Meinung, die Kultur im Unternehmen eignet sich (noch) nicht zum Enterprise 2.0, bringt es nichts hier „etwas übers Knie zu brechen“.

Mit Offenheit gegenüber den neuen (Anwendungs-)Möglichkeiten lässt sich schon viel erreichen!


Dominik Bernauer


Bernd Schmitz
Die Artikel der Serie im Überblick:

  1. Einführung
  2. Systemverfügbarkeit
  3. Top Down
  4. Unternehmenskultur
  5. Sicherheit
  6. Usability
  7. Integration
  8. Training
  9. Koordinierung
  10. Externe Beratung
  11. Budget

Zwei gute Präsentationen zum Thema Mobile

Auf Slideshare bin ich jetzt zu Jahresbeginn gleich auf zwei gute Präsentationen zum Thema Mobile in 2010 gestossen.
Matthias Schwenk von bwl zwei null beschäftigt sich in seiner Präsentation mit dem  Bereich Mobile Internet im Allgemeinen.
Bernhard Steimel von MIND Consult geht noch näher auf die aktuelle Entwicklung der App Economy ein.
Beide Präsentationen sind sehr umfangreich und enthalten viele  aktuelle Daten und Marktzahlen.
Ein Muss für jeden, der sich für Mobile interessiert!
View more presentations from bwlzweinull.
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von Dominik Bernauer

Der Weg zum Enterprise 2.0: Tipps für Unternehmen: 2. Top Down

… ist Pflicht!

Mitarbeiter, v.a. in großen Unternehmen, nehmen Ihre Tätigkeiten oftmals als „sehr bürokratisch“ wahr. Daher wird, bedingt durch aufwendige Strukturen und komplexe Prozesse, mehr Arbeitszeit mit verwaltenden Aufgaben verbracht, als wirklich produktiv zu sein. Beispielsweise muss der Mitarbeiter, der einen Kunden besuchen will und nur 10 Minuten Fahrzeit benötigt, zur vorgelagerten Reisebeantragung und der abschließenden Reisekostenabrechnung mindestens die dreifache Zeit für den „Verwaltungsteil“ kalkulieren.

Die meisten Abteilungen behaupten personell unterbesetzt zu sein. Die komplexen Prozesse und Strukturen lassen kaum Zeit für neue strategische Projekte. Ganz zu schweigen davon bestehende Prozesse zu optimieren und damit auch andere Arbeitsmethoden einzusetzen. Das operative Tagesgeschäft ist meist so dominant, dass die Einführung von Prozessverbesserungen mit viel „Überredungsarbeit“ verbunden ist.

„Never change a running system“ heißt hier oft die Verteidigungsstrategie der betroffenen Mitarbeiter. So werden jedes Jahr zu Weihnachten wieder die Excel Listen zur Grußkartenversandaktion von einzelnen Mitarbeitern der Reihe nach manuell bearbeitet. Mit dem Effekt, dass verschiedene Bearbeitungsversionen der einen Liste entstehen und beim Synchronisieren der Datentabellen immer wieder Fehler auftreten.

Und dieselben Mitarbeiter sollen dann auf „Kommando“ mit neuen, ihnen vollkommen unbekannten, Web 2.0 Applikationen arbeiten? Projektergebnisse in Weblogs erfassen, Beiträge kommentieren, kollaborativ in Wikis ihr Wissen speichern und mit RSS-Feed Aggregatoren umgehen?
Auch wenn den Menschen die Vorteile nach einer Schulung (s. später Kapitel 7: Training) einleuchten, es bedeutet für jeden eine Umstellung alter Gewohnheiten und das Erlernen von neuen Anwendungssystemen. Weitere Schnittstellen und neue Systeme müssen erlernt und genutzt werden. Im normalen Arbeitsumfeld wird täglich mit verschiedenen Systemen gearbeitet: Diverse Datenbanken, SAP, BW-Analyse, Siebel-CRM, diverse Webapplikationen mit unterschiedlichen GUI, oft mehr als zehn unterschiedliche Anwendungssysteme. Da ist das Interesse für weitere Anwendungen natürlich nicht besonders groß.

Aber wie lassen sich weitere Systeme so positionieren, dass die Akzeptanz bei den Mitarbeitern gegeben ist und diese Systeme auch intensiv genutzt werden?
Wie können die Mitarbeiter überzeugt werden es mal zu probieren, um die Vorteile „am eigenen Leib zu erleben“?

Um diese Herausforderung zu meistern ist eine Top-Down Strategie empfehlenswert. Der CIO sowie das Top-Management sollten hier mit gutem Beispiel vorangehen und diese Web 2.0-Systeme intensiv nutzen. Anschließend muss die Welle kaskadenförmig in die unteren Führungsebenen weitergetragen werden. Hierdurch lassen sich „Leuchttürme“ des Erfolgs bilden, die positiv auf die skeptischen Kollegen abstrahlen können.

In größeren Arbeitsgruppen müssen Personen, mit einer Affinität zu „innovativen“ Web 2.0-Tools identifiziert werden um eine Best Practice zu etablieren. Diese sollten als Multiplikatoren gewonnen werden. Wenn diese Menschen durch den Einsatz von Web 2.0 effizienter arbeiten und Vorteile bzw. Mehrwert demonstrieren können, werden sie mit den Skeptikern reden und diese motivieren solche Tools ebenfalls zu testen.
Mit solchen einfachen Maßnahmen ist die Einführung von neuen Webtools in allen Bereichen schleichend möglich.

Als vor 15 Jahren die ersten Büroarbeitsplätze mit Computer und E-Mail-Funktionalität ausgestattet wurden, waren noch viele Kollegen sehr skeptisch und beharrten auf das Telefax, als Medium mit langfristiger Zukunft. Mittlerweile ist das Vergangenheit und keiner kann sich vorstellen wie man früher ohne Computer im Büroumfeld arbeiten konnte. Und wie sieht es morgen aus? Anwendungen wie Etherpad, Zoho oder Google Wave machen Echtzeit Zusammenarbeit möglich und erfordern wieder ein Umdenken!

Viele Unternehmen, vom Start-Up über den Mittelstand bis hin zu Weltkonzernen, nutzen heute interne Wikis oder Corporate Blogs, die einst auf Initiative einzelner Mitarbeiter als sog. U-Boot Projekte gestartet sind. Es würde sie schlichtweg nicht geben, wenn nicht einzelne den Mut gehabt hätte die Dinge anzupacken. Und vermutlich würde es sie auch nicht geben, wenn nicht der ein oder andere Vorgesetzte auch mal ein Auge zugedrückt oder optimalerweise selbst mit angepackt hätte.

Heute kann man den Mitarbeitern Sicherheit geben und derartige Initiativen erleichtern indem man Social Media Guidelines (oder Policies) erstellt, die genau definieren, was ein Mitarbeiter (v.a. nach außen) in Zusammenhang mit dem eigenen Unternehmen tun und äußern darf und was nicht.

Trotzdem muss diese Sicherheit durch das Mittlere- und Top-Management unterstützt werden. Erst wenn die Akzeptanz von Web 2.0 im Unternehmen durch Vorbilder gefestigt wird, kann nach und nach auch ein Anpassungsprozess der Unternehmenskultur stattfinden. (s. demnächst Tipp Nr. 3: Unternehmenskultur)

Eine Liste mit Social Media Policies von mehr als 100 Unternehmen weltweit findet sich hier:

http://socialmediagovernance.com/policies.php

Weitere Quelle mit vielen Tipps zu möglichen Guidelines mit vielen weiteren Querverweisen finden sich u.a. hier:

http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/?p=351

http://cluetrainpr.de/index.php/moses-der-leviathan-und-die-social-media-guidelines/

http://www.community-management.de/2009/05/ein-plaedoyer-fuer-social-media-guidelines-in-unternehmen/

Dominik Bernauer


Bernd Schmitz

Der Weg zum Enterprise 2.0: Tipps für Unternehmen: 1. Systemverfügbarkeit

Eine Verwendung von Web 2.0 Anwendungen in der täglichen Arbeit in großen Unternehmen setzt voraus, dass solche Systeme für alle Mitarbeiter verfügbar sind. Sinnvollerweise sollten diese im bzw. über das Intranet nutzbar sein. Sind einzelne Systeme im Extranet (=WWW) (meist eher die Ausnahme), so spielen die Einstellungen der Firewall und des Proxyservers eine relevante Rolle, damit alle Funktionen der Anwendungen auch nutzbar sind.

Ein Bestandteil von Enterprise 2.0 sind soziale Netzwerke. Damit können Mitarbeiter sich mit einem persönlichen Profil vorstellen, mit anderen Mitarbeitern (Kontakten) vernetzen und in Gruppen „organisieren“. Um eine gute Akzeptanz unter den Nutzern zu bewirken sollten auch privat-soziale Aspekte in der Datenprofilierung möglich sein.
Beispielsweise kann die Angabe von einem Hobby auch ein Ansatzpunkt für eine Diskussion mit Kollegen sein. Das sich Mitarbeiter auch schon Heute während Ihrer Arbeitszeit über private Themen unterhalten ist logisch und bekannt. So lange aber die Arbeitsziele erreicht werden, ist die „private“ Kommunikation eine Form der Höflichkeit und unterstützt das gute (Kommunikations-) Klima.

Ein weiteres Ziel  solcher Netzwerke ist die einfache Erfassung von Zuständigkeiten und Inhalten. Ein gutes Beispiel für ein umfangreiches Profil bieten Xing oder LinkedIn.

Aber Vorsicht: Ein Profil wie Xing oder LinkedIn es bieten, ist meist nicht das, was Unternehmensintern zum gewünschten Erfolg führt.

[ Siehe hierzu den Post von Frank Wolf auf www.besser20.de : "Soziale Netzwerke im Unternehmen: Warum XING das falsche Vorbild ist“ ! ]
Die Liste der möglichen weiteren Anwendungen ist lang. Jede von ihnen hat bestimmte Vor- und Nachteile und muss an das Unternehmen, dessen Größe und Branche angepasst werden:

  • Forum
  • Wiki
  • Weblog
  • Mikroblogging (z.B. Twitter)
  • Social Bookmarking
  • Tagging
  • Social Networking
  • Virtuelle Welten (z.B. Second Life)
  • Geopositioning
  • Slidesharing
  • Podcasting / Videocasting
  • Videostreaming
  • virtuelle Konferenzen
  • RSS-Feed
  • Mashups

Und wenn man folgende Grafik von Fred Cavazza betrachtet wird klar, dass die Auswahl von (sinnvollen) Tools durchaus komplex ist. Sie ist nicht im „vorbeigehen“ möglich, sondern erfordert und setzt voraus, dass da jemand im Unternehmen ist, der sich mit der Materie Web 2.0 auskennt und regelmäßig aktiv beschäftigt.

von Fred Cavazza

Social Media Landscape von Fred Cavazza

Je nach Unternehmen sollten solche Systeme bereit stehen. Da es für die meisten dieser Anwendungen Open Source Produkte gibt, ist hier nicht zwangsläufig mit hohen Investitionskosten zu rechnen.
Nennenswert sind bei den Kosten eher der (Applikations-) Service sowie das –Hosting. Bei der Dimensionierung können die (meist skalierbaren) Systeme in einer „schmalen“ Startkonfiguration installiert werden. Wichtig ist aber, dass die Systeme vor dem eigentlichen Start / Rollout vollständig nutzbar sind!

Dominik Bernauer

Bernd Schmitz

Der Weg zum Enterprise 2.0: Tipps für Unternehmen

Die folgende 10-teilige Reihe beschäftigt sich mit der Frage, welche Grundvoraussetzungen heute in Unternehmen wichtig sind, um den Weg zum sog. Enterprise 2.0 zu gehen.

Was genau Enterprise 2.0 bedeutet ist bei Wikipedia folgendermaßen beschrieben und dient dieser Serie als begriffliche Grundlage:

„Enterprise 2.0 bezeichnet den Einsatz von Sozialer Software zur Projektkoordination, zum Wissensmanagement und zur Innen- und Außenkommunikation in Unternehmen. Diese Werkzeuge fördern den freien Wissensaustausch unter den Mitarbeitern, sie erfordern ihn aber auch, um sinnvoll zu funktionieren. Der Begriff umfasst daher nicht nur die Tools selbst, sondern auch eine Tendenz der Unternehmenskultur – weg von der hierarchischen, zentralen Steuerung und hin zur autonomen Selbststeuerung von Teams, die von Managern eher moderiert als geführt werden.“

Inhalt der Reihe

Inhalt der Reihe

Die Serie ist in ähnlicher Form bereits hier auf dem Multimediablog erschienen. Wer also das Gefühl eines Déjà-vus haben sollte, liegt nicht ganz falsch.
Allerdings sind alle Artikel noch mal überarbeitet und in eine andere Reihenfolge gebracht worden. Weiterhin finden sich viele neue interessante Verlinkungen zu anderen Blogs, Studien und Tools, die im Laufe der Serie Erwähnung finden.

Wir hoffen damit möglichst vielen Unternehmen eine Hilfestellung auf dem Weg zum Enterprise 2.0 bieten zu können und freuen uns über Kommentare und Erfahrungsberichte!

Viel Spaß beim Lesen!

Die Artikel der Serie im Überblick:

  1. Systemverfügbarkeit
  2. Top Down
  3. Unternehmenskultur
  4. Sicherheit
  5. Usability
  6. Integration
  7. Training
  8. Koordinierung
  9. Externe Beratung
  10. Budget

Dominik Bernauer

Bernd Schmitz

Jahreswechsel: Traditional Media vs. Social Media

Jahreswechsel eignen sich immer hervorragend um Sachverhalte und Trends festzuhalten und / oder festzustellen.

2009 / 2010 war dabei der Wechsel vom „traditionellen“ Web zu Social Media ein häufiges Thema.

Bei The Next Web war z.B. zu lesen: „Facebook was more popular than Google this Christmas”.
Das galt in diesem Fall für die USA. In UK konnte Google sich laut Hitwise auf Platz 1 halten.

Amazon ließ via Pressemitteilung verlauten: “On Christmas Day, for the first time ever, customers purchased more Kindle books than physical books

Und Mashable schreibt darüber: “How Facebook dominated in 2009”.

Immer wieder wird in den Artikeln darüber spekuliert, ob 2010 für Facebook möglicherweise ein IPO anstehen könnte.
Dieser ist für Twitter aktuell noch kein Thema. Auch wenn Facebook Twitter durchaus als Konkurrenten fürchtet und sich entsprechend anpasst.
Mashable nennt diesen Prozess Twitterification.

Fakt ist jedoch: Facebook hat 2009 MySpace abgehängt:

[blau = Facebook; rot = myspace]

Facebook vs MySpace USA 2009

Der Vollständigkeit halber hier noch um Twitter ergänzt:

[blau = Facebook; rot = myspace; gelb = Twitter]

Was auch immer 2010 wirklich so bringen wird: Das Social Media Wachstum wird in jedem Fall weitergehen.

Schon gibt es  die Frage danach: „Will Social Media Get Too Complicated and Die?“.
(Hier gibt es übrigens auch ein paar gute Tipps für Social Media Monitoring Tools!)

In Zeiten von gerade neu entstehenden Anwendungen wie Gowalla oder Foursquare dürfte Social Media vom Aussterben allerdings noch weit entfernt sein.

Lediglich die Quantität und damit auch die Komplexität steigt natürlich!

Was zeigt das?

Zum Einen wird Social Media auch innerhalb unserer Gesellschaft im Stellenwert wachsen. Dies schließt Unternehmen und Marken natürlich mit ein. Sie können sich nicht länger vor diesen Entwicklungen verschießen. Der Weg zum Enterprise 2.0 muss beschritten werden.

Zum Anderen zeigt das Wachstum mit seiner steigenden Komplexität, dass es jeden Tag schwieriger wird, die Quantität der Möglichkeiten zu überblicken und daran zu partizipieren.

Und da hilft nur eins: Hands on!

von Dominik Bernauer

Gastvortrag Dominik Bernauer Mobile Internet

Hier folgt jetzt also der Slideshare Upload zu meinem Vortrag in der Multimedia-Vorlesung am Montag (21.12.2009)
Solltet ihr noch Fragen haben oder euch für das Thema als Haus- oder sogar Diplomarbeit interessieren, könnt ihr euch gerne bei mir melden!
Ein schönes Fest wünsche ich euch sowie einen guten Start ins neue Jahr und viel Erfolg beim Lernen für die Klausur,
Dominik

von Dominik Bernauer



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