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Das Social Media Grundgesetz für Personalmarketing ist eine Zusammenstellung von Fakten. Es beschreibt in 11 Artikeln typische Social Media Phänomene, die im Web 2.0, aber auch darüber hinaus ihre Gültigkeit finden. Die Autoren sind, wie auch die Entstehungszeit, unbekannt geblieben. Die Analogie zum Kölschen Grundgesetz wurde nur zufällig bemerkt. Die Gesetze basieren auf dem Buch „Et kütt wie et kütt – Das Rheinische Grundgesetz“ von Konrad Beikircher (Köln 2001) in dem diese zu einem Artikel erstmals zusammengefügt wurden.
Et Social Media Grundgesetz
Artikel 1: Et es wie et es. („Es ist wie es ist.“)
Sieh den Tatsachen ins Auge.
Social Media im modernen Personalmarketing (für große und kleine Unternehmen) und die Leute die das nutzen sind nicht mehr wegzudenken. Rund 99% der Generation Y sind Deutschland in mindestens einem Social Netzwerk vernetzt. Skeptiker, Datenschützer, warnen und prophezeien den digitalen Employer Branding Weltuntergang, müssen aber akzeptieren das der “Tanker” rollt.
Artikel 2: Et kütt wie et kütt.
(„Es kommt wie es kommt.“)
Füge dich in das Unabwendbare; du kannst ohnehin nichts am Lauf der Dinge ändern.
Werde Mitglied im Netz der Netze, versuche Dich nicht zu wehren. Lerne mit den neuen Möglichkeiten umzugehen. Social Media im Personalmarketing wird Dich irgendwann ja doch noch erreichen. Vergleich das unsinniges Abwehrverhalten mit dem Einzug von Mobiltelefonie in Deutschland. Anfang 2000 rebellierten ein paar wenige Personen, gegen die böse Versklavung des Handys, auch genannt “Zustand der Ewigerreichbaren”. Sie wurden landläufig als sog. “Handy-Verweigerer” bezeichnet. Heute geht der Trend mehr zum Zweit- und Dritthandy.
Artikel 3: Et hät noch immer joot jejange.
(„Es ist immer noch gut gegangen.“)
Was gestern gut gegangen ist, wird auch morgen funktionieren.
Situationsabhängig auch: Wir wissen es ist Murks, aber es wird schon gut gehen.
Bisher ist die Nutzung von Social Media immer noch gut gegangen. Ich warte das irgendwas wirklich Negatives passiert…… tut es aber nicht…. außer die Akteure machen Fehler – denn das Social Web bestraft Nachhaltig, wenn sich Unternehmen einen Brouhaha leisten.
Artikel 4: Wat fott es, es fott.
(„Was fort ist, ist fort.“)
Jammer den Dingen nicht nach.
Die gute alte Marketing- und Werbekommunikationszeit ist vorbei. Wir Marketeers konnten tagelang Werbeagenturen pitchen, Modells casten, am Fotoset den Fotographen nerven und die großen Werbebotschaften in den Zeitschriften-Äther blasen. Niemanden hat es wirklich interessiert, aber es hat Riesenspaß gemacht. Millionenbudgets wurden verballert und die Werbebranche hat sich meist selbst gefeiert. Schulterklopfen wenn irgendein Award gewonnen wurde und Kopfschütteln wenn die Zielgruppe sich nicht bewerben wollte. Jetzt plötzlich ist im Social Media irgendwie anders. Bewerber können öffentliche Botschaften verbreiten, und sich verdammt noch mal über schlechten Service oder mangelhafte Bewerbungsprozesse beschweren. (Welcher Idiot hat eigentlich dieses Cluetrain Manifest erfunden….)
Artikel 5: Et bliev nix wie et wor.
(„Es bleibt nichts wie es war.“)
Sei offen für Neuerungen.
Der Markt verändert sich, die Zeit dreht sich weiter, scheinbar Altbewährtes wird in Frage gestellt. Persönliche Gespräche werden bleiben, es geht ja um Menschen und um Kommunikation. Ja und es werden auch noch verschiedeane Kommunikationsinstrumente zusammen- oder in Wechselwirkung orchestriert. Aber wer 10 oder 20 Jahre zurückblickt und mit Heute vergleicht, der kann die Veränderungsgeschwindigkeit der Zukunft erahnen. Es bleibt in Bewegung und Spannend.
Artikel 6: Kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet.
(„Kennen wir nicht, brauchen wir nicht, fort damit.“)
Sei kritisch, wenn Neuerungen überhand nehmen.
Die letzten Jahren in der Branche des Personalmarketing waren voller Veränderungen, die Heute selbstverständlich sind. Karrierewebseiten, Online-Stellenbörsen und Employer Branding sind Heute im Standardvokabular der Personalmarketeers. Social Media wird nicht Alles im Personalmarketing ablösen, aber sinnvoll ergänzen.
Artikel 7: Wat wells de maache?
(„Was willst du machen?“)
Füg dich in dein Schicksal.
Wer langfristig denkt und die aktuellen Social Media Entwicklungen betrachtet, angereichert mit den Erfahrungen die Marktteilnehmer in den USA machen, sollten lieber Heute als Morgen die Veränderung akzeptieren und Chancen im Social Media für sein Unternehmen suchen. Totreden kann man das Thema nicht mehr.
Artikel 8: Maach et joot, ävver nit zo off.
(„Mach es gut, aber nicht zu oft.“)
Achte auf deine Gesundheit.
Ja, mache es gut, aber nicht zu oft steht für Qualität vor Quantität. Social Media hat besondere Regeln und wer noch keine Erfahrungen hat, sollte sich von entsprechenden Beratern helfen lassen (Achtung bei selbsternannten Social Media Experten! Am besten immer eine authentische Kundenreferenz einholen). Social Media kann dann noch ein Erfolgsrezept sein, wenn nichts dem Zufall überlassen wird, sondern ein konzeptioneller Rahmen und Social Media Guidelines den richtigen Pfad weisen.
Artikel 9: Wat soll dä Käu?
(„Was soll das sinnlose Gerede?“)
Stell immer die Universalfrage.
Ist der Inhalt der kommuniziert wird Zielführend, Zielgruppenorientiert und dem Medium angemessen? Ach, es gibt so viele gute Beispiele die mir einfallen. Am besten mal darauf achten was der Zielgruppe gefällt…. (eine ganz einfache Regel eigentlich…. Der Wurm soll dem Fisch schmecken nicht dem Angler, dem Angelrutenhersteller oder dem Angelhakenproduzent….!)
Artikel 10: Drinks de ejne met?
(„Trinkst du einen mit?“)
Komm dem Gebot der Gastfreundschaft nach.
Wenn Dich die Menschen einladen in deren Netzen in Kontakt zu treten, Dich in Facebook adden oder “gefällt mir” sagen, Dir in Twitter folgen oder Youtube abonieren, dann schätze diese Gastfreundschaft und ehre sie mit wirklich sinnvollen Themen. Hört endlich auf, Euch selber zu feiern, sondern denkt über die Menschen nach mit denen Ihr in Kontakt kommen wollt!
Artikel 11: Do laachs de disch kapott.
(„Da lachst du dich kaputt.“)
Bewahr dir eine gesunde Einstellung zum Humor.
und nicht zu letzt solle es auch Dir Spaß bereiten. Denn nur dann bist Du als Personalmarketingmann ein guter Marketingmann und dann noch mit Social Media Kompetenz.
Ergänzungen
Notstandsgesetz: Et hätt noch schlimmer kumme künne.
(„Es hätte noch schlimmer kommen können.“)
Also mal neutral betrachtet ist Social Media nichts schlimmes. Mir fallen auf Anhieb viel Dinge ein die schlimmer wären, und damit denke ich nicht an den verschimmelten Erdbeerkuchen…..
Falls Artikel 3 einmal nicht zutreffen sollte:
Wohlstandsgesetz: Mer muss och jünne könne!
(„Wir müssen auch gönnen können.“)
Sei weder neidisch noch missgünstig!
Wenn ein Unternehmen mal was Gutes macht, dann Gratuliert ihm auch mal und gebt Anerkennung. Das kommt irgendwann zurück – versprochen….